Bundesamt für Naturschutz BfN

Hauptbereichsmenü



Lexikon

Nationalparke und ihre Wälder (1)


Im Zusammenhang mit dem Internationalen Jahr der Wälder 2011 möchten wir euch einige Nationalparke in Deutschland vorstellen.

Hier findet ihr den Nationalpark Harz, den Nationalpark Kellerwald und den Nationalpark Eifel.

Was ist ein Nationalpark?

Ein Nationalpark ist ein großes Gebiet, das durch verschiedene Maßnahmen vor schädlichen menschlichen Einflüssen oder Umweltverschmutzung geschützt wird. Diese Gebiete sind sehr wertvoll für die Natur und viele Tiere. Sie finden hier einen geeigneten Rückzugsort, wo sie nicht von Menschen gestört werden.

Auerhahn im Schnee (Foto: Jörg Bernhardt / pixelio.de)
Auerhahn im Schnee
Haubenmeise auf Ast (Foto: Bolliger Hanspeter / pixelio.de)
Haubenmeise auf Ast
Buchenwald im Herbst (Foto: Günter Havlena / pixelio.de)
Buchenwald im Herbst

Nationalpark Harz

Der Nationalpark Harz entstand 2006 aus den einzelnen Nationalparken Hochharz und Harz. Er hat eine Fläche von 24.703 Hektar und ist fast vollständig bewaldet.

Der Nationalpark Harz besteht aus vielen verschiedenen Mooren und Waldarten. Zu den Waldarten gehört der Buchenwald, in dem sich seltene Tiere wie zum Beispiel der Schwarzspecht und die Wildkatze sehr wohl fühlen. Im Schluchtenwald wachsen viele Erlen, Eschen und Berg-Ulmen. Unter ihnen bedecken viele Farne den Waldboden. Im Buchen-Fichten-Mischwald fühlt sich der Auerhahn sehr wohl. Er ist aber nur selten zu sehen, da er ein Meister im Verstecken ist. Eben so schwer zu entdecken ist der seltene Raufußkauz. Er wohnt in verlassenen Spechthöhlen. In luftigen Höhen von 800 bis 1000 Metern können im Brockenurwald neben der Bergfichte nur Eberesche, Birke und Weide bestehen. An ihren Stämmen wachsen Moose und Flechten. Der Gesang der Haubenmeise, des Erlenzeisigs und des Fichtenkreuzschnabels hallt durch den Wald. Wenn man genau hinhört, kann man in der Dämmerung auch den Gesang des seltenen Sperlingskauzes hören.

Da in den Buchen- und Fichtenwäldern eine hohe Luftfeuchtigkeit herrscht und die Luft so sauber ist, werden die Äste und Stämme der Bäume von einer dicken Moos- und Flechtenschicht bedeckt. Dadurch wirkt der Wald wie verwunschen.

Ausflugstipp für Naturentdecker: Wandert doch einmal den Löwenzahn-Entdeckerpfad entlang und besucht das Luchsgehege oder die kleine Hexe auf dem Harzer Brocken. 

www.nationalpark-harz.de

Nationalpark Kellerwald-Edersee

Schaumkraut (Foto: virginia43 / pixelio.de)
Schaumkraut
Feuersalamander (Foto: Templermeister / pixelio.de)
Feuersalamander
Groppe (Foto: cc-by-sa Hans Hillewaert@wikipedia.de)
Eine gut getarnte Groppe

Das Gebiet Kellerwald-Edersee wurde 2004 zum Nationalpark ernannt. Er ist ungefähr 6.000 Hektar groß.

Der Nationalpark Kellerwald zeichnet sich durch seine urigen Wälder, Wiesentäler, Schluchten, Felsen, Quellen und Bäche aus. Die urigen Wälder bilden einen der noch größten zusammenhängenden Buchenwälder Deutschlands. 

Im gesamten Nationalpark entspringen  über 400 Quellen. Ihr Wasser ist sehr klar und hat das ganze Jahr über eine niedrige Temperatur. Aufgrund des hohen Sauerstoffgehalts haben die Bäche eine hervoragende Wasserqualität. Hier finden der Grundwasserflohkrebs, Steinfliegenlarven, Bachforellen, Groppen und der Alpenstrudelwurm gute Lebensbedingungen. Am Uferrand der zahlreichen Quellen wachsen Pflanzen wie das Schaumkraut und das Milzkraut.

Zu den typischen Bewohnern der Buchenwälder im Nationalpark zählt unter anderem der Feuersalamander. Das Weibchen bringt die Larven in den klaren Waldbächen zur Welt, wo sie sich prima entwickeln können.

Ausflugstipp für Naturentdecker: Besucht doch einmal den Wildtierpark. Dort kannst du Tiere wie den Wolf und den Wisent entdecken.

www.nationalpark-kellerwald-edersee.de

Nationalpark Eifel

Wildkatze auf Baumstamm (Foto: Templermeister / pixelio.de)
Eine Wildkatze auf einem Baumstamm
Biber (Foto: cc-by-sa Steve from washington, dc, usa@wikipedia.de)
Ein Biber macht es sich bequem
Ein vom Biber angenagter Baum (Foto: Bolliger Hanspeter / pixelio.de)
Ein vom Biber angenagter Baum

Der Nationalpark Eifel wurde im Jahr 2004 als solcher ernannt. Er ersteckt sich über eine Fläche von 10.700 Hektar.

Er zeichnet sich durch verschiedene Waldarten aus. Zu ihnen gehören der Eichen-Mischwald, der Buchenwald und der Schlucht- und Auenwald. Sie beheimaten viele verschiedene Tierarten. Unter ihnen ist zum Beispiel die seltene Wildkatze. Ungefähr 50 dieser Wildkatzen durchstreifen die Laubwälder des Nationalparks. Sie sieht unseren Hauskatzen auf den ersten Blick sehr ähnlich, schaut man aber genauer hin, kann man doch einige Unterschiede ausmachen. Das Fell der Wildkatze hat eine bestimmte Musterung. Über den Rücken läuft ein dunkler Strich, der sogenannten Aalstrich. Die Schwanzspitze ist durch schwarze Ringe gekennzeichnet. Außerdem ist das Fell viel dicker als das unserer Hauskatzen.

Ein weiterer Eifelbewohner ist der Biber. Lange Zeit war er hier ausgestorben. Doch vor 30 Jahren wurden einige Tiere im Nationalpark Eifel ausgesetzt. Sie haben sich erfolgreich angesiedelt und in den vielen Fließgewässern der Eifel zahlreiche Staudämme gebaut. Die Staudämme der Biber bestehen aus Ästen und Zweigen, die sie im Wald finden. Im Nationalpark dürfen normalerweise keine Bäume gefällt werden, nur der Biber hat die „Erlaubnis“ einige von ihnen zu fällen. Durch seine Staudämme und das Holzfällen setzt er manchmal ganze Landschaften unter Wasser.

Ausflugstipp für Naturentdecker: Du bist zwischen 7 und 15 Jahre alt? Dann werde Junior-Ranger im Nationalpark Eifel und entdecke ein Jahr lang zusammen mit einem ausgebildeten Ranger und anderen Junior-Rangern Wald und Wiesen der Eifel.     

www.nationalpark-eifel.de

Weitere Nationalparke


Wovon ernährt sich der Biber?
A oder B oder C - nur eine Antwort ist richtig.
A kleinen Fischen und Schnecken
B Insekten
C Wasserpflanzen und Sprossen

zurück

Welche Baumart ist das?

Buche (Foto: Jürgen Heup / pixelio.de)
Buchenblatt im Herbst
Esche (Foto: Bernd Sterzl / pixelio.de)
Die Blätter einer Esche
Eiche (Foto: Blumenia / pixelio.de)
Eichenblätter im Sonnenschein

Was ist ein Auwald?

Ein Auwald ist ein Wald, der entlang von Bach- und Flussläufen entstanden ist. Bei starkem Regen treten diese oft über ihre Ufer, weswegen hier nur bestimmte Baumarten wachsen können. Eschen, Erlen und Weiden können die "nassen Füße" gut vertragen. Etwas weiter entfernt vom Ufer wachsen vor allem Eichen, Eschen und Ulmen.

Auwälder wirken wie ein Schwamm. Sie können große Mengen an Wasser speichern und dienen deshalb als natürliche Überschwemmungs- und Rückhalteräume. Sie tragen zu einem langsamen Abfluss des Wassers bei. Außerdem reinigen sie das Wasser von organischen und mineralischen Stoffen. Hiermit leisten sie einen wichtigen Beitrag zu sauberem Trink- und Grundwasser.

Der Auwald bietet ein wertvolles Rückzugsgebiet für viele selten gewordene Pflanzen- und Tierarten.

Der Biber - Architekt der Natur

Steckbrief:

Körperlänge: bis 1,30 m

Schwanzlänge: 30 cm 

Gewicht: bis 35 kg

Alter: ein Biber kann bis zu 20 Jahre alt werden

Nahrung: Gräser, Wasserpflanzen, Kräuter, Sprossen und Rinde

Besonderheiten: hält keinen Winterschlaf und ist dämmerungs- und nachtaktiv

Der Biber hat sehr große, harte Zähne. Mit ihnen nagt er so lange an Baumstämmen bis sie umfallen. In einem Biberrevier gibt es manchmal bis zu zehn einzelne Wohnbaue. Man findet sie entweder in der Uferböschung oder sie bauen sich aus Ästen, Zweigen und Schlamm eine Biberburg. In diesen Bauen befinden sich verschiedene Röhren. Jede Röhre hat eine andere Funktion. Es gibt zum Beispiel eine Fressröhre, eine Fluchtröhre und eine Spielröhre. Der größte Raum ist der Wohnraum. Er kann bis zu 1,20 m breit und bis zu 60 cm hoch werden. Der Eingang zum Biberbau liegt meistens unter Wasser. Damit ist er für die natürlichen Feinde des Bibers unerreichbar. Damit das so ist, staut er die Gewässer an.

Ein Biberbau (Foto: Miroslaw Wegierak / pixelio.de)
Ein Biberbau

Tanne oder Fichte?

(Foto: Thomas Max Müller / pixelio.de)
Tannenzapfen

Wie kannst du Tanne und Fichte voneinander unterscheiden?

Hier erfährst du mehr.