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Lexikon

Apfelzeit!


Verschiedene Sorten Äpfel (Foto: Petra Bork / pixelio)
Reife Äpfel an einem Ast.

Der Herbst ist die Zeit der Apfelernte. Ab Ende August etwa bis weit in den Dezember hinein werden die beliebten Früchte vom Baum geholt. Auf den Marktständen bekommst du jetzt eine Vielzahl von Apfelsorten aus heimischen Anbaugebieten.

Wie viele Apfelsorten gibt es bei uns?

Tja, das ist eine schwierige Frage. Auf jeden Fall sollen es einmal mehr als 2000 gewesen sein. Heute werden davon noch ungefähr 1500 angebaut - die meisten  von ihnen aber nur sehr vereinzelt. Viele Apfelsorten sind selten geworden, weil sie von neu gezüchteten Sorten verdrängt worden sind. Dabei ist Apfel längst nicht gleich Apfel. Es gibt riesige Unterschiede zwischen den Sorten - nicht nur im Geschmack. Auch die Festigkeit des Fruchtfleisches, die Lagerfähigkeit oder die Anfälligkeit gegen Insektenbefall machen jede Apfelsorte unverwechselbar.

Äpfel im November. (Foto: Susanne Beeck / pixelio)
Gelbe Äpfel an einem kahlen Baum.
Äpfel in allen Farben. (Foto: N. Leipold / pixelio)
Rote und grüne Äpfel gemischt.

Äpfel früher und heute

Solch rote Äpfel wurden früher an den Weihnachtsbaum gehängt. (Foto: Lief 46 / pixelio)
Dunkelrote Äpfel am Baum.

Noch vor 100 Jahren war der Apfel bei uns das wichtigste Obst überhaupt, da sich manche Sorten über den ganzen Winter hinweg lagern ließen. So war auch im Winter für die Versorgung mit Vitaminen gesorgt. In vielen Bauerngärten standen mehrere Bäume unterschiedlicher Sorten mit unterschiedlichen Erntezeiten. Die Sommeräpfel wurden direkt nach der Ernte gegessen, Herbst- und Winteräpfel eingelagert und erst später verzehrt. Auch Äpfel, die ausschließlich zu Mus und Kuchen verarbeitet wurden, gehörten in den Bauerngarten.

Heute sind viele Apfelsorten von den Märkten verschwunden. Nur noch etwa 60 Sorten haben weltweit überhaupt eine wirtschaftliche Bedeutung. Im Supermarkt gibt es heute das ganze Jahr über Äpfel. Wenn in Deutschland und im restlichen Westeuropa die Erntezeit vorüber ist, dann kommen die Äpfel aus Südeuropa oder Amerika und Asien hierher. Sogar Äpfel aus Neuseeland findet man in deutschen Regalen.

Äpfel und die biologische Vielfalt

Aus Neuseeland eingeflogen: Der Braeburn. (cc-by-sa Sven Teschke@wikipedia.de)
Gelb-rote Braeburn-Äpfel im Korb.

Grundsätzlich ist nichts dagegen einzuwenden, wenn neue Apfelsorten gezüchtet werden und die Märkte bereichern. Problematisch ist es jedoch, wenn einige wenige hochgezüchtete Sorten viele andere Sorten mit vielen unterschiedlichen Qualitäten verdrängen und diese irgendwann ganz aussterben. Denn darunter leidet die biologische Vielfalt.

Die Biologische Vielfalt gründet sich auf drei Säulen: Die Vielfalt der Lebensräume, die Vielfalt der Arten und die Vielfalt innerhalb einer Art. Je vielfältiger die Natur, desto überlebensfähiger ist sie. Dafür gibt es ein gutes Beispiel: In den 70er Jahren vernichtete ein aggressiver Virus die Reisfelder in vielen Anbaugebieten der Welt. Die meisten Sorten der zwei angebauten Reisarten hatten dem Virus nichts entgegen zu setzen. Mehr als 6000 Reissorten wurden getestet, bis man eine entdeckte, deren Gene die Pflanze resistent gegen den Virus machten. Diese Sorte konnte weiter gezüchtet werden und sicherte Millionen Menschen die tägliche Mahlzeit. Äpfel sind nun nicht gerade überlebenswichtig - trotzdem hat jede Sorte ihre besonderen Fähigkeiten, die mit dem Aussterben der Sorte verloren gehen.

Ganz davon abgesehen ist der Apfel, der mit dem Flugzeug aus Neuseeland oder Japan eingeflogen wird, dem heimischen im Hinblick auf seine Öko-Bilanz so unterlegen, dass man sich den Kauf schon sehr genau überlegen sollte. Heimische Äpfel haben kurze Wege hinter sich - ökologisch ein unschlagbarer Vorteil!

Wie viele Apfelsorten werden heute noch angebaut??
A oder B oder C - nur eine Antwort ist richtig.
A Rund 1500
B Etwa 500
C Nur noch ca. 60

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Der Erhalt der biologischen Vielfalt ist eine unserer wichtigsten Zukunftsaufgaben. Das hat Bundeskanzlerin Angela Merkel gesagt, als im Jahr 2008 die "Konferenz über die biologische Vielfalt" in Bonn tagte. Deshalb lohnt es sich, ein bisschen mehr darüber zu erfahren, was sich hinter dem Begriff eigentlich genau verbirgt.

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