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Lexikon

Naturnahe Waldwirtschaft


Naturnaher Wald kann sehr schön sein! (Foto: gemeinfrei)
Kleinkind im Wald mit vielen blauen Blumen.
Kahlschlag im Wald. Foto: Harry Hautumm / pixelio.de
Kahlschlag im Wald.
Monokultur Fichtenwald. Foto: Rike / pixelio.de
Stämme eines Fichtenwaldes.
Buchenwald. Foto: Torsten Rempt / pixelio.de
Buchen im Gegenlicht
Uralte Buchen in einem Wald. (Foto: gemeinfrei)
Uralter Buchenstamm
Sterbende Bäume bieten Lebensraum für viele Tierarten. (Foto: gemeinfrei)
Baumstamm mit Spechthöhlen.

In Deutschland gibt es nur noch kleinste Reste von Urwald. Die meisten Wälder dagegen werden seit Jahrhunderten bewirtschaftet. Doch wie funktioniert Waldwirtschaft überhaupt?

Monokultur oder naturnaher Mischwald?

Waldwirtschaft soll naturnah sein, denn nur dann erhält und fördert sie den Artenreichtum der Wälder. Häufig ist Waldwirtschaft aber nicht naturnah. Viele Wälder bestehen nur aus Nadelbäumen, die in Reih und Glied gepflanzt sind. Solche Wälder nennt man "Monokultur". Das bedeutet, dass hier nur eine einzige Baumart  wächst. Nadelbäume haben für den Waldbesitzer große Vorteile: Sie wachsen schnell und können gut verkauft werden. Auf natürliche Weise aber würde in Deutschland meistens Mischwad mit einem hohen Anteil von Buchen wachsen.

Mischwälder sind robuster und langlebiger als Nadelwälder, denn in ihnen können sich Schädlinge nicht so rasch verbreiten und sie sind nicht so sturmanfällig wie reine Nadelwälder. Außerdem leben dort viel mehr verschiedene Tier- und Pflanzenarten. Aber Laubbäume brauchen eben auch viel mehr Zeit zum Wachsen als ein Nadelbaum. Für den Waldbesitzer bedeutet das, dass er länger warten muss, bevor er die Bäume aus seinem Wald fällen und verkaufen kann.

Was ist naturnahe Waldwirtschaft?

Bei der naturnahen Waldwirtschaft dagegen versucht der Förster, den Wald möglichst so wachsen zu lassen, wie er auch unter natürlichen Bedingungen wachsen würde. Natürlich werden auch die Bäume in naturnahen Wäldern geerntet, denn der Waldbesitzer will mit seinem Wald ja Geld verdienen. Und wir möchten das Holz nutzen - zum Hausbau, für Möbel und Spielzeug. Aber Säen und Ernten geschehen anders als in reinen Monokulturen.

Um einen Wald naturnah zu gestalten, hat der Förster zwei Möglichkeiten: Entweder lässt er alle Bäume wachsen, die von selbst keimen. Dann muss er nur darauf achten, dass die Keimlinge ungestört groß werden können. Oder  er entscheidet, welche heimischen Bäume gepflanzt werden sollen und pflanzt Setzlinge. Dabei achtet er auf eine günstige Mischung der Baumarten.

Wenn die Bäume älter werden, entscheidet er, welche gefällt werden sollen. Dabei werden gezielt die erntereifen Bäume aus dem Wald geschlagen, während der Rest weiterwächst. Charakterischtisch für nachhaltigen Wald ist es, wenn junge und alte Bäume beieinander stehen. Einige Bäume werden auch so lange stehen gelassen bis sie von selbst sterben. So sind sie wieder Nährboden für neue, junge Pflänzchen und Lebensraum für Pilze, Käfer und Kleinstlebewesen.

Warum soll Waldwirtschaft naturnah sein?
A oder B oder C - nur eine Antwort ist richtig.
A Weil naturnahe Wälder artenreicher sind.
B Weil naturnahe Wälder schöner aussehen.
C Weil die Bäume schneller verkauft werden können.

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Buchenwälder sind Weltnaturerbe

Stämme alter Buchen. Foto: Lebrac.

Die UNESCO hat die deutschen Buchenwälder zum Weltnaturerbe erklärt. Mehr darüber 

erfährst du hier.