Bundesamt für Naturschutz BfN

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Lexikon

Nationalparke und ihre Wälder (4)

Im Zusammenhang mit dem Internationalen Jahr der Wälder 2011 möchten wir euch einige Nationalparke in Deutschland vorstellen.

Hier sind es der Nationalpark Bayerischer Wald und der Nationalpark Berchtesgaden.

(Foto: Thomas Maciejewski / pixelio.de) Blick auf den Watzmann
Blick auf den Watzmann
(Foto: Rolf Handke / pixelio.de) Moosbewachsender Baumstumpf
Moosbewachsender Baumstamm
(Foto: serena / pixelio.de) Fichte
Fichte

Nationalpark Berchtesgaden

Der Nationalpark Berchtesgaden hat eine Fläche von 20.808 Hektar und ist seit 1992 ein anerkanntes UNESCO Biosphärenreservat.

Er ist der einzige Alpen-Nationalpark Deutschlands. Mit seinen 2713 Metern ist der Gipfel des Watzmannes der höchste Berg im Nationalpark.

Der Nationalpark Berchtesgaden liegt im Hochgebirge und zeichnet sich durch seine Vielzahl an Lebensräumen aus. So findest du in den verschiedenen Höhenlagen angepasste Tier- und Pflanzenarten. Im Tal wachsen Laubmischwälder, mit zunehmender Höhe nur noch Tanne, Fichte und Buche. In den Steillagen bis zur Baumgrenze kommt nur noch Nadelwald vor. Über der Baumgrenze findest du Sträucher, Rasen, Moose und Flechten. Die höchsten Berggipfel sind auch im Sommer meistens schneebedeckt.

Bisher wurden 55 Säugetier-, 100 Brutvögel-, 15 Fisch-, 118 Spinnen und 6 Reptilienarten gezählt. Unter den Pflanzenarten sind bisher 2000 Pilz-, 640 Flechten und 400 Moosarten bekannt.

Moos wächst nicht nur auf dem Boden, sondern oft auch an Baumstämmen. Es bevorzugt die Nord-West Seite der Stämme, da es dort feucht und schattig ist. Auf der anderen Seite der Stämme (Süd-Ost) ist es hingegen trocken und sonnig. Mit diesem Trick kannst du dich auch ohne Kompass im Gelände orientieren.

Einige der Tiere und Pflanzen werden besonders gut geschützt, da sie auch auf der Roten Liste stehen.

Ausflugstipp für Naturentdecker: Mache mit deiner Klasse im Winter doch einmal einen Ausflug in den Nationalpark und beobachtet die Rothirsche bei der Winterfütterung.

www.nationalpark-berchtesgaden.bayern.de

(Foto: Dieter Haugk / pixelio.de) Luchs
Luchs
(Foto: Andrea Gräning) Wölfe im Tierfreigehege des Nationalparks
Wölfe
(Foto: Andrea Gräning) Wildschweine im Nationalpark Bayerischer Wald
Wildschweine

Nationalpark Bayerischer Wald

Der Nationalpark Bayerischer Wald wurde 1970 gegründet. Er erstreckt sich über eine Fläche von 24.500 Hektar.

Zusammen mit dem Böhmerwald bildet der Nationalpark Bayerischer Wald das größte zusammenhängende Waldschutzgebiet Deutschlands.

In diesem Waldgebiet finden sich viele verschiedene Baumarten. Neben der stark vertretenen Fichte finden sich auch die Moorbirke, Tanne und die Buche. Auch seltene Arten wachsen hier. Zu ihnen gehören unter anderem der Bergahorn, Spitzahorn, die Bergulme, Esche, Sommerlinde, Vogelkirsche und Eibe.

Das Klima im Nationalpark ist sehr rau und der Boden eher nährstoffarm. Deshalb findet man hier nicht viele verschiedene Tier- und Pflanzenarten. Aber die Tiere, die hier leben, sind perfekt an den rauen Lebensraum angepasst. 

Für einige seltene oder bedrohte Arten wie den Fischotter, die Kleineule und ein paar Spechtarten, bietet der Nationalpark einen wertvollen Rückzugsraum. Auch der Luchs fühlt sich hier wieder heimisch.

Während Habichtskauz und Kolkrabe vom Menschen angesiedelt wurden, haben die Schwarzstörche und Wanderfalken den Weg allein zurück in den Nationalpark gefunden. Auch andere seltene Tierarten finden hier einen geschützten Lebensraum, in dem sie ungestört ihren Nachwuchs aufziehen können. Im Nationalpark Bayerischer Wald leben auch bekannte, nicht bedrohte Tiere wie die Rothirsche, Rehe und Wildschweine. Auch eine Reihe von Spechtarten haben hier einen wertvollen Rückzugsraum gefunden.

Ausflugstipp für Naturentdecker: Erkunde doch einmal das Waldspielgelände und entdecke mit all deinen Sinnen viele schöne und spannende Sachen in der Natur.

www.nationalpark-bayerischer-wald.de

Weitere Nationalparke


In welcher Himmelsrichtung wächst das Moos an Baumstämmen?
A oder B oder C - nur eine Antwort ist richtig.
A Süd-Ost
B Nord-West
C Süd-West

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Was ist die Rote Liste ?

In der Roten Liste werden die vom Aussterben bedrohten Tier- und Pflanzenarten in Deutschland aufgelistet. Die Rote Liste für Deutschland wird vom Bundesamt für Naturschutz (BfN) herausgegeben. 

Innerhalb dieser Liste wird die Gefährdung der einzelnen Arten unterschiedlich eingestuft. Diese Einstufung reicht von der Kategorie "ausgestorben", über die Kategorie "stark gefährdet" bis hin zu "nicht gefährdet". So kann man genau sehen, ob eine Art stärker geschützt werden muss und wo man schnell handeln muss, damit diese Art auf unserem Planeten erhalten bleibt.

Die Listen werden immer wieder erneuert, da sich auch die Anzahl der Pflanzen und Tiere immer wieder ändert. Die Anzahl der Tiere und Pflanzen hängt von den Lebensbedingungen ab. Ein harter Winter zum Beispiel kann dazu führen, dass einige Tiere nicht genug Nahrung finden und sterben. Auch andere Arten, die mit einer Art um Nahrung konkurrieren, wirken sich auf den Bestand der Art aus.

Ein positives Beispiel für die Erhaltung und den Schutz einer Art ist der Luchs. Er hat früher stark unter dem Verlust großer, zusammenhängender Wildnisgebiete gelitten. Die braucht er nämlich, um für sich und seine Jungen ausreichend Nahrung zu finden. Als begehrte Jagdtrophäe wurde er früher außerdem stark bejagt und war deshalb in Mittel- und Westeuropa lange komplett ausgerottet. Der Luchs steht heute auf der Roten Liste und darf nicht mehr gejagt werden. Außerdem ist es gelungen, ihn in einigen Schutzgebieten in Deutschland wieder anzusiedeln. Nun gibt es zum Beispiel wieder kleinere Populationen im Bayerischen Wald und im Harz.


Mehr Infos findest du hier.

Der Lauf der Sonne

(Foto: Lilo Kapp / pixelio.de) Herbstsonne
Herbstsonne

Weißt du wo die Sonne aufgeht ?

Mit diesem kleinen Reim kannst du dir das ganz einfach merken:

Im Osten geht die Sonne auf, im Süden nimmt sie ihren Lauf, im Westen wird sie unter- gehen, im Norden ist sie nie zu sehen.