Bundesamt für Naturschutz BfN

Hauptbereichsmenü



Lexikon

Natur in der Stadt


(Foto: annanahabet / fotolia)
Mädchen gießt Balkonpflanzen

In der Stadt gibt es erstaunlich viele verschiedene Tier- und Pflanzenarten. Und es sollen noch viel mehr werden. Das will die Bundesregierung mit ihrem Programm "Grün in der Stadt" erreichen. Denn: Natur in der Stadt ist gut für die Artenvielfalt, aber auch für uns Menschen.

Kein Platz für Wildtiere?

In vielen Städten gibt es Füchse. (Foto: Bertie Gregory / mauritius images)
Fuchs auf Wiese in der Stadt

Die Großstadt ist kein Platz für Wildtiere? Denkste! Viele Tiere besiedeln unsere Städte - und das mit Erfolg. Amseln brüten in Blumenkästen, Turmfalken nisten an der Hochhausfassade und Fledermäuse jagen an Straßen mit alten  Bäumen und an Straßenlaternen. Manche Tiere haben sich im Laufe der Zeit so gut an das Stadtleben angepasst, dass auch ihr Nachwuchs in der Stadt bleibt. Denn: Die Tiere haben Vorteile vom Stadtleben.

Clevere Überlebenskünstler in der Großstadt

Amselnest im Blumentopf. (Foto: Sarah C. / pixelio.de)
Amselnest mit Jungvögeln
Der Fuchs hat in der Mülltonne noch etwas Fressbares gefunden. Aber Füchse jagen in der Stadt auch nach Mäusen und Ratten. (Foto: Graham Racher / mauritius images)
Fuchs leert Mülltonne auf Bürgersteig
Diese clevere Krähe hat eine Pommes erwischet. (Foto: Arterra picture library / mauritius images)
Krähe mit Mc Donalds-Tüte
Diesen Nistplatz macht der Taube niemand streitig. (Foto: traumwelt / fotolia.de)
Taube nistet in Leuchtbuchstaben
(Foto: Robert Henno, mauritius images)
Wildschwein am Stadtrand

Man muss schon ein bisschen suchen, um die tierischen Städter aufzuspüren. Sie haben sich zum Teil so gute Nischen gesucht, dass sie mit den Menschen zusammenleben, ohne bemerkt zu werden. Denn ihre Anpassungsfähigkeit ist erstaunlich.

Amseln singen lauter

Vogelforscher haben herausgefunden, dass die Amseln in der Stadt anders singen als diejenigen auf dem Land. Mit ihren Balzgesängen müssen die Männchen nämlich den Stadtlärm übertönen. Also haben die Stadtamseln alle leisen und tiefen Töne aus ihrem Gesang gestrichen und singen nun viel heller und lauter als ihre ländlichen Artgenossen. So finden sie trotz Verkehrslärm das passende Weibchen.

Krähen und Elstern

Krähen und Elstern gelten als intelligent und gelehrig. Kein Wunder, dass sie im Stadtleben gut klar kommen. Manche Elstern zum Beispiel hocken am Straßenrand und warten drauf, dass ein Tier von einem Auto überfahren wird. Dann hüpfen sie auf die Straße und holen sich den Leckerbissen. Krähen nutzen Autoreifen als Nussknacker. Wenn sie eine Nuss nicht knacken können, lassen sie sie im Flug auf die Straße fallen. Sobald die Nuss überfahren wurde, braucht die Krähe den Inhalt bloß noch aufzusammeln.

Füchse und Wildschweine

Auch Füchse und Wildschweine sind Kulturfolger. Sie sind nicht besonders scheu und kommen häufig in die Nähe menschlicher Siedlungen. Füchse machen in der Stadt auch Jagd auf Mäuse und Ratten. Und die gibt es in unseren Städten in großer Zahl. Wildschweine lieben frisch bepflanzte Beete. Am Stadtrand oder in der Nähe großer Grünanlagen stürmen sie deshalb auch manchmal die Vorgärten. Klar, dass das auch Ärger gibt. Deshalb: Diese Tiere niemals füttern und immer alle Mülltonnen gut verschließen!

Warum zieht es Wildtiere in die Stadt?

(Foto: gemeinfrei)
Frischlinge

So merkwürdig es klingt - in der Stadt ist das Leben für manche Tiere einfacher. Sie finden zu jeder Jahreszeit genug Futter und Unterschlupf und müssen keine Feinde fürchten. Allerdings sind nicht alle Tierarten in der Lage, sich an das Stadtleben anzupassen. Für viele Arten ist die Stadt jedoch kein geeigneter Lebensraum, weil sie von Natur aus scheu sind oder ihre Beutetiere dort nicht vorkommen.

Mehr Natur in die Städte!

Ganz einfach, aber wirksam: Bewachsene Hauswände bieten verschiedenen Tierarten Unterschlupf. (Foto: gemeinfrei)
Fassadengrün an Altbau in Berlin
Am Straßenrand können sogar Orchideen wachsen. (Foto: Ashley Cooper / maritius images)
Orchideen am Straßenrand

Je grüner eine Stadt ist, desto wohler fühlen auch wir Menschen uns darin. Pflanzen in der Stadt spenden Schatten, verbessern die Luft und bieten Platz zum Spielen. In einer großen Umfrage in Deutschland haben Forscher herausgefunden, dass sich fast alle Menschen in der Natur glücklich fühlen. Damit meinen sie aber nicht nur gemähte Rasen oder ordentliche Felder, sondern auch wilde Flüsse und ursprüngliche Wälder. Viele Menschen möchten, dass um sie herum mehr Natur ist und die Natur wilder wird. Auch die Menschen, die in der Stadt wohnen.

Grün in der Stadt

Unter dem Motto "Grün in der Stadt" sollen nun auch die Städte mehr Natur bekommen - mehr Bäume, mehr Grünflächen, aber auch mehr Häuser mit bepflanzten Wänden oder Dächern. Anstatt leer stehende Flächen wieder zu bebauen, sollen die Städte dort Natur zulassen. So kann mitten in der Stadt sogar eine kleine Wildnis entstehen. Und das ist gut für die Menschen und für Tiere und Pflanzen. Einige Städte in Deutschland haben das schon ausprobiert und einige Flächen einfach verwildern lassen. Sie haben festgestellt: Dort leben nach kurzer Zeit sogar mehr verschiedene Vogelarten als auf dem Land!

zurück

Weiterlesen...

(Foto: gemeinfrei)
Eichhörnchen am Blumenkasten

Diese Tiere fühlen sich auch in der Stadt wohl:

Zum Rotfuchs.

Zu den Kaninchen.

Zu den Falken.

Zum Wildschwein.