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Lexikon

Die Lärche

Der Nadelbaum, der seine Nadeln verliert

Wunderschön: Lärche im Herbst.
Lärche im gelben Herbstkleid.

Die Lärche ist ein Nadelbaum und damit immergrün. Oder etwa nicht? Nein! Die Lärche ist der einzige bei uns heimische Nadelbaum, der im Herbst seine Nadeln verliert. Zuerst werden die Nadeln gelb, dann lichtet sich das Nadelkleid erheblich bis der Baum schließlich nackt dasteht. Doch warum tut die Lärche das?

Eiskalte Strategie gegen strenge Winter

In den Alpen findet man Lärchen bis in Höhen von 2500 Metern. (Foto: A. Roloff)
Alte Lärche im Gebirge.

Wahrscheinlich ist das Abwerfen der Nadeln ein Überlebenstrick. Denn die Lärche kam ursprünglich nur im Gebirge vor. In den Alpen findet man sie bis zu einer Höhe von 2500 Metern. Dort oben herrschen aber strenge Bedingungen: Starke Fröste setzen dem Baum im Winter zu. Nadeln und Blätter jedoch benötigen auch im Winter Wasser, denn über sie verdunstet der Baum viel Flüssigkeit. Die steht ihm bei Frost aber nicht zur Verfügung - er müsste verdursten. Ohne ihre Nadeln jedoch kann die Lärche Frost bis zu Minus 40 Grad Celsius unbeschadet aushalten!

Wo und wie wachsen Lärchen?

Lärche in einem Geröllhang: Hier hat sie keine Konkurrenz und immer genug Licht. (Foto: A. Roloff)
Lärche in einem kargen Geröllhang.

Die Europäische Lärche ist eine "Pionierbaumart." Das heißt, dass sie auf Kahlflächen und unter widrigen Bedingungen als eine der ersten Baumarten keimt und wächst. Wie alle Pionierbäume braucht sie sehr viel Licht. Deshalb wächst sie dort, wo wenige andere Bäume stehen, am besten. In Mischwäldern jedoch hat die Lärche ein Problem: Wenn ihr jemand das Licht wegnimmt, verkümmert sie. Deshalb werden Lärchen in der Forstwirtschaft oft in gleichaltrigen Gruppen gepflanzt oder einige Jahre früher als andere Baumsetzlinge. Dann kommt ihr ihr schnelles Wachstum zugute.

Wertvolles Lärchenholz

Junge Lärchenzapfen. (Foto: Rüdiger cc-by-sa 3.0)
Lärchenzapfen

Weil die Lärche sehr viel Harz enthält, ist ihr Holz besonders dauerhaft und widerstandsfähig. Aus Lärchenholz können zum Beispiel Boote und Häuser gebaut werden - Wasser macht ihr nicht viel aus. Allerdings machen Lärchen zur Zeit nur etwa ein Prozent der Wirtschaftswälder bei uns aus, Kiefern und Fichten dagegen mehr als die Hälfte. Doch nicht nur das Holz der Lärche wird genutzt. Aus ihrem Harz kann man Grundstoffe für Heilsalben herstellen, die gegen Wunden und Rheuma helfen. Und nicht zuletzt sind die kleinen Lärchenzapfen in der Herbst- und Weihnachtsdekoration beliebt.

Wie nennt man Baumarten, die auf Kahlflächen als erste keimen?
A oder B oder C - nur eine Antwort ist richtig.
A Pianobaum
B Pinienbaum
C Pionierbaum

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