Bundesamt für Naturschutz BfN

Hauptbereichsmenü



Lexikon

Unser Naturgarten

Wildes Leben hinter dem Haus

Hier siehst du, wie schön heimische Wildblumen sein können. So sieht der Vorgarten des Bundesamtes für Naturschutz im Juni aus.(Foto: H. Uhlisch / BfN)
Eingangsbereich BfN; Staudenrabatte mit Wildblumen und Sinnspruchtafel
Ein Beet mit Wildblumen lockt viele verschiedene Insekten an. (Foto: gemeinfrei)
Blumenbeet mit Wildblumen
Am Gartenteich gibt's immer was zu sehen. (Foto: Matthias Wilke cc-by-sa 3.0)
Ein Gartenteich

Ein Garten kann Lebensraum für viele verschiedene Tiere und Pflanzen sein - ein kleiner "Hot Spot" der biologischen Vielfalt. Als "Hot Spots" bezeichnen Wissenschaftler solche Landschaften, in denen besonders viele verschiedene Tiere und Pflanzen zusammenleben.

Unordnung erwünscht!

Doch zwischen Rasenflächen und Zierpflanzen findet kaum ein Tier Unterschlupf und Futter. Anders dagegen in einem unaufgeräumten Naturgarten. Ein Garten mit Wildblumen-Beeten, Wasserflächen, Hecken und Trockenmauern lockt Insekten, Reptilien, Amphibien und Vögel an - und bietet Naturdetektiven tolle Möglichkeiten zur Tierbeobachtung.

Wenig Aufwand, viel Natur

Einzelne Elemente eines Naturgartens kann man in jedem Ziergarten anlegen. So musst du nicht euren ganzen Garten umgraben, um zum Beispiel Eidechsen  anzulocken. Manchmal reicht schon ein kleiner Steinhaufen, ein sogenannter Steinriegel, an einem sonnigen Platz. Igel fühlen sich wohl in Laubhaufen vom letzten Jahr, Insekten und Vögel lieben bunte Blumenbeete mit einheimischen Wildblumen. Lies hier, wie du mit wenig Aufwand euren Garten in einen blühenden Lebensraum verwandeln kannst.

So pflanzt du eine bunte Blumenwiese

Wiesenblumen sind ein Paradies für die unterschiedlichsten Blütenbestäuber. (Foto: Darkone cc-by-sa 2.0)
Blüte mit Insekten darauf
Die Witwenblume sieht auch in schmalen Zierbeeten schön aus. Sie lockt außerdem eine Vielzahl von Bestäubern an. Hier siehst du ein Widderchen. (Foto: Bernd Haynold cc-by-sa 2.5)
Blüte mit schwarz/rotem Widderchen

Das Wichtigste ist der Boden. Wenn du Wildblumen säen willst, dann muss der Gartenboden aus möglichst viel Sand bestehen, sonst verdrängen wenige Arten wie Löwenzahn und Distel die meisten anderen Blumen. Du kannst aber nachhelfen, indem du Sand unter dein Beet gräbst. Nun kann es losgehen: In der Gärtnerei bekommst du Samenmischungen mit Wildblumen für fast jeden Standort.

Schlaraffenland für Insekten

Eine gut wachsende Wildwiese oder ein Wildblumen-Beet brauchen fast keine Pflege, denn "Unkraut" gibt es hier nicht. Außerdem brauchen einheimische Wildblumen und Wildstauden weniger Gießwasser, sind kräftiger im Wuchs und säen sich auch noch selbst aus. Weil in solch einem Beet viele verschiedene Pflanzen auf engem Raum zusammenstehen, ist es für Insekten wie ein Schlaraffenland. Das lockt wiederum verschiedene insektenfressende Vögel an.

So legst du einen Gartenteich an

Der Blutweiderich ist ein Teichnachbar, denn er hat gern nasse Füsse.(Foto: H. Uhlisch / BfN)
Blutweiderich am Gartenteich.
Dieser Teichfrosch hat den Gartenteich für sich entdeckt. (Foto: Sonja Goetzke)
Ein Teichfrosch im Wasser
Wiesensalbei. (Foto: H. Uhlisch / BfN)
Wiesensalbei im Beet.

Ein Gartenteich ist eine Supersache: Hier gibt es immer was zu sehen, denn Gartenteiche können Lebensraum für Molche, Frösche und Insekten sein. Allerdings darfst du keine Fische hineinsetzen. Warte lieber, bis die Tiere von alleine kommen.

So geht's:

Zunächst brauchst du den richtigen Platz im Garten. Achte darauf, dass mindestens ein Teil des Teichs fünf bis sechs Stunden Sonne am Tag bekommt. Das ist wichtig für die Wasserpflanzen. Außerdem sollte der Teich nicht zu nah an Laubbäumen oder Büschen stehen, damit im Herbst keine Blätter hineinfallen. Die bilden nämlich mit der Zeit eine faulige Schlammschicht am Grund.

Nun kann es losgehen: Hebe zusammen mit ein paar Helfern ein Loch aus. Achte dabei darauf, dass es mindestens einen Meter tief ist und die Wände schräg sind. Außerdem musst du noch eine Flachwasser-Zone einplanen. Im Baumarkt bekommst du robuste Teichfolie, mit der du das Loch auslegen kannst. Nun fülle Wasser hinein und bepflanze deinen Teich.

Und nun heißt es abwarten. Mit der Zeit werden Insektenlarven und Amphibien deinen Teich bevölkern.


Verrottendes Totholz im Garten? Warum nicht? Es ist ein kleiner Kosmos und ein Lebensraum für viele Tierarten, die auf dieses Moderholz angewiesen sind. (Foto: H. Uhlisch / BfN)
Tote Holz mit Moos überwachsen
Eine Trockenmauer: Molche, Kröten und Eidechsen überwintern hier. (Foto: Roger Kreja cc-by-sa 2.5
Trockenmauer im Weinberg
Präparierte Baumscheiben bieten Wildbienen Platz für die Eiablage. (Foto: Frank Mikley cc-by-sa 2.5)
Baumscheibe mit eingeborten Löchern zur Besiedelung durch Wildbienen

zurück

Eure schönsten Natur-Fotos

(Foto: Sixta Görtz)
Mini-Frosch auf Kinderhand

Begleitend zum Monatsthema "Biodiversität" hatten wir euch aufgerufen, uns eure schönsten Natur-Fotos zu schicken. Hier kannst du die Fotos der Naturdetektive anschauen:

Zu den Natur-Fotos

Weiterlesen...

(Foto: gemeinfrei)
Frosch mit Schmetterling

Biologische Vielfalt - was heißt das überhaupt? Das wird dir hier erklärt:

Zur Biodiversität

Wenn du mehr über biologische Vielfalt in Deutschland wissen willst, dann schau mal hier nach:

Biologische Vielfalt fördern.

Lerne die "Hotspots der biologischen Vielfalt" in Deutschland kennen. Hier gibt es besonders viele verschiedene und seltene Tier- und Pflanzenarten:

Hotspots in Deutschland

Wie sich der Klimawandel auf die Biologische Vielfalt auswirkt, erfährst du hier:

Biologische Vielfalt und Klimawandel

Fast ein Drittel aller Tier- und Pflanzenarten in Deutschland sind bedroht. Das geht aus dem Artenschutzreport hervor, den das Bundesamt für Naturschutz jetzt erstmals vorgelegt hat. Mehr darüber hier:

Artenschutzreport

Unterschlupf im Naturgarten

Eine Trockenmauer lockt Reptilien und Amphibien an. (Foto: Coyote IV cc-by-sa 2.0)
Trockenmauer im Garten.

Wenn du Tiere anlocken möchtest, dann kannst du ihnen in eurem Garten Unterschlupf bieten. Molche und Blindschleichen überwintern unter feuchten Steinen. Eidechsen und Schlangen lieben sonnige Plätzchen zum Aufwärmen. Ein Igel hat den Laubhaufen vom letzten Herbst besonders gern.

Noch viel mehr Ideen für Lebensräume im eigenen Garten findest du hier:

Naturdetektive schaffen Lebensräume