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Lexikon

Wälder und Wasser: Mangroven


Überlebenskünstler unter den Wäldern: Mangroven

Mehr als zwei Drittel der Erde ist von Wasser bedeckt. Davon jedoch ist nur ein Bruchteil Trinkwasser. Wenn die gesamte Wassermenge der Erde in eine Badewanne passen würde, dann entspräche die Menge des Süßwassers einem halben Eimer. Davon wiederum wäre das meiste Wasser gefroren, denn der allergrößte Teil des Süßwassers ist an den Polen und in den Gletschern der Erde gebunden. Nur ein einziges winziges Gläschen Wasser würde übrig bleiben, um Menschen, Tiere und Pflanzen zu tränken.

Den Mangroven jedoch ist das egal. Sie haben nämlich einen Trick kultiviert, der ihr Überleben sichert: Mangrovenbäume können Salzwasser aufnehmen und zu Süßwasser umwandeln!

Doch was sind überhaupt Mangroven?

Mangroven sind Überlebenskünstler. (Foto: Miroslaw / pixelio)

Mangroven sind Bäume und Sträucher, die am Meer und im brackigen Mündungsbereich von Flüssen wachsen. Sie kommen in tropischen und subtropischen Küstenlandschaften vor, sind die Kinderstube unzähliger Fische und bieten Muscheln und Krustentieren Lebensraum. Außerdem sind Mangrovenwälder ein wichtiger Schutz der Küstenregionen vor Tsunamis und Sturmfluten, denn sie können die Wucht der Wellen abfangen.

Wie machen Mangroven aus Salzwasser Süßwasser?

Das funktioniert so: In den Pflanzenzellen der Mangroven herrscht eine noch höhere Salzkonzentration als im Meerwasser. Durch ein Filtersystem lassen die Zellen das Wasser aus dem Meer durch, das Salz bleibt hängen. Außerdem können Mangroven Blätter, die sich zu sehr mit Salz angereichert haben, einfach abwerfen. Auch mit Hilfe von Salzdrüsen und Salzhaaren wird überschüssiges Salz ausgeschieden.

Mangroven in Gefahr

(Foto: Katharina Catjana / pixelio)

Trotz ihrer wichtigen Schutzfunktion für die Küstenregionen und ihrer enormen Bedeutung für die Entwicklung unzähliger Meerestiere werden Mangrovenwälder großflächig zerstört. Sie werden gefällt, um Reisplantagen oder Bauland für neue Hotels Platz zu machen. Den größten Schaden richten aber Firmen an, die Mangroven zerstören, um an ihrer Stelle im Küstenwasser  Shrimpsfarmen einzurichten. Über acht Millionen Tonnen Shrimps wurden in Asien bis zum Jahr 2000 produziert - auf Kosten intakter Mangrovenwälder.

Deshalb steht der Schutz der Mangrovenwälder auf der Liste internationaler Naturschutz-Organisationen ganz oben. Lest dazu auch den Kasten rechts, in dem es um ein Projekt in Indien geht, das vom BfN unterstützt wird.

Ein Film über Feuchtgebiete in aller Welt

Im unten stehenden Film wird gezeigt, welche verschiedenen Arten von Feuchtgebieten es gibt und wie man sie unterscheidet. Feuchtgebiete haben viele verschiedene Ökosystem-Funktionen, die das Klima, den Wasserhaushalt und -kreislauf beeinflussen. Weiterhin schützen Feuchtgebiete vor Überflutungen und speichern CO2. Sie dienen vielen Tier- und Pflanzenarten als Lebensraum. Der Film zeigt auch, wodurch die Feuchtgebiete weltweit bedroht sind und erklärt, wie Ramsar den Menschen länderübergreifend hilft zusammenzuarbeiten. Ramsar setzt sich weltweit für eine nachhaltige Nutzung der lebenswichtigen Ressource Wasser und den Erhalt der Feuchtgebiete ein.

Zum Film!

 

Wo unterstützt das BfN ein Projekt zum Schutz der Mangroven?
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C Indien

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Schutzkonzept für Mangroven in Indien

Am Pulicat-See, einer salzwasserhaltigen Lagune in Südindien, unterstützt das Bundesamt für Naturschutz die Wiederaufforstung von Mangrovenwäldern. An der Lagune leben rund 30.000 Menschen vom Fischfang. Da die Mangroven für unzählige Fische und andere Meerestiere die Kinderstube bilden, unterstützt die Wiederaufforstung den Erhalt der Arten im Meer. Den Fischern von Pulicat sichern die neu gepflanzten Mangroven langfristig ihr Einkommen. Fast 20.000 Bäume haben die Menschen dort in den letzten Monaten gepflanzt. In zwei Jahren werden die Setzlinge schon über zwei Meter hoch sein.