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Lexikon

Die Dohle - Vogel des Jahres 2012


Eine Dohle. (Foto: Kurt Bouda / pixelio)
Dohle am Strand

In diesem Text beschäftigen sich die Naturdetektive mit der Dohle. Sie ist Vogel des Jahres 2012.

Die Dohle gehört zu den Rabenvögeln. Sie ist ungefähr so groß wie eine Taube, hat ein schwarzes Gefieder, schwarze Füße und einen schwarzen Schnabel. Am Bauch und am Hinterkopf trägt sie etwas hellere, graue Federn. Ihre Augen sind auffällig hell und schimmern blau bis weiß.

 Wenn ihr Aussehen auch größtenteils unscheinbar sein mag, so ist die Dohle doch ein außergewöhnlicher Vogel. Was ihn so besonders macht, erfahrt ihr hier. 

Intelligent und treu - die besonderen Merkmale der Dohlen

Eine neugierige Dohle. (Foto: Schasky / pixelio)
(Foto: Raymond Cubberley@wikipedia.de)

Dohlen sind treu. Schon in ihrem ersten Lebensjahr suchen sie sich ihren Partner, mit dem sie das ganze Leben lang zusammen bleiben. 

Dohlen sind gesellig. Sie leben in Kolonien zusammen, in denen alle Vögel füreinander sorgen. Gemeinsam suchen sie nach Futter und nach geeigneten Nistplätzen. Einer Kolonie können mehr als hundert Vögel angehören. Wenn ein Mitglied krank oder verletzt ist, dann wird es von den anderen versorgt. Auch die Jungvögel werden nicht nur von den eigenen Eltern betreut, sondern auch von anderen Altvögeln. Jedes Vogelpaar der Kolonie hat einen bestimmten Rang - so funktioniert das Zusammenleben gut.

Dohlen sind intelligent und gute Stimmen-Imitatoren. Das heißt, dass sie Stimmen anderer Vogelarten nachahmen können. Im Laufe ihres Lebens lernt die Dohle immer wieder neue Töne hinzu. Sie nutzt sie, um zum Beispiel ihre Feinde zu täuschen. Besonders begabte Dohlen schaffen es sogar, ihre Artgenossen hereinzulegen.

Dohlen sind Flugkünstler. Wenn Dohlen fliegen, dann nutzen sie aufsteigende, warme Winde geschickt aus, um mit ihnen in die Höhe zu steigen. Auch klettern kann die Dohle gut: Wenn sie sich mit Krallen und Schnabel festhält, kann sie sogar senkrechte Mauern hochklettern.

Wo leben Dohlen und warum sind sie gefährdet?

Dohle an einer Bruthöhle in einer alten Platane. (Foto: Fritz Geller-Grimm@wikipedia.de)

Dohlen sind in Städten und Dörfern zu Hause, aber auch im Wald und dort, wo es Felsen gibt. Sie sind Höhlenbrüter und nisten in hohlen Bäumen, Felsnischen, aber auch in Kirchtürmen, Kaminen und Mauerschächten. Zur Nahrungssuche fliegen sie in offenes Gelände, also zum Beispiel auf Wiesen und Äcker. Dort suchen sie nach Insekten, Würmern, Schnecken, Käfern oder auch nach Mäusen und Fröschen.

In Deutschland gibt es rund 100.000 Brutpaare. Das ist eigentlich eine ganze Menge. Trotzdem stehen die Dohlen in manchen Bundesländern auf der Roten Liste der gefährdeten Arten. Das liegt daran, dass in den letzten Jahren immer weniger Dohlen gezählt wurden. Der Grund dafür ist, dass ihnen die Nistplätze fehlen. Alte Gebäude wurden renoviert und dabei Kamine und Mauernischen geschlossen. Viele Einfluglöcher in Kirchtürmen wurden vergittert. Und im Wald sind alte, morsche Bäume, in denen es Baumhöhlen gibt, selten geworden. So finden die Dohlen immer weniger Plätze, in denen sie nisten können. Der Nachwuchs bleibt aus.

Ein Nistkasten für Dohlen

Wenn die Dohlen nicht mehr genügend Nistplätze finden, wird es bei uns immer weniger dieser intelligenten und geselligen Vögel geben. Doch dagegen kannst du etwas tun. Baue selbst einen Nistkasten! Wie das geht,

erfährst du hier.

Warum sind Dohlen gefährdet?
A oder B oder C - nur eine Antwort ist richtig.
A Weil sie immer weniger Nistplätze finden.
B Weil sie zu wenig Nahrung finden.
C Weil sie keine Partner finden.

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