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Lexikon

Haustiere - domestizierte Wildtiere

Als der Mensch sich die Tiere zu nutze machte

Einst streiften unsere heutigen Haustiere durch Wiesen und Wälder, mussten selbst für ihr Futter sorgen und waren nicht an den Menschen gewöhnt und gebunden. Heute sind sie zu einem großen Teil vom Menschen abhängig und würden in der Wildnis kaum, bis gar nicht zurechtkommen. Die Tatsache, dass man ein wildes Tier fängt und es über Generationen hinweg zähmt und gezielte Paarungen provoziert, nennt man Domestizierung.

So werden wilde und teils auch scheue Tiere an den Menschen gewöhnt und im Laufe von Generationen für seine Zwecke und Ziele angepasst.

Braunvieh Kuh (Foto: cc-by-sa Ikiwaner@wikipedia.de)
Braunvieh Kuh liegt auf einer Wiese
Border Collie (Foto: cc-by-sa C. MacMillan@wikipedia.de)
Schafe hütender Border Collie
Haushuhn (Foto: cc-by-sa Fir0002@wikipedia.de)
Ein Haushuhn mit seinen Küken

Warum wurden Wildtiere domestiziert?

Die Arbeit war für den Menschen früher sehr beschwerlich. Er musste sich selbst versorgen und hatte keinerlei Maschinen und nur wenige Werkzeuge zur Hand. Also kam er auf die Idee die Eigenschaften von Tieren zu nutzen und sein Überleben somit einfacher zu gestalten. Viele Dinge konnte der Mensch nur sehr schwer erreichen, zum Beispiel das Pflügen eines Feldes. Die Felder waren ohne die Arbeitskraft von Pferden oder Ochsen viel kleiner und man konnte nicht so tief pflügen, da die Kraft dazu fehlt. Dieses Beispiel kann man auch zur Veranschaulichung nutzen, um zu zeigen wie Tiere nicht nur domestiziert wurden, sondern auch gezielt gezüchtet wurden. Um zum Beispiel ein Feld zu pflügen benötigt man schwere, starke und gedrungene Pferde, um die Ernte mit großen Wägen einzuholen benötigt man große und starke Pferde. Zum Reiten braucht es schlanke und schnelle Pferde. So ging man hin und versuchte, dass sich nur die Pferde miteinander paaren, welche die benötigten Eigenschaften am deutlichsten aufwiesen. Diesen Vorgang nennt Zucht. Dies geschah und geschieht aber nicht nur mit Pferden, sondern mit nahezu allen anderen Nutz-, Labor- und Haustieren.

Welche „Berufe“ üben oder übten die Tiere aus?

Westliche Honigbiene (Foto: Andreas Trepte, www.photo-natur.de)
Eine westliche Honigbiene bei der Pollenaufnahme
Indischer Arbeitselefant (Foto: gemeinfrei)
Ein indischer Arbeitselefant bei der Arbeit mit seinem Mahout
Hausesel (Foto: cc-by-sa Yelkrokoyade@wikipedia.de)
Ein Hausesel mit seinem Besitzer und Gepäck auf dem Rücken

Früher lag das Hauptaugenmerk auf der Arbeit und dem tatsächlichen Nutzen, den diese Tiere hatten. Es gab Kutschpferde, Milchkühe, Grubenpferde, Ackergäule, Hütehunde und viele andere tierische „Berufe“. Katzen wurden eigentlich nur aus dem Grund gehalten, weil sie die Mäuse aus den Kornspeichern und den Vorratskammern fernhielten. Schweine dienten zur Fleischproduktion und als Speiseabfälle-Verwerter. Hunde dienten als Hütehunde, Jagdhunde, Wachhunde oder als Zugtiere.

Mit der Zeit und der industriellen Revolution änderte sich dieses Bild. Mehr und mehr Maschinen hielten Einzug in unser alltägliches Leben. So wird heutzutage das Feld mit dem Traktor gepflügt, Grundstücke werden durch Kameras überwacht und sind mit Alarmanlagen gesichert. Getreidespeicher bestückt man mit Mausefallen und Rattengift und Waren werden mit dem LKW transportiert. Auch reitet man heute nicht mehr mit einem Pferd, sondern fährt mit etlichen Pferdestärken unter der Haube mit einem Auto.

Die Tiere werden heute hier bei uns nur noch selten als Arbeits- oder Nutztiere gehalten. Heutzutage werden sie fast ausschließlich zum Hobby gehalten, sprich als Haustiere. Hunde und Katzen dienen heute also nicht mehr als Nutztiere sondern als Haustiere, welche dem Menschen nicht mehr dienen, sondern gemeinsam mit ihm leben. In anderen Ländern hingegen werden sie immer noch als Nutztiere gebraucht.

Auch für Showzwecke nutzt man wilde Tiere. Im Zirkus zum Beispiel gibt es Elefanten, Löwen und Tiger. Diese kann man zwar zähmen, aber nicht domestizieren. Diese Tiere werden fernab ihrer natürlichen Lebensräume unter nicht artgerechten Lebensumständen gehalten. Auch werden viele Kunststücke durch die Anwendung von Strafen erzwungen, so dass die Tiere ihre Kunststücke nur zeigen, um einer Bestrafung zu entgehen.

Leider gibt es auch eine traurige Seite, für die man Tiere heutzutage benutzt und zwar die Tierversuche. Um die Wirkung von Medikamenten, Kosmetika und medizinischen Versuchen zu testen, benutzt man häufig gezüchtete Mäuse, Ratten, Affen und andere Tiere. Diese werden unter meist lebensunwürdigen Zuständen in kleinsten Käfigen gehalten und fernab ihrer natürlichen Lebensräume.

Sind nun alle Tiere arbeitslos?

Arbeitspferde (Foto: cc-by-sa Stephan Mense@wikipedia.de)
Arbeitspferde mit ihrem Halter beim Transport von Baumstämmen im Wald
Hauskatze (Foto: cc-by-sa Gennaro Visciano@wikipedia.de)
Eine Hauskatze mit einer Maus

Nicht jedes Land hat so stark und in gleichem Maße von der industriellen Revolution profitiert. Es gibt auch noch Länder, in denen die Menschen auf die Tiere angewiesen sind, da sie keine Maschinen besitzen oder sich diese nicht leisten können. In Indien ist es zum Beispiel so, dass es Arbeitselefanten gibt, welche oft unter relativ widrigen Arbeitsbedingungen für ihren Besitzer arbeiten müssen. So müssen diese Tiere oft sehr lange arbeiten und es wird sich nur solange um sie gekümmert, wie sie in der Lage sind, zu arbeiten. Danach werden sie unter Umständen getötet, da sie nur unnötig Geld verschlingen würden, das die armen Mahouts, denn so nennt man die Elefantentrainer, nicht beitzen. Sie tun dies also aus Verzweiflung, da sie das Geld für ihren eigenen Lebensunterhalt benötigen.

Es gibt aber auch immer noch Tiere, die wichtige Aufgaben übernehmen, da der Mensch sie nicht übernehmen kann oder Maschinen dort scheitern. So gibt es Spürhunde, die vermisste Personen oder Drogen auffinden. Auch Hütehunde werden immer noch benötigt, um in bergigen Regionen die Schafe zu hüten.

Kann man Löwen und Tiger domestizieren?
A oder B oder C - nur eine Antwort ist richtig.
A Ja, kann man.
B Ja, aber es ist schwierig.
C Nein, man kann sie zähmen, aber nicht domestizieren.

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Spürnasen im Dienst

Artenschutzhund Amy (Foto: Sascha Ziehe)
Artenschutzhund Amy

Wenn Amy im Dienst ist, haben Schmuggler schlechte Karten. Die fünfjährige Schäferhündin kontrolliert am Frankfurter Flughafen jeden Tag Hunderte von Koffern auf verdächtige Ladung.

Zum Interview mit Artenschutzhund Amy

Für Schlaufüchse:

Die Honigbiene

Die Honigbiene wird schon seit langen Zeiten als Honig- produzent genutzt, jedoch ist sie erst seit kurzem als Nutztier offiziell in Deutschland anerkannt.

Die Biene ist für die Bestäubung von rund 80% der heimischen Pflanzen verantwortlich und trägt somit zu deren Vermehrung und dem Früchteertrag bei. Ohne die Bienen gäbe es viele Pflanzen und vor allem auch viele Früchte nicht, die uns Menschen gut schmecken und die wir gerne essen. Eine Biene lebt meist nur circa 4 Wochen lang, ehe sie stirbt. In diesen 4 Wochen besucht die Biene rund 7500 Blüten und verbreitet so den Pollen der Pflanzen.