Bundesamt für Naturschutz BfN

Hauptbereichsmenü



Lexikon

Wer raschelt denn da?


Wenn du in diesen Tagen abends unterwegs bist, kannst du manchmal ein merkwürdiges Rascheln entlang von Wegrändern, Hecken und Sträuchern hören. Das ist sehr wahrscheinlich ein Igel auf Nahrungssuche. Die Stacheltiere fressen sich jetzt lebenswichtige Speckreserven für ihren nahenden Winterschlaf an.

(Foto: Sabine Flaisch)
Igel zwischen Herbstblättern, Nahaufnahme.
(Foto: F. Heese / pixelio)
Igel im Frühjahr, Nahaufnahme.

Wenn die Igel schlafen gehen

Zwischen Anfang Oktober und Mitte November sucht sich der Igel ein gemütliches Plätzchen, um dort den ganzen Winter zu verbringen. Igel verlieren im Winterschlaf rund ein Drittel ihres Körpergewichtes. Deshalb brauchen sie jedes Gramm Fett, das sie sich im Herbst angefressen haben. Wenn du in diesen Tagen also einen Igel entdeckst, dann lass ihn seines Weges ziehen, denn er steckt jede Minute in die Nahrungssuche.

Igel fressen Schnecken, Insekten, Spinnen, Regenwürmer und ab und zu auch mal etwas Obst. Bald aber verkriechen sich die Schnecken und Regenwürmer in der Erde, die Früchte sind geerntet oder gefressen. Bevor der erste Frost kommt, geht der Igel in sein Winterquartier - Fressbares gibt es dann sowieso nicht mehr. Fünf bis sechs Monate dauert die Schlafpause. Der Igel rollt sich zu einer Kugel zusammen und ist nach ein paar Stunden eingeschlafen. Seine Körpertemperatur sinkt bis auf vier Grad ab und sein Herzschlag verlangsamt sich auf wenige Schläge pro Minute. So übersteht er die kalte Jahreszeit auch ohne zu fressen.

(Foto: Erika Hartmann / pixelio)
Igelportrait.
Ganz schön wehrhaft: Ungefähr 8000 Stacheln hat so ein Igel. (Foto: R.B. / pixelio)
Stachelkleid eines Igels, Nahaufnahme.

Wo halten die Igel Winterschlaf?

Am liebsten verkriechen sich Igel in Haufen aus Blättern und Strauchschnitt oder auch in Komposthaufen. Du selbst kannst den Igeln dabei helfen und ihnen im Garten eine Schlafburg bauen. Dazu schichtest du herabgefallenes Laub und Ästchen in einer ruhigen Ecke im Garten auf und lässt es dort liegen. Mit ein bisschen Glück igelt sich dort bald ein Untermieter ein.

Muss man Igeln über den Winter helfen?

Eingeigelt. (Foto; Peter Plewka / pixelio)
Zusammengerollter Igel.

Die allermeisten Igel kommen gut alleine zurecht. Wenn du sie in Ruhe lässt und bei der Futtersuche nicht störst, hilfst du ihnen am besten. Manchmal aber gibt es junge Igel, die es nicht rechtzeitig vor dem Winterschlaf geschafft haben, sich dick und rund zu fressen. Weniger als 700 Gramm sollte ein Igel nämlich rund um den 1. November nicht wiegen - dann reicht sein Fettpolster unter Umständen nicht aus. Wenn du nach diesem Zeitpunkt noch Igel im Garten findest, dann kannst du ihnen Futter und frisches Wasser hinstellen und ihnen einen Überwinterungsplatz im Keller anbieten.

Welches Futter für den Igel geeignet ist und wie der Überwinterungsplatz bei dir zu Hause aussehen muss, kannst du auf der Homepage der Igelhilfe Berlin nachlesen. 

Hier geht es zu den Igel-Infos.

Wie viele Stacheln hat ein ausgewachsener Igel?
A oder B oder C - nur eine Antwort ist richtig.
A Rund 1000
B Etwa 8000
C Ungefähr 12000

zurück

Frag Konstantin!

(Grafik: BfN)
Hamster Konstantin mit Lupe

Felix hat gefragt: Verlieren Igel ihre Stacheln und wenn ja, warum?

Das hat Konstantin geantwortet:

Igel bekommen in ihrem Leben dreimal neue Stacheln: Geboren werden sie mit etwa 100 weichen, ganz weißen Stacheln. Nach vier Tagen wachsen ihnen nach und nach festere Stacheln, die schon braun und beige gefärbt sind. Die weißen Stacheln fallen nun aus. Schließlich, mit ungefähr drei bis vier Wochen, beginnen wieder neue Stacheln zu wachsen. Sie werden bis zu 6 cm lang und hart. Diese Stacheln wird der Igel bis zu seinem Lebensende tragen. Ein ausgewachsener Igel hat rund 8000 Stacheln. Ab und zu verliert der Igel einige Stacheln, die aber wieder nachwachsen.

Selbst eine Frage an Konstantin stellen

Frag Konstantin!

Peter (13) will von Konstantin wissen, wie man einen Igelhaufen so anlegt, dass die Blätter nicht gleich wegfliegen. Lies hier Konstantins Antwort:

Lieber Peter, weil der Igel es gerne schön ruhig hat, musst du für den Igelhaufen einen besonders ruhigen Platz im Garten aussuchen. Dieser sollte Wind und Regen nicht zu stark ausgesetzt sein - also zum Beispiel in einer Hecke oder unter Sträuchern. Wenn es trotzdem noch windig ist, kannst du das Laub zum Beispiel mit Ästen und Zweigen durchmischen und so auch beschweren. Das Problem des Wegwehens gibt sich nach ein paar Tagen von selbst, weil die Blätter feucht werden und zu verrotten beginnen.

Viel Spaß!
Dein Konstantin

Wenn auch du Konstantin eine Frage stellen willst, klicke hier.