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Lexikon

Wildfrüchte-Quiz

Früchte des Waldes: Ein Sommerrätsel

Gemeiner Schneeball, die Beeren sehen lecker aus, sind aber giftig. (Foto: natdetHU)
Gemeiner Schneeball

Liebe Naturdetektive: Die Natur setzt in Ihrem Jahreszyklus zu ihrem großen Finale an. Das Blühen kommt langsam an ein Ende und überall fruchtet es: Fruchtung und Reife sind die bestimmenden Faktoren der Jahreszeit zwischen Sommer und Herbst überall um uns herum. Die Kleineren unter uns sammeln nun mit Begeisterung Kastanien und Eicheln, die ringsum von den Bäumen fallen, die Bürger sammeln Pilze, Holunderbeeren, Hagebutten, Haselnüsse, Walnüsse, Brombeeren, und nicht zuletzt das Garten-Kernobst, wie Pflaumen, Äpfel, Birnen. Die Bauern ernten das Korn und das Obst ihrer Obstwiesen und fahren es in die Mosterei zur Saftgewinnung.

Unseren Wildtieren geht es momentan so richtig gut: Nahrung in Hülle und Fülle, und die Jungen sind bereits für dieses Jahr großgezogen und können sich selbst versorgen, so dass den Elterntieren alles Fressbare selbst zum Verzehr bleibt. Sattgrüne Wiesen ringsum für die Grasfresser, wie das Rotwild, das Sikawild, das Rehwild und das Muffelwild. Und nun sind auch überreichlich Insekten da. Die Insektenfresser freut das besonders. Uns Menschen freut das in der Regel aber nicht. Wir kämpfen mit Fliegen und Wespen um unser Essen. Auch die Körner- und Obstfresser haben nun eine Fettleber; überall stehen das Korn und die Feldfrüchte auf den Feldern in der Reifung oder liegen nach der Ernte teilweise auf dem Boden herum. Die Tauben brauchen die Körner nur aufzupicken. In unseren Laubwäldern fallen nun massenhaft die stacheligen Früchte unserer Rotbuchen und geben ihren begehrten Inhalt frei - die Bucheckern. Sie bilden für die Wildschweine und unseren Dachs eine wesentliche Nahrungsgrundlage fast durch den ganzen Winter hindurch. Früher waren Bucheckern für die Waldbauern selbst unverzichtbarer Bestandteil der menschlichen Grundversorgung, denn in Bucheckern steckt viel nahrhaftes Pflanzenöl, das man auspressen und für die Zubereitung von Speisen nutzen konnte. Diese Techniken sind heute ein wenig aus der Mode gekommen. Aber die Bucheckern, die man so im Wald findet, sind essbar und schmecken wunderbar „nussig“.

Unsere heimischen Bilche - das sind die überwiegend vegetarisch lebenden Schlafmäuse wie die Siebenschläfer- futtern sich jetzt einen dicken Bauch an und begeben sich in ein paar Wochen schon in den Winterschlaf. Bis zum Frühjahr kommenden Jahres wird dann geschlafen und nichts mehr gefressen.

Früchtequiz, Fotos A bis F

Abb. A) (Foto: cc-by-sa,2.5, H.Hoffmeister-@wikipedia.de)
Walderdbeeren
Abb. B) (Foto:natdetHU)
Hagebutten
Abb. C) (Foto: cc-by-sa,2.5, Wolfgang1018 @wikipedia.de)
Himbeeren
Abb. D) (Foto:natdetHU)
Sanddorn
Abb. E) (Foto:natdetHU)
Schneeball
Abb. F) (Foto:natdetHU)
Efeu

Früchte des Sommers

Wenn ihr Lust habt, zählt mal mit mir auf, was uns die Natur so alles an Früchten schenkt. Ihr findet bestimmt noch mehr als ich.  Aber denkt daran, nicht alles, was draußen heranreift, ist auch wirklich für uns Menschen genießbar. Manches ist sogar giftig und kann Euch nach dem Verzehr große Probleme bereiten. Deshalb ist es so wichtig, dass man die Früchte wirklich gut kennt, die man ernten und genießen darf. Auch die Ziergehölze in unseren Gärten und Parkanlagen tragen vielfach lecker aussehende Früchte, die aber meist (!) ungenießbar oder sogar giftig sind. Also Finger weg von Früchten, die ihr nicht kennt!

Ihr seht schon an der bloßen Anzahl der Gegenüberstellung im rechten Kasten, dass im Verhältnis die essbaren Früchte deutlich in der Minderzahl sind. Es ist sogar so, dass die Mehrzahl der heute im städtischen Umfeld in Parks, Grünanlagen, Abstandsgrün, Straßenbegleitgün und Ziergärten zu findenden Pflanzenarten zwar meist sehr schön anzusehen sind - sich aber zum Verzehr nicht eignen!

In die hier abgebildeten 6 Früchte haben sich zwei ungenießbare eingeschmuggelt. Sind es ...
A oder B oder C - nur eine Antwort ist richtig.
A Abbildung A-Erdbeeren und Abb D-Sandddorn
B Abbildung C-Himbeeren und Abb B-Hagebutten
C Abbildung F-Efeu und Abb E-Liguster

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Genießbar sind folgende Früchte aus unserer Natur

Bucheckern waren früher begehrter Fettlieferant. (Foto: natdetHU)
Bucheckern, Früchte der Buchen

Walderdbeeren, Himbeeren, Stachelbeeren, Brombeeren, Moltebeeren, Heidelbeeren, Preiselbeeren. Weiterhin sind die Beeren vom Roten und Schwarzen Holunder, Wildkirsche, sowie Beeren von verwildertem Kultur-Wein genießbar, es gibt an genießbaren „Nüssen“ die Esskastanie (Marone), die Haselnuss und die Walnuss, Bucheckern. Aromatische und vitaminreiche Beigaben - doch erst durch Kochen genießbar - sind Schlehenbeeren, Hagebutten und Sanddorn. Fallen euch noch weitere genießbare Wildfrüchte ein?

Ungenießbare oder sogar giftige Früchte

Die Früchte des Roten Hartriegel sind giftig. (Foto: natdetHU)
Roter Hartriegel

Ungenießbare, z.T. wild wachsende, heimische und /oder künstlich gepflanzte (exotische) Pflanzenarten: Feuerdorn, Feuerbohne, Wandelröschen, Maiglöckchen, Besenginster, Efeu, Eibe, Christuspalme, Berberitze, Kermesbeere, Lupine, Hartriegel, Liguster, Goldregen, Geißblatt, Faulbaum, Eisenhut, Färberginster, Pfaffenhütchen, Schneeball, Einbeere, Aronstab, Stechapfel, Stechpalme, Scheinquitte, Seidelbast, Kornelkirsche, Traubenkirsche, alle Cotoneasterarten, Kirschlorbeer, Tollkirsche, Krähenbeere, Rosskastanien, Eicheln u.v.a.m.

Gut zu wissen!

  • Bucheckern: Dreieckige, essbare und nussig schmeckende Früchte der Buchen
  • Eichelmast: Früher wurden die Hausschweine im Herbst zur Eichelmast in die Wälder getrieben. Für die Bauern war das eine willkommene Nahrungsquelle für ihr Vieh, denn Kastanien, Eicheln und Bucheckern sind für alle Schweine - egal ob Haus- oder Wild- begehrte Speise.
  • Pflanzengifte: Manche Pflanzenarten haben als Abwehrmaßnahme gegen allzu gefräßige Tiere ein Arsenal an Pflanzengiften entwickelt, so dass sie für die meisten Tiere ungenießbar geworden sind. Es gibt aber für fast jedes Pflanzengift ein paar tierische Spezialisten, die es gelernt haben, mit dem Gift ihrer Wirtspflanze klarzukommen.