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Lexikon

Mauersegler

Die Mauersegler sind zurück

Bekommt man selten aus der Nähe zu sehen- Gesicht des Mauerseglers (Foto: cc-by-sa Klaus Roggel @wikipedia.de)
Mauersegler im Flugbild
Mauersegler im Flugbild (Foto: cc-by-sa Klaus Roggel @wikipedia.de)
Mauerseglergesicht

Nun sind sie also wieder da, meine Freunde, die Mauersegler. In ungestümem Flug und mit schrillem Gekreische jagen sie pfeilschnell in Gruppen durch die Luft. Selbst die Straßenschluchten in unseren Städten sind ihr Jagdrevier. Die ersten Tiere haben sich im Bonner Raum Anfang Mai eingestellt.  Der Mauersegler (Apus apus) ähnelt den Schwalben, ist aber etwas größer und nicht mit diesen verwandt. Die Ähnlichkeit beruht auf konvergenter Evolution (das meint, dass die gleichartige Nutzung eines vergleichbaren Lebensraums zu ähnlichen Anpassungen in Aussehen und Verhalten bei unterschiedlichen Tierartengruppen führt). Wir hatten das Thema bei den Wochenwettbewerben 2009 anhand der Delphine, Robben, Haie und der Pinguine bereits einmal eingehender erläutert. Der Mauersegler gehört vielmehr in die Familie der Segler. Die Segler (Apodidae) sind eine Vogelfamilie aus der Ordnung der Seglervögel (Apodiformes), die Schwalben entstammen dagegen der Ordnung der Sperlingsvögel (Passeriformes).

 

Die Ordnung der Segler

Der Mauersegler ist nicht der einzige bei uns in Deutschland regelmäßig vorkommende Segler. In den Alpen gibt es außerdem den Alpensegler (Tachymarptis melba ) (Quelle: www.vogelwarte.ch Lizenz: {{PD}})
Alpensegler

Keine andere Vogelgruppe ist so konsequent an das Leben in der Luft angepasst wie die der Segler. Alle Arten sind schnelle Dauerflieger, die größeren Arten erreichen dabei im horizontalen Flug Geschwindigkeiten von über 150 km/h. Bei ihren Flugmanövern können sie im Sturzflug Geschwindigkeiten von mehr als 200 km/h erreichen. Die Vögel ernähren sich von Insekten, die ausschließlich in der Luft gefangen werden. Selbst das Nistmaterial wird im Flug gesammelt; Mauersegler schlafen und zeugen sogar den Nachwuchs in der Luft. Die meisten Arten leben in den Tropen, außerhalb der Tropen sind Segler vorwiegend Langstreckenzieher und überqueren dabei auch den Äquator. Der Mauersegler hält sich hauptsächlich von Anfang Mai bis Anfang August zur Brutzeit in Mitteleuropa auf. Die Überwinterungsgebiete liegen in Afrika, vor allem südlich des Äquators. Außerhalb der Brutzeit halten sie sich über mehrere Monate höchstwahrscheinlich ohne Unterbrechung in der Luft auf. Er ist bei uns ein Kulturfolger: In Mitteleuropa nutzt er fast ausschließlich vom Menschen geschaffene Nistplätze, meist brütet er an mehrgeschossigen Steinbauten, indem er seine Nester unter die Dachüberhänge klebt.

 


Taxonomische Einordnung des Alpenseglers

Klasse: Vögel (Aves)

Ordnung: Seglervögel (Apodiformes)

Familie: Segler (Apodidae)

Gattung: Tachymarptis

Art: Alpensegler (Tachymarptis melba)

Taxonomische Einordnung des Mauerseglers

Familie: Segler (Apodidae)

Gattung: Apus

Art: Mauersegler (ApusApus)

Taxonomische Einordnung der Schwalben

Klasse: Vögel (Aves)

Ordnung: Sperlingsvögel (Passeriformes)

Unterordnung: Singvögel (Passeri)

Familie: Schwalben

Schwalben

Rauchschwalbe, Flugbild (Foto: cc-by-sa Thermos @wikipedia.de)
Rauchschwalbe, Flugbild
Rauchschwalbe (Hirundo rustica) (Foto: cc-by-sa Malene Thyssen @wikipedia.de)
Rauchschwalbe, hockend
Uferschwalbe (Riparia riparia) im Anflug (Foto: cc-by-sa Hajotthu @wikipedia.de)
Uferschwalbe fliegend

Weltweit bekannt sind an die 80 Schwalbenarten, die in 19 Gattungen zusammengefasst werden. Von diesen sind vier Arten Brutvögel in Mitteleuropa. Zu den hierzulande vorkommenden Arten gehören die bekannte Mehlschwalbe (Delichon urbica) und die Rauchschwalbe (Hirundo rustica). Weitaus seltener sind in Deutschland die Uferschwalbe (Riparia riparia), sowie in den Alpen die Felsenschwalbe (Ptyonoprogne rupestris). Ähnlich den Seglern sind Schwalben Zugvögel, bleiben aber etwas länger als Mauersegler im Brutgebiet. Vor dem Abflug kann man mitunter größere Ansammlungen von ihnen sich auf Freileitungen versammeln sehen.


Uferschwalbenkolonie mit Bruthöhlen im Steilufer (Foto: Andreas Trepte, www.photo-natur.de)
Uferschwalbenkolonie
Mehlschwalbe, hockend, auf Hand (Foto: cc-by.sa Aelwyn-Delichon @wikipedia.de)
Mehlschwalbe
Mehlschwalbe, Flugbild (Foto: cc-by-sa Malene Thyssen @wikipedia.de)

Die Uferschwalbe ist die kleinste Schwalbenart in Europa mit einer Länge von 13 cm. Sie hat einen nur leicht gegabelten kleinen Schwanz, einen verhältnismäßig langen, flachen Schnabel und zarte unbefiederte Zehen. Die Oberseite ist erdbraun, die Unterseite weiß mit graubraunem Brustband.

Zu welcher Vogelordnung gehören die Uferschwalben?
A oder B oder C - nur eine Antwort ist richtig.
A Wat und Mövenvögel
B Sperlingsvögel
C Seglervögel

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Lebensraum Luft

Fledertiere sind die unangefochtenen Insektenjäger der Nacht ({{PD-USGov}}Big-eared-townsend-fledermaus (Corynorhinus townsendii)
Townsend-Fledermaus im Flug

Auch der Luftraum ist fein säuberlich in Lebenssphären (ökologische "Nischen")eingeteilt. Räuberisch lebende Beutegreifer bei Tage sind die fleischverzehrenden Adler- und Habichtartigen, Bussarde, Milane, Sperber. Räuberisch lebende Beutegreifer bei Nacht sind die Eulen. Bei den Insektenfressern sind tagsüber die Schwalben und Segler aktiv, während das nächtliche Pendant - in Deutschland - keine Vögel, sondern Fledermäuse sind. Und Fledermäuse sind - ihr wisst es bestimmt schon - echte Säugetiere!

Gut zu wissen

  • Segler in Deutschland: 2 Arten; Mauersegler, Alpensegler
  • Schwalben in Deutschland: 4 Arten; Rauchschwalbe, Mehlschwalbe, Uferschwalbe, Felsenschwalbe
  • Segler und Schwalben sind Insektenfresser
  • Kulturfolger: Mehl- und Rauchschwalbe, zunehmend Felsenschwalbe
  • Kulturflüchter: Uferschwalbe