Bundesamt für Naturschutz BfN

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Lexikon

Wisente - Kraftpakete aus der Urzeit


(Foto: Horstgünter Siemon, Wisent-Welt-Wittgenstein)
Vier Wisente im Schnee.

Wisente sind die größten Landsäugetiere Europas. Schon die Neandertaler machten Jagd auf die Urviecher. In Europa waren sie ausgestorben. Doch seit einigen Jahrzehnten streifen wieder Wisente durch europäische Wälder - dank der Zuchtprogramme in einigen Zoos.

Bis zu 1000 Kilogramm Körpermasse

(Foto: gemeinfrei)
Wisentkopf

Mit ihrem massigen Körper, den hohen Schultern und den geschwungenen Hörnern erinnern Wisente heute noch an die Urzeit. Bis zu 1000 Kilogramm kann ein ausgewachsener Wisent-Bulle auf die Waage bringen. Da seine Schultern den höchsten Punkt bilden, sieht ein Wisent immer aus, als würde es seinen massigen Schädel zum Angriff senken. Da möchte man lieber Abstand halten...

Gibt es in Europa Wisente in freier Wildbahn?

(Foto: Horstgünter Siemon, Wisent-Welt-Wittgenstein)
Zwei Wisente schauen sich an.
(Foto: Michael Gaebler cc-by-sa 3.0)
Wisent

Zu Beginn des 20. Jahrhunderts waren Wisente in freier Wildbahn ausgerottet. Man hatte nicht nur Jagd auf sie gemacht, sondern auch ihren Lebensraum zerstört. Wisente leben in lichten Laubwäldern. Mit der Abholzung der Wälder schwanden auch ihre Rückzugsgebiete.

Ausschließlich in Zoos und Wildgehegen gab es um 1930 weltweit noch rund 50  Europäische Wisente. Doch dann begann ein Zucht- und Auswilderungsprogramm, dem wir bis heute sämtliche Wisente verdanken. Insgesamt rund 3500 Wisente gibt es weltweit - allein 500 von ihnen im polnisch-russischen Nationalpark Bialowieza in freier Wildbahn. Gejagt werden Wisente heute nicht mehr.

Wilde Wisente auch in Deutschland!

Wisent im Wald. (Foto: toksuh / fotolia.de)
Wisent im Wald

Mit Unterstützung des Bundesamtes für Naturschutz startete vor ein paar Jahren im Rothaargebirge ein Auswilderungsprojekt für Wisente. Erstmals im März 2010 wurden Wisente in ein 80 Hektar großes Auswilderungsgehege bei Bad Berleburg gebracht und schon im August 2011 kam dort das erste Kälbchen zur Welt. Ein Auswilderungsgehege ist ein umzäuntes Gelände, in dem die Tiere eine Herde bilden und vor allem eine natürliche Scheu vor den Menschen entwickeln soolen.

Im Jahr 2013 war es dann so weit: Die erste Herde wurde im im Kreis Siegen-Wittgenstein im Süden von Nordrhein-Westfalen ausgesetzt. Seitdem leben erstmals seit Jahrhunderten wieder wilde Wisente in Deutschland.

Lebensweise der Wisente

Wisentkuh mit Jungtier. (Foto: Jörg Tillmann, Wisent-Welt-Wittgenstein)
Wisentkuh, die ihr Jungtier säugt.

Wisente leben in Gruppen in lichten Laub- und Mischwäldern. Zu den Gruppen, die aus bis zu 20 Tieren bestehen, gehören Weibchen und Jungtiere. Die älteren Bullen kommen nur zur Paarungszeit im Herbst hinzu - den Rest des Jahres sind sie Einzelgänger. Angeführt wird die Gruppe von einer Leitkuh. Die meiste Zeit des Tages verbringen Wisente mit dem Fressen der auf dem Waldboden wachsenden Pflanzen. Wenn es Winter wird, wächst den Tieren ein dichtes Winterfell, das sie vor der Kälte schützt. Dann sehen sie sogar noch massiger aus als sowieso schon.

Wie heißt das deutsche Mittelgebirge, in dem die Wisente ausgewildert werden?
A oder B oder C - nur eine Antwort ist richtig.
A Sauerland
B Eifel
C Rothaargebrige

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