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Lexikon

Nationalparke und ihre Wälder (3)

Im Zusammenhang mit dem Internationalen Jahr der Wälder 2011 möchten wir euch einige Nationalparke in Deutschland vorstellen.

Hier sind es der Nationalpark Sächsische Schweiz, Nationalpark Müritz und der Nationalpark Unteres Odertal.

Nationalpark Sächsische Schweiz

Wald-Felslandschaft (Foto: cc-by-sa Prazak@wikipedia.de)
Affensteinfelsen
Eisvogel (Foto: Peashooter / pixelio.de)
Eisvogel
Baummarder (Foto: Templermeister / pixelio.de)
Baummarder

Der Nationalpark Sächsische Schweiz wurde 1990 gegründet und erstreckt sich über eine Fläche von 9350 Hektar.

Der Nationalpark Sächsische Schweiz zeichnet sich durch seine phantastischen Felsen, Kiefern, urwüchsigen Buchenwälder und Wildbäche aus. Durch den Nationalpark fließt die Elbe. Früher war sie sehr verschmutzt, was für viele Fische schlimme Folgen hatte. Sie konnten sich nicht an die veränderten Lebensumstände anpassen und mussten weiterziehen oder sogar sterben. Man versuchte das zu verhindern, indem man Totalreservate (mehr dazu kannst du auf der rechten Seite nachlesen) einrichtete. Dies sind Gebiete, welche der Mensch nicht betreten darf und welche nur den Tieren vorbehalten sind. In den letzen 15 Jahren hat sich die Wasserqualität aber wieder verbessert und einige Fische sind zurück gekommen oder wurden wieder angesiedelt.  Auch gibt es verschiedene Klimabereiche innerhalb des Nationalparks. Es gibt kühle, schattige und feuchte Schluchten, wenig bewachsene Felsen, wie auch riesige Waldgebiete. In den verschiedenen Lebensräumen kommen zahlreiche Tier- und Pflanzenarten vor. Wo man welche Baumart finden kann, hängt maßgeblich vom Standort ab: So wachsen beispielsweise auf den Vulkansteinböden überwiegend  Buchen und an den Hängen meist Weißtannen. An den Felsen und Steilhängen findet man größtenteils Kiefern, die sich mit ihren Wurzeln in den Felsspalten festhalten, die sogenannten Riffkiefern. So unterschiedlich der Baumbestand ist, so zahlreich ist auch die Vielfalt der beheimateten Tierarten. Als Beispiel sind Eisvogel, Schwarzstorch, Habicht, Schwarzwild, Rotwild, Marder, Kreuzotter, Lachs und Forelle zu nennen.

Ausflugstipp für Naturentdecker:  Schnapp dir doch einmal deine Familie und Freunde und bewandere den Nationalpark oder erklimme einen der zahlreichen Klettergipfel, aber pass auf, dass du die Wege nicht verlässt, damit du nicht die scheuen Tiere störst und nicht aus Versehen auf seltene Pflanzen trittst.

http://www.nationalpark-saechsische-schweiz.de/

Seenlandschaft (Urheber: Nationalparkamt Müritz)
Seenlandschaften
Wienpietschseen (Urheber: Nationalparkamt Müritz)
Wienpietschseen
Buchenwald mit Totholz (Urheber: Nationalparkamt Müritz)
Buchenwald mit Totholz

Nationalpark Müritz

Genau wie der Nationalpark Sächsische Schweiz,  wurde auch der Nationalpark Müritz im Jahr 1990 gegründet. Seine Fläche beträgt 32.200 Hektar.

Der Nationalpark Müritz besteht aus vielen verschiedenen Landschaften, davon zu 72 Prozent aus Buchenwald, 13 Prozent aus Seen, 8 Prozent aus waldfreien Mooren, 5 Prozent aus Grünland und 2 Prozent aus Ackerland.

Eine Besonderheit des Nationalparks stellen seine Buchenwälder dar. Früher wurden viele Buchenwälder im Tiefland abgeholzt um sie in Ackerflächen umzuwandeln. Deshalb gibt es kaum noch Buchenwälder im Tiefland, es sei denn, sie werden so wie hier, im Nationalpark Müritz, geschützt.

Die artenreichsten Lebensräume sind Fluss- und Seeufer. Hier ist die Artenvielfalt sehr hoch. Kein See im Nationalpark Müritz sieht gleich aus. Jeder hat eine andere Form und Größe, aber auch unterschiedliches Wasser. Das Wasser in den klaren Seen ist nährstoffarm und sehr kalkreich. Seen, die von Flüssen durchströmt werden, sind dagegen nährstoffreicher. Beinhaltet ein See viele Nährstoffe, können Wasserpflanzen, wie zum Beispiel Algen, sehr gut wachsen. Deshalb ist das Wasser oft trüb. Die einheimischen Tiere haben sich an die verschiedenen Lebensbedingungen angepasst. An den Seeufern und Mooren hat sich der Moorfrosch angesiedelt. Wenn Ende März die Laichzeit beginnt, färben sich die Männchen in einem schönen himmelblau. Mit der Farbe und ihrem lauten Quaken imponieren sie den Weibchen.

Ausflugstipp für Naturentdecker: Begib dich mit dem Eichhörnchen auf Spurensuche und lerne etwas über Pflanzen-, Tier- und Allesfresser und die natürliche Nahrungskette.

www.mueritz-nationalpark.de

Nationalpark Unteres Odertal

Der Nationalpark Unteres Odertal gilt im Gegensatz zu den anderen beiden erst seit 1995 als Nationalpark. Er ist 16.500 Hektar groß, wobei 10.500 Hektar in Deutschland liegen und der Rest in Polen.

Der Nationalpark erstreckt sich von Deutschland über die Grenze bis nach Polen und ist ein bedeutender Rastplatz für Zugvögel. Im Herbst und Frühjahr ruhen sich viele Gänse, Enten und Kraniche auf ihrer Reise in wärmere Gebiete, beziehungsweise auf dem Rückweg nach Deutschland dort aus.

Im deutschen Teil des Nationalparks Unteres Odertal wurden 160 Brutvogelarten, 50 Säugetier-, 6 Reptilien-, 11 Amphibien- und 49 Fischarten gezählt. Zu den Brutvogelarten zählen neben dem Schwarzstorch und dem Uhu auch Seeadler, Schreiadler und Fischadler. Zu den Säugetierarten gehören unter anderem der Fischotter und der Biber.

An den Flussufern im Nationalpark kannst du die verschiedenen Baumarten eines Auwaldes entdecken. In Gebieten, die regelmäßig überflutet werden, findest du vor allem Weiden und Erlen. In Gebieten, die weniger häufig überflutet werden, wachsen Eschen, Ulmen und Eichen.

Ausflugstipp für Naturentdecker: Du gehst nicht gerne zu Fuß? Dann entdecke den Nationalpark Unteres Odertal doch auf dem Rücken eines Esels.

www.nationalpark-unteres-odertal.de

Fischotter (Foto: Templermeister / pixelio.de)
Fischotter
Kraniche (Foto: Uschi Dreiucker / pixelio.de)
Kraniche im Flug
Seeadler (Foto: cc by sa Uclax@de.wikipedia)
Seeadler im Flug

Weitere Nationalparke


Was ist eine Riffkiefer?
A oder B oder C - nur eine Antwort ist richtig.
A eine Kiefer die zum Gitarrenbau verwendet wird
B eine Kiefer welche sich in Felsspalten mit ihren Wurzeln festhält
C eine Kiefer die auf Meeresriffen wächst

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Was ist ein Auwald ?

Ein Auwald ist ein Wald, der entlang von Bach- und Flussläufen entstanden ist. Bei starkem Regen treten diese oft über ihre Ufer, weswegen hier nur bestimmte Baumarten wachsen können. Eschen, Erlen und Weiden können die "nassen Füße" gut vertragen. Etwas weiter entfernt vom Ufer wachsen vor allem Eichen, Eschen und Ulmen.

Auwälder wirken wie ein Schwamm. Sie können große Mengen an Wasser speichern und dienen deshalb als natürliche Überschwemmungs- und Rückhalteräume. Sie tragen zu einem langsamen Abfluss des Wassers bei. Außerdem reinigen sie das Wasser von organischen und mineralischen Stoffen. Hiermit leisten sie einen wichtigen Beitrag zu sauberem Trink- und Grundwasser.

Der Auwald bietet ein wertvolles Rückzugsgebiet für viele selten gewordene Pflanzen- und Tierarten.

Mehr zu den Funktionen von Wäldern kannst du hier nachlesen.

Was ist eine ökologische Nische ?

(Foto: S.Kunka/pixelio.de) Kolibri
Ein Kolibri bei der Nektaraufnahme

Eine ökologische Nische bezeichnet den Platz eines Lebewesens, den es in seiner Umwelt einnimmt. Sie umfasst zum Beispiel die Nahrung und die Jagdmethoden, ob das Tier tag- oder nachtaktiv ist, ob das Tier Winterschlaf hält oder nicht.

Es gibt zum Beispiel verschiedene Kolibriarten, die sich in ihrer Größe und Schnabelform unterscheiden. So sind sie auf der Suche nach Nektar speziell an eine Blütenform angepasst, ohne untereinander um die gleiche Nahrung zu konkurrieren.

Falls zwei Lebewesen gleiche Anforderungen an ihre Umwelt stellen, so entsteht ein Konkurrenzkampf bei dem das Lebewesen gewinnt, welches am besten angepasst ist.

Die Buche ist eine sehr schattenertragende Baumart. Das heißt in einem Buchenwald haben lichtliebende Baumarten wie Kiefer, Birke und Eiche nur dann eine Chance, wenn zum Beispiel durch Sturm ein Loch im Blätterdach geschaffen wird. Dann bekommen diese Baumarten soviel Licht, wie sie für ihr Wachstum benötigen.

Was ist ein Totalreservat ?

Unter einem Totalreservat versteht man ein Gebiet, das vom Menschen nicht betreten werden darf.

Solch ausgewiesene Landschaftsteile dienen den Tieren als Rückzugsgebiet, dort werden sie nicht gestört.

Das ist vor allem für sehr scheue und seltene Tiere wichtig. Deshalb sollte man sie auch wirklich nicht betreten und den Tieren ihre Ruhe gönnen.

Das ist deshalb für die Tiere so wichtig, damit sie sich in Ruhe fortpflanzen können, ihre Jungen ungestört säugen und Nahrung aufnehmen können. Gerade im Winter, wenn die Nahrung knapp ist, reagieren die Tiere empfindlich auf jede Störung. Bei jeder Flucht verbrauchen die Tiere viel wertvolle Energie, die sie benötigen um über den Winter zu kommen.