Bundesamt für Naturschutz BfN

Hauptbereichsmenü



Lexikon

Serengeti


Karte (cc-by-sa Bamse@wikipedia.de)
Ausschnitt aus einer Afrikakarte, in dem das Gebiet der Serengeti markiert wurde

Die Serengeti ist eine riesige Savannenlandschaft in Afrika, die auch den Serengeti-Nationalpark einschließt. Sie erstreckt sich im Osten Afrikas, südlich des Äquators in Tansania. Der Name „Serengeti“ stammt aus der Sprache eines Ureinwohnerstammes, den Massai. Er bedeutet so viel wie: „ das endlose Land“. Sie ist nämlich fast so groß wie Nordrhein-Westfalen, ungefähr 30.000 km², wobei 14.763 km², also fast die Hälfte der Fläche, Nationalparkgebiet sind. Diese Fläche entspricht in etwa der Größe von Schleswig-Holstein.

Die Serengeti beherbergt eine Vielfalt an Tier- und Pflanzenarten. Die Landschaft der Serengeti wechselt zwischen Grasland, Akaziensavannen und hügeligen, licht bewaldeten Flächen. Der Südosten ist stark vulkanisch geprägt. Die höchsten Berge der Serengeti reichen bis zu 1850 m in den Himmel, im Durchschnitt liegt die Savanne rund 1000 m über dem Meeresspiegel. Im Zentrum ist die Serengeti von Savanne geprägt, im Süden befinden sich weite Kurzgrasebenen. Richtung Norden geht die Savanne in Langgrasland über, die Flüsse sind von Baumbeständen gesäumt und im hügeligen Westen befinden sich Wälder und schwarze Lehmpfannen. Dort grenzt sie auch an den Victoria-See.

Das Klima ist sehr unterschiedlich. In den zentralen Ebenen ist es tagsüber heiß und trocken, nachts jedoch sehr kühl. Die Trockenzeit von Mai bis März wird durch die ersehnte Regenzeit von März bis Mai abgelöst, die für neues Pflanzenwachstum sorgt.

Das Leben in der Serengeti

Savanne (Foto: cc-by-sa yoky@wikipedia.de)
Savannenlandschaft mit Affenbrotbäumen
Gazelle&Leopard (Foto: cc-by Gary@wikipedia.de)
Im Vordergrund steht eine Gazelle und im Hintergrund ist ein Gepard zu sehen
Junge Massai (Foto: cc-by-sa Hajotthu@wikipedia.de)
Zwei Junge Massai in langen Gewändern

Es ist nicht einfach in der Serengeti zu überleben. Die Trockenheit und die Hitze führen dazu, dass nur wenige Pflanzen wachsen und vor allem gibt es durch die geringe Niederschlags- menge in der Trockenzeit nur vereinzelt Wasserstellen oder Flussbetten, die noch Wasser führen.

Das Wasser nämlich ist es, dass das Leben der Tiere in der Serengeti bestimmt. Viele Tiere durchstreifen auf ihren Wanderungen so die komplette Serengeti von Norden nach Süden und zurück. Gnus, Zebras, Antilopen und auch Elefanten legen endlos lange Strecken zurück auf der Suche nach frischem Weideland und Wasserstellen. Sobald das Weideland abgegrast ist und die Wasserstellen vertrocknet sind, ziehen die Herden weiter auf ihrer Suche nach Nahrung und Wasser. Mit den riesigen Herden der Grasfresser, wandern auch die Raubtiere mit. Sie folgen den großen Herden um ihren Nahrungsbedarf zu decken.

Vor allem für die Jungtiere und die älteren und schwächeren Tiere sind die langen Wanderungen oft sehr anstrengend und beschwerlich. Der Nahrungsmangel und die Wasserknappheit schwächt die Tiere zusätzlich, so dass sie leicht zur Beute ihrer Fressfeinde werden.

Für die Herden gilt es, viele Hindernisse auf ihrer beschwerlichen Reise zu bewältigen. So müssen sie an manchen Stellen Flüsse überqueren, in denen etliche Krokodile lauern. Die Echsen lauern aber nicht nur versteckt im Wasser der Flüsse, sondern auch in Wasserlöchern und Tümpeln. Deshalb müssen die Tiere ständig auf der Hut sein, wenn sie ihren Durst stillen wollen. Manchmal sind die Tiere auch so verschreckt, dass sie, immer noch durstig, weiterziehen.

Nicht alle Tiere begeben sich auf eine Wanderung, es gibt auch Tiere, die permanent in einem bestimmten Gebiet bleiben, zum Beispiel Topiantilopen, Impalas, Büffel, Giraffen und Warzenschweine.

Gnus (Foto: cc-by Gary@wikipedia.de)
Gnuherde
Elefanten (Foto: cc-by-sa Thomas Schoch@wikipedia.de)
Eine Elefantenfamilie an einem Wasserloch
Kaffernbüffel (Foto: GNU-Liz. 1.2 Ikiwaner@wikipedia.de)
Zwei Kaffernbüffel

Nahrung im Überfluss für eine kurze Dauer

Doch warum nehmen so viele Tiere eine derart strapaziöse Wanderung auf sich?

Sobald die Regenzeit einsetzt, steht den Herden auf ihren Weideflächen Nahrung in Hülle und Fülle zur Verfügung. Die Tiere können sich dann von den Strapazen ihrer langen Reise erholen, jedoch dauert dieser paradiesische Zustand nicht lange an. In dieser Zeit bringen die Muttertiere auch ihre Jungen zur Welt. Für die säugenden Muttertiere ist das eiweißreiche Futter besonders wichtig. Das reichhaltige Nahrungsangebot ermöglicht dem  Nachwuchs bessere Überlebenschancen, als wenn sie dauerhaft in einem Gebiet bleiben würden.

Mit dem Ende der Regenzeit wird auch das Nahrungsangebot wieder knapper. Das läutet langsam auch den neuen Anfang der Reise ein. Die ganzen Strapazen fangen dann wieder von Neuem an. Die Neugeborenen müssen dann die Reise genauso mitmachen, wie die stärkeren und erwachsenen Tiere. Nur ein Bruchteil der Jungtiere überlebt und fällt nicht Raubtieren oder der Entkräftung zum Opfer. Auch stellt die Wanderung in sofern ein Risiko dar, als dass der Nationalpark, in dem die Tiere geschützt sind, nicht den kompletten Weg ihrer Wanderung abdeckt. Oft führt ihr Weg durch Gebiete, in denen die Tiere geschossen werden dürfen, was für einige Tiere den Tod bedeutet.

Steppenbrände als Erneuerer

Akazien (Foto: cc-by-sy Charles J. Sharp@wikipedia.de)
Ausschnitt der Serengeti mit Akazienbäumen und einem Schotterweg

Die großflächigen Steppenbrände der Serengeti bedeuten für einige Tiere oft den Tod. Vor allem viele Insekten und langsame Tierarten können nicht mehr rechtzeitig vor den schnellen Lauffeuern flüchten. Für die Weidetiere hingegen haben die Steppenbrände aber auch Vorteile. Die meisten Gräser überleben diese Brände und nur die vertrockneten Halme verbrennen durch das Feuer. Die Wurzeln überleben es und bilden neue Halme. Die Asche wirkt wie ein Dünger und nährt den Boden, so dass neues Gras entstehen kann. Die Steppenbrände entstehen natürlich, manche sind jedoch auch von Menschenhand gelegt.

Was bedeutet "Serengeti" in der Sprache der Massai?
A oder B oder C - nur eine Antwort ist richtig.
A Das flache Land
B Die große Ebene
C Das endlose Land

zurück

Für Schlaufüchse:

Tarangire Nationalpark (Foto: gemeinfrei ProfessorX@wikipedia.de)
Ein Luftbild des Tarangire Nationalparks

Was ist eine Savanne?

Eine Savanne ist eine Landfläche, die überwiegend mit Gras bewachsen ist. Auch Büsche und Bäume kommen vereinzelt in ihr vor. Das Klima ist meist sehr warm und trocken. Die Vegetationszonen der Savannen liegen zwischen Wüsten und tropischem Regenwald. Die Savannen bilden mit ihren Graslandschaften die Nahrungsgrundlage für die wandernden Herden.

Schlaue Krokodile

Nilkrokodil (Foto: cc-by-sa Haplochromis@wikipedia.de)
Nilkrkodil in einem Tümpel

Krokodile verharren auch in der Trockenzeit in ihren Schlammlöchern oder den fast ausgetrockneten Flussbetten. In dieser Zeit müssen sie ohne Nahrung auskommen. Wie machen sie das?

Krokodile besitzen einen entscheidenden Vorteil: sie sind wechselwarm. Sie müssen nur so viel Nahrung zu sich nehmen, wie sie auch verbrauchen. Wenn die großen Herden vor Beginn der Trockenzeit vorbeiziehen, fressen sich die Krokodile ein letztes Mal satt, bevor sie die Trockenzeit reglos ausharren.