Bundesamt für Naturschutz BfN

Hauptbereichsmenü



Lexikon

Überall Bucheckern!


Bucheckern. (Foto: Albrecht E. Arnold / pixelio)
Geöffnete reife Bucheckern am Baum, Nahaufnahme.

Die Bucheckern sind los! Egal, ob du in Wald und Feld oder im Stadtpark unterwegs bist - überall dort, wo Buchen stehen, wimmelt es im Herbst von Bucheckern. Was ist da los?

Schlaraffenland im Buchenwald

Buchenwald im Herbst. (Foto: gemeinfrei)
Buchenwald in Herbstfarben.

Alle paar Jahre lassen Buchen besonders viele Bucheckern wachsen. Dann liegen die stacheligen Hüllen mit den eckigen Früchten in Massen unter den Bäumen. Zur Freude der Wildschweine und aller anderen Waldbewohner, denn für die Tiere sind solche Jahre wie ein Urlaub im Schlaraffenland. Sie fressen sich satt an den fetthaltigen, nahrhaften Waldfrüchten. Eichhörnchen und Mäuse legen außerdem umfangreiche Wintervorräte an: Sie verstecken Bucheckern, Eicheln und Kastanien an verschiedenen Stellen, damit sie den Winter über genug zu Fressen haben. Und das ist für die Bäume ein Glück, denn weil das Nahrungsangebot so groß ist, vergessen die Tiere einen Teil ihrer Vorratskammern. Hier keimt dann im nächsten Frühjahr der Baum-Nachwuchs.

Ein Mastjahr im Buchenwald

Buchenkeimling. (Foto: gemeinfrei)
Keimling einer Buche auf Waldboden, Nahaufnahme.

Doch woher kommt die Bucheckern-Schwemme? Die Überproduktion von Bucheckern ist eine Überlebensstrategie der Bäume. In solchen Jahren, die man Mastjahre nennt, liegen mehr Früchte auf dem Waldboden als die Tiere fressen können. Viele Samen bleiben unversehrt und gelangen in den Waldboden.

In der "Samenruhe"

Damit aber nicht alle Samen gleichzeitig auskeimen und sich dadurch gegenseitig Licht und Nährstoffe wegnehmen, verharrt ein Teil der Bucheckern in der "Samenruhe". Sie fangen erst im nächsten oder sogar im übernächsten Frühjahr an zu wachsen. So haben alle jungen Bäumchen gleich gute Startchancen.

Sieben magere Jahre

Nach einem Mastjahr folgen meistens einige Jahre, in denen es nur wenige Bucheckern gibt, denn für den Baum ist ein solches Jahr sehr kräftezehrend. Er braucht nun wieder einige Jahre Zeit, in denen er seine Energie in das Wachstum von Stamm und Blättern steckt. Erst nach fünf bis sieben Jahren kommt es deshalb erneut zu einem Mastjahr.

Mehr über Bucheckern

Bucheckern. (cc-by-sa- Gerhard Elsner)
Bucheckern am Baum.

Erst mit ungefähr 30 Jahren trägt eine Buche erstmals Bucheckern. Wenn du die braune Schale abpellst, kannst du sie sogar essen. Bucheckern schmecken wie Nüsse. Allerdings: Zu viele solltest du nicht probieren, denn Bucheckern enthalten Giftstoffe, die zu Bauchweh und Erbrechen führen können. Geröstet kann man sie  aber getrost genießen. Früher haben die Menschen aus den fetthaltigen Bucheckern sogar Speise- und Lampen-Öl gewonnen. In Kriegszeiten wurden sie geröstet, gemahlen und dann als Kaffeersatz getrunken.


Was versteht man unter "Samenruhe"?
A oder B oder C - nur eine Antwort ist richtig.
A Gelassenheit
B Winterschlaf in Lappland
C Wenn Samen erst im übernächsten Jahr keimen

zurück

Weiterlesen...

(Foto: Sixta Görtz)
Zwei Mädchen am Eichenstamm

Lies hier alles über Bäume: Wie alt können sie werden, wie hoch ist der höchste Baum und wie trinken Bäume eigentlich?

Zu den Bäumen

Was weißt du über Bäume? Finde es heraus:

Zum Baumquiz

Warum werfen Laubbäume eigentlich ihre Blätter ab? Das erfährst du hier:

Bäume im Herbst

Hier kannst du lesen, wie du Tannen und Fichten von einander unterscheiden kannst:

Zu den Tannen und Fichten.

Lerne den einzigen Nadelbäum kennen, der im Herbst seine Nadeln abwirft:

Zur Lärche