Bundesamt für Naturschutz BfN

Hauptbereichsmenü



Lexikon

Urwälder der Erde - Tropischer Regenwald

Urwälder der Erde, Teil 3: Tropischer Regenwald

Tropischer Regenwald. Foto: (cc-by-sa Christian Ziegler / wikipedia.de)
Baumkronen des Regenwaldes aus der Luft.
Webervogel aus Madagaskar. Foto: Tokamuwi / pixelio.de.
Rot-schwarzer Vogel auf einem Ast.
Ein Ara im Regenwald. Foto: (cc-by-sa Luc Viatour@wikipedia.de)
Ara fliegt vor Regenwaldkulisse.
Frosch. Foto: Dieter Haugk / pixelio.de.
Blauer Frosch auf Ast.
Brandrodung im Regenwald. (cc-by-sa Dirk v.d. Made@wikipedia.de)
Brandrodung und gerodete Hügel.

Tropische Regenwälder gibt es rund um den Äquator auf allen Erdteilen. Der größte von ihnen ist der Amazonas-Regenwald in Brasilien. Hier gibt es Gebiete, in denen noch nie ein Mensch gewesen ist.

Das Klima im Regenwald

Der Tropische Regenwald ist immergrün. Das ganze Jahr über herrscht hier ein warmes, feuchtes Klima, so dass die Pflanzen ständig wachsen können. Jahreszeiten gibt es am Äquator nicht. Tagsüber herrscht eine Temperatur zwischen 24 und 31 Grad, nachts wird es mit 5 bis 10 Grad ziemlich kühl. Man spricht deshalb von einem "Tageszeitenklima". Aufgrund der aufsteigenden Warmluft und der Verdunstung bilden sich über Regenwäldern im Laufe des Tages Schauer und Gewitter, die am Nachmittag oder Abend wieder abregnen und von neuem für Verdunstung sorgen.

Artenvielfalt im Regenwald

Im Tropischen Regenwald herrscht die größte Artenvielfalt überhaupt. Die meisten Tiere leben allerdings nicht am Boden des Waldes, sondern in den Bäumen. Viele dieser Tiere sind extrem spezialisiert und leben von einer einzigen Pflanzenart. Auch Pflanzen gibt es hier, die sich auf eine ganz bestimmte Lebensweise spezialisiert haben: Auf das Leben im Baum. Sogenannte Aufsitzerpflanzen ("Epiphyten") wachsen in Astgabeln und bilden Luftwurzeln aus, mit denen sie Regenwasser aufnehmen können.

Mehr zum Thema "Epiphyten" 

Regenwald in Gefahr

Jedes Jahr wird Regenwald in großen Mengen zerstört - durch Brandrodung oder Abholzung. Oft entstehen dort, wo vorher Hunderte verschiedener Pflanzenarten wuchsen, Viehweiden oder Plantagen, zum Beispiel für Soja oder Palmöl. Da der Boden im Regenwald aber recht nährstoffarm ist, laugen die Böden schnell aus und bringen nach wenigen Jahren keine Ernte mehr ein. Das nächste Stück Regenwald muss gerodet werden. So entsteht ein fataler Kreislauf.

Auch für die Holzindustrie werden große Mengen Regenwald abgeholzt. Dabei ist nicht jedes Holz gleichwertig: Nur ganz bestimmte Arten - wie zum Beispiel Mahagoni und Teak - werden zu Häusern, Möbeln oder Terrassenfliesen verarbeitet. Der Rest wird zu Papier.

Der Wert des Regenwaldes

Überall auf der Welt ist den Menschen klar, dass der Regenwald zu schützen ist. Nicht nur, weil er unzählige Tier- und Pflanzenarten beherbergt, die mit ihm aussterben würden, sondern auch weil er wichtige Schutzfunktionen erfüllt: Der tropische Regenwald ist einer der größten Süßwasserspeicher und wichtigsten Sauerstoff-Quellen der Erde. Für uns Menschen birgt er sogar noch weitere Schätze: Viele Pflanzen des Regenwaldes sind Heilpflanzen. Da jedoch ein großer Teil der Tier- und Pflanzenarten noch vollkommen unbekannt, geschweige denn erforscht sind, drohen mit der Zerstörung des Regenwaldes auch unschätzbare Werte verloren zu gehen. 

Schutz für den Regenwald

Vielerorts wird der Regenwald unter Schutz gestellt. Privatpersonen, Verbände und Vereine, aber auch die Regierungen der Länder, setzen sich für den Erhalt des Regenwaldes ein. Dennoch werden immer noch weltweit jedes Jahr Tausende Quadratkilometer zerstört, denn Palmöl und Soja aus den Plantagen werden auch nach Europa verkauft und stellen eine wichtige Einnahmequelle für die Menschen in Südamerika und Indonesien dar. Erst wenn hier Ersatz gefunden ist, kann der Regenwald dauerhaft geschützt werden - zum Beispiel indem der tatsächliche Wert des Regenwaldes für das Weltklima und die Artenvielfalt in Geld beziffert und von den Nutzern tatsächlich bezahlt wird.

Es ist also noch viel zu tun, um die Tropischen Regenwälder weltweit dauerhaft zu erhalten.

Wodurch ist der Regenwald in Gefahr?
A oder B oder C - nur eine Antwort ist richtig.
A Durch Schädlingsbefall
B Durch lange Trockenheit
C Durch Abholzung und Brandrodung

zurück

Internationales Jahr der Wälder 2011

Die Vereinten Nationen - also der Zusammenschluss aller Länder der Erde - haben das Jahr 2011 zum internationalen Jahr der Wälder erklärt. Es steht unter dem Motto "Wälder für Menschen". Die Leute überall auf der Welt sollen in diesem Jahr mehr darüber erfahren, wie wichtig der Wald für uns ist. So will man erreichen, dass wir Menschen unsere Wälder besser schützen.

Nationalparke in Deutschland

Orchidee. Foto Carsten Niehaus.
Orchidee, Nahaufnahme.

In Nationalparken werden besonders erhaltenswerte Landschaften unter Schutz gestellt. Die deutschen Nationalparke haben wir euch in einigen Wochenwettbewerden im letzten Jahr vorgestellt. Wenn du dir die Inforamtionen noch einmal ansehen willst, klicke hier:

Nationalparke Harz, Kellerwald-Edersee, Eifel.

Nationalparke Vorpommersche Boddenlandschaft, Jasmund, Hainich.

Nationalparke Sächsische Schweiz, Müritz, Unteres Odertal.

Nationalparke Berchtesgaden, Bayerischer Wald.