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Lexikon

Aale - Fische mit vielen Geheimnissen


(Foto: Christian Zappel / mauritius)
Aal am Grund des Chiemsees

Abends, wenn es dunkel wird, gehen sie auf Streifzug und schlängeln sich durch den Schlamm unserer Flüsse, Bäche und Seen. Aale gelten als unheimlich und sogar eklig. Dabei ist das Leben der schlanken Fische sehr abenteuerlich - und sie sind vom Aussterben bedroht.

Weltenbummler auf Tauchgang

So winzig sind die kleinen Aal-Larven, wenn sie durch den Atlantik schwimmen. (Foto: Kils cc-by-sa)
Aal, Zeichnung.
Der Aal ist ein Fisch mit Geheimnissen. (Foto: US Fish Wildlife Service / gemeinfrei)
Aal-Larve in Großaufnahme.
Europäischer Aal in einem Fluss. (Foto: Rostislav / fotolia)
Aal im Fluss
Bis in die Seitenarme der Flüsse wandern die Aale auf ihrem Weg von der Sargassosee ins Gewässer ihrer Eltern. (Foto: Christian Fischer cc-by-sa 3.0)
Mittlere Elbe, Seitenarm

Erst seit wenigen Jahrzehnten weiß man: Alle Aale, die in unseren Flüssen und Bächen herumschwimmen, wurden in der Sargassosee geboren - im westlichen Atlantik, 5000 Kilometer von Europa entfernt! Doch wie kommen sie dort hin und wieder zurück?

Die Reise beginnt

Ungefähr, wenn ein Aal-Weibchen 15 Jahre alt ist, hört es auf zu fressen und schwimmt los in Richtung Meer. Egal, ob es in einem Fluss, Bach oder See lebt - der Drang, zum Meer zu gelangen ist so stark, dass Aale sogar über feuchtes Land kriechen. Haben sie den nächsten Fluss erreicht, lassen sie sich zum Meer treiben und schwimmen dann innerhalb von einem bis drei Jahren bis zur Sargassosee. In 2000 Metern Tiefe paaren sich die Aale, laichen ab und sterben. Aber: Ein Rest Geheimnis bleibt, denn bisher konnte noch niemand die Aale beim Paaren und Laichen beobachten!

Immer der Nase nach

Die winzig kleinen Larven machen sich nun auf die gefährliche Reise zurück zu den Gewässern ihrer Eltern, zuerst getrieben vom Golfstrom, dann ihrer feinen Nase nach. Drei Jahre brauchen sie dafür. Als kleine, schmale, fast durchsichtige Fischchen (Glasaale) wandern sie in die Flussmündungen und von dort bis zum Herkunftsort ihrer Eltern. Dort werden sie die nächsten Jahre verbringen und nachts auf die Suche gehen nach Krebsen, Würmern, Fischlaich und Fischen. Bis sie irgendwann wieder losziehen müssen.

Europäische Aale sind vom Aussterben bedroht

Zäh und langlebig, aber trotzdem vom Aussterben bedroht - der Aal. (Foto: Ron Offermanns cc-by-sa)
Aal am Gewässergrund.

Obwohl sie so zäh sind, sind Aale in Europa vom Aussterben bedroht. Das hat viele Gründe.

Übermäßiger Fischfang

Die wichtigste Ursache ist sicher der Fischfang. In großen Mengen werden Glasaale vor den Küsten Europas gefangen und besonders in Süd-Europa und Asien als Speisefisch verkauft.

Gewässerverschmutzung

Eine weitere Ursache ist die Gewässerverschmutzung. Weil die Aale sich viele Jahre lang Fettreserven anfressen, nehmen sie mit der Nahrung besonders viele Umweltgifte auf. Diese lagern sich im Körper an und können das Tier krank machen.

Natürliche Feinde

Und schließlich hat der Aal auch noch natürliche Feinde wie Parasiten und bestimmte Krankheitserreger, die ihn auf seiner langen Reise bis in den West-Atlantik so stark schwächen, dass er gar nicht erst dort ankommt.

Kein Handel mehr in der EU

Weil der Aal so lange braucht bis er geschlechtsreif ist und nur einmal im Leben laicht, trifft ihn so etwas besonders schlimm. Deshalb hat die Europäische Union beschlossen, dass zwischen den Ländern der EU nicht mehr mit Aal gehandelt werden darf. Außerdem muss ein Teil der eingefangenen Glasaale in den europäischen Gewässern ausgesetzt werden. Ob das den Aal noch retten kann?

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