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Lexikon

Feuchtgebiete


Feuchtgebiete brauchen unseren Schutz. (Foto: Sixta Görtz)
Mini-Frosch in Kinderhand.

Feuchtgebiete sind für das Leben auf der Erde von großer Bedeutung. Jedes Jahr am 2. Februar zum "Welttag der Feuchtgebiete" soll darauf aufmerksam gemacht werden. Denn weltweit sind Feuchtgebiete bedroht: Moore und Sümpfe werden trockengelegt und zu Ackerflächen umgewandelt, Mangroven werden zerstört, um im flachen Wasser Garnelen zu züchten, Nebelwälder für Palmöl-Plantagen abgeholzt.

Um diesen Raubbau einzugrenzen, wurde vor rund 40 Jahren die Ramsar-Konvention gegründet. In ihr haben sich viele Länder der Erde verpflichtet, mehr zum Erhalt ihrer Feuchtgebiete beizutragen.

Welche Bedeutung haben Feuchtgebiete für das Klima?

Austernfischer im Wattenmeer. (Foto: Echino / pixelio)
Austernfischer im Watt.

Zu den Feuchtgebieten zählt man zum Beispiel Moore und Sümpfe, Flüsse und Seen, Mangroven und Wattenmeere, aber auch von Menschen gemachte Wasserspeicher und Kanäle. Sie alle halten das Leben auf unserem blauen Planeten im Gleichgewicht, indem sie den Kreislauf des Wassers regulieren. Durch die Sonnenwärme verdunstet das Wasser der Feuchtgebiete, steigt auf, bildet Wolken und regnet anderswo wieder ab. Neben ihrer Funktion als Wettermacher sind Feuchtgebiete auch Kohlenstoffspeicher: Ein Fünftel des weltweiten Kohlenstoffes sind in Feuchtgebieten gespeichert. Wenn sie zerstört werden, wird Kohlendioxid frei - und das ist schädlich für unser Klima.

Wie wichtig sind Feuchtgebiete für die biologische Vielfalt?

Teichfrosch. (Foto: Holger Groeschl cc-by-sa @wikipedia)
Kopf eines Teichfrosches, der aus dem Wasser guckt.
Libelle im Flug. (Foto: Heinrich Lange / pixelio)
Libelle im Flug von vorn.

Feuchtgebiete sind wertvolle Lebensräume. Sie beherbergen nicht nur Pflanzen und Tiere des Wassers, sondern an ihren Rändern auch diejenigen des Landes und solche, die in beiden Lebensräumen zu Hause sind. Mit der Lebensgemeinschaft Flussufer haben wir uns bereits beschäftigt. Manche Feuchtgebiete sind extreme Lebensräume, die besonders viele seltene Arten beherbergen. Dies sind zum Beispiel Wattenmeere, deren Bewohner über viele Stunden ohne frisches Meerwasser auskommen müssen. Moore gehören dazu, in denen die Pflanzen Strategien entwickelt haben, um praktisch ohne Nährstoffe aus dem Boden oder dem Wasser zu überleben. Oder Mangroven, in denen es Bäume gibt, denen das aggressive Meersalz nichts ausmacht und deren Wurzelgeflecht zahllosen Meerestieren eine perfekte Kinderstube bietet.

Mehr über das Wattenmeer.

Mehr über das Moor.

Mehr über Mangroven.

Was leistet die Ramsar-Konvention zum Schutz der Feuchtgebiete?

Logo des 40-jährigen Jubiläums der Ramsar-Konvention

Die Ramsar-Konvention ist ein Zusammenschluss von zur Zeit 160 Mitgliedern. Seit 1976 ist Deutschland dabei. Die Mitgliedsstaaten verpflichten sich, mindestens eines ihrer Feuchtgebiete "nachhaltig zu nutzen". Eine Landschaft nachhaltig zu nutzen bedeutet, dass man sie nicht ausbeutet, sondern so schonend mit ihr umgeht, dass sie nachfolgenden Generationen erhalten bleibt. Das von ihnen ausgewählte Feuchtgebiet lassen die Staaten auf einer Liste der "Feuchtgebiete internationaler Bedeutung" vermerken. In Deutschland gibt es 34 Ramsar-Gebiete. 

Mehr erfahrt ihr in diesem Film über Feuchtgebiete in Deutschland und der Welt.

 

Seit wann gehört Deutschland zu den Ramsar-Vertragsstaaten?
A oder B oder C - nur eine Antwort ist richtig.
A Seit 1971
B Seit 1973
C Seit 1976

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