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Lexikon

Wildtiere in der Stadt


Die Großstadt ist kein Platz für Wildtiere? Denkste! Viele Tiere besiedeln unsere Städte - und das mit Erfolg. Amseln brüten im Stadtpark, Turmfalken nisten an der Hochhausfassade, Waschbären überwintern auf Dachböden und Fledermäuse jagen an Straßenlaternen. Manche Tiere haben sich im Laufe der Zeit so gut an das Stadtleben angepasst, dass auch ihr Nachwuchs in der Stadt bleibt. Welche Tiere ein der Stadt leben und welche Vorteile sie davon haben, erfährst du hier.

Clevere Überlebenskünstler in der Großstadt

Amselnest im Blumentopf. (Foto: Sarah C. / pixelio.de)
Amselnest mit Jungvögeln
Besonders clever: Die Elster. (Foto: Bagal / pixelio.de)
Elster auf Ausguck.
Überwintert gern auf Dachböden: Der Waschbär. (Foto: Carsten Volkwein cc-by-sa 3.0)
Waschbär auf Hausdach

Städte sind laut und voller Beton. Wo soll hier ein Wildtier leben?

Man muss schon ein bisschen suchen, um die tierischen Städter aufzuspüren. Sie haben sich zum Teil so gute Nischen gesucht, dass sie mit den Menschen zusammenleben, ohne bemerkt zu werden. Denn ihre Anpassungsfähigkeit ist erstaunlich.

Vogelforscher haben herausgefunden, dass die Amseln in der Stadt anders singen als diejenigen auf dem Land. Mit ihren Balzgesängen müssen die Männchen nämlich den Stadtlärm übertönen. Also haben die Stadtamseln alle leisen und tiefen Töne aus ihrem Gesang gestrichen und singen nun viel heller und lauter als ihre ländlichen Artgenossen. So finden sie trotz Verkehrslärm das passende Weibchen.

Krähen und Elstern sind besonders intelligent. Kein Wunder, dass sie im Stadtleben gut klar kommen. Manche Elstern zum Beispiel hocken am Straßenrand und warten drauf, dass ein Tier von einem Auto überfahren wird. Dann hüpfen sie auf die Straße und holen sich den Leckerbissen. Krähen nutzen Autoreifen als Nussknacker. Wenn sie eine Nuss nicht knacken können, lassen sie sie im Flug auf die Straße fallen. Sobald die Nuss überfahren wurde, braucht die Krähe den Inhalt bloß noch aufzusammeln.

Manche Fledermäuse haben sich darauf spezialisiert, an Straßenlaternen auf Insektenjagd zu gehen. Sie haben gelernt, dass Insekten vom Licht angelockt werden.

Waschbären suchen sich gerne Dachböden zum Überwintern aus. Tierforscher haben herausgefunden, dass die cleveren Kerlchen sogar Dachpfannen anheben, um in die Häuser zu gelangen.

Warum zieht es Wildtiere in die Stadt?

Unbeliebte Stadtbewohner: Wildschweine. (Foto: Ich und Du / pixelio.de)
Wildschwein Portrait

So merkwürdig es klingt - in der Stadt ist das Leben für manche Tiere einfacher. Sie finden zu jeder Jahreszeit genug Futter und Unterschlupf und müssen keine Feinde fürchten. Allerdings sind nur wenige Tierarten in der Lage, sich an das Stadtleben anzupassen. Für viele Arten ist die Stadt lebensfeindlich, weil sie von Natur aus scheu sind oder ganz bestimmte Ansprüche an ihren Lebensraum haben.

Doch die Anpassung der Tiere an das Stadtleben funktioniert nicht immer reibungslos, denn manche von ihnen können dabei auch erheblichen Schaden anrichten - so wie Wildschweine in gepflegten Vorgärten. In manchen Städten haben sich die Wildschweine stark vermehrt, weil sie in den gut zugänglichen Gärten am Stadtrand immer genug Nahrung finden. Für die Gartenbesitzer dagegen ist das wenig erfreulich.

Tierforscher versuchen nun, mehr über die Wildschweine in der Stadt herauszufinden, damit das Zusammenleben von Mensch und Wildschwein auf Dauer besser funktioniert. Manche Stadtverwaltungen geben ihren Bürgern im Internet Hinweise, wie sie sich im Umgang mit den Wildschweinen verhalten sollen. Wenn ein Wildschwein im Garten gewühlt hat, gibt's dafür nämlich keine Entschädigung von der Stadt. Städte kann man schließlich nicht komplett einzäunen - Gärten aber schon.

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Für Schlaufüchse:

Steinmarder (Foto: cc-by-sa, Maik aus dem Bayerwald @wikipedia.de)
Steinmarder

Wenn der Marder rot sieht

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