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Lexikon

Kröte, Frosch und Molch - Heimische Amphibien


(Foto: Holger Gröschl, www.naturspektrum.de, cc-by-sa 2.0)
Teichfrosch im Wasser

Amphibien sind seltsame Urviecher: Schon lange vor den Säugetieren lebten sie auf der Erde. Ihre Lebensweise hat sich seitdem kaum verändert. Noch immer beginnen sie ihr Leben im Wasser und beenden es an Land.

Was sind eigentlich Amphibien?

Ein Europäischer Laubfrosch sonnt sich auf Rohrkolben. Sie sind unsere kleinsten Frösche und leben im Blattwerk von Sträuchern. (Foto: Christian Fischer cc-by-sa @ wikipedia.de)
Europäischer Laubfrosch
Männchen des Nördlichen Kammmolchs (Triturus cristatus) entwickeln prächtige Zackenkämme zur Laichzeit. (Foto: Rainer Theuer cc-by-sa @ wikipedia.de)
Nördlicher Kammmolch
Zur Laichzeit überzieht bläulich schimmernde Schleimhaut die Männchen des Moorfoschs. (Foto: Christian Fischer cc-by-sa @ wikipedia.de)
Moorfroschmännchen

Als „Amphibium" oder Lurch bezeichnet man ein Lebewesen, das im Wasser und auf dem Land leben kann. In der Regel nutzen Amphibien das Wasser, um ihre Eier oder Larven abzulegen. Auch die Entwicklung des Jugendstadiums verläuft im Wasser. Fast alle Amphibien durchleben eine Kindheit mit Kiemen und entwickeln sich erst später zu einem Landtier, das durch Lungen atmet. Dazu verändert sich ihr Körper so stark, dass die erwachsenen Lurche völlig anders aussehen als die Jungtiere. So eine Körperwandlung nennt man "Metamorphose".

Zahnlos und glupschäugig

Kennzeichen aller Amphibien ist das runde Maul ohne Zähne und die aufgesetzten Augen. Sie erlauben es den erwachsenen Tieren, das Gelände außerhalb des Wassers zu beobachten, ohne den Kopf aus dem Wasser heben zu müssen.

Drei Klassen

Amphibien werden in drei Klassen unterteilt: Froschlurche, Schwanzlurche und Blindwühlen. Blindwühlen sind in Deutschland nicht heimisch. Zu unseren heimischen Froschlurchen gehören die Geburtshelferkröten (Alytes), die Unken (Bombina), die Krötenfrösche (Pelobates), die Echten Kröten (Bufo), die Laubfrösche (Hyla) und die Echten Frösche (Rana). Zu den Schwanzlurchen gehören Molche (Triturus) und Salamander (Salamandra), die jeweils mit mehreren Arten in Deutschland vertreten sind.


Feuersalamander sind bei uns nicht häufig und meist nach Regenfällen zu sehen. Ihre Schleimhaut ist giftig, daher fürchten sie keine Feinde. (Foto: Steffen Häuser cc-by-sa)
Feuersalamander
Der kleinere Alpensalamander ist vollkommen schwarz. Er bringt als einziger fertig entwickelte Jungtiere zur Welt. (cc-by-sa Thomas Huntke)
Alpensalamander
Unken sind in Deutschland sehr selten und daher gefährdet. Sie stehen unter strengem Artenschutz und bewohnen flache Tümpel. (cc-by-sa Christoph Leeb)
Gelbbauchunke
(Foto: CLauter cc-by-sa)
Metamorphose eines Lurches

Wie wird ein Lurch erwachsen?

Obwohl die meisten Lurche überwiegend an Land leben, verbringen sie den ersten Teil ihres Lebens vollständig im Wasser. Erst im Verlauf ihrer körperlichen Reifung verlassen sie diesen Lebensraum.

Die Verwandlung

Dazu müssen sie eine "Metamorphose" durchmachen. Das bedeutet, dass sich ihr Körper sehr stark verändern muss. Wenn eine kleine Erdkröte aus ihrem Ei schlüpft, dann sieht sie aus wie eine dicke kleine Kugel mit  Schwanz. Man nennt sie "Kaulquappe". Je größer sie wird, desto mehr Einzelheiten kannst du erkennen. An den Kopfseiten siehst du die Kiemenfransen, mit denen das Tier unter Wasser atmen kann.

Vom Wasser zum Land

Im Laufe seiner Entwicklung verändert sich der kleine Lurch immer mehr: Der kräftige Ruderschwanz bildet sich zurück, die Kiemen verschwinden und stattdessen wachsen Beine und Lungen, damit er Luft atmen kann. Wenn Lurche zum ersten Mal an Land gehen, kannst du sogar noch den Rest eines Schwanzes erkennen. Der verschwindet aber bald. Erwachsene Lurche nutzen den Lebensraum Wasser nur noch, um sich zu paaren und zu laichen.

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(Foto: Ingo Bartussek, fotolia)
Kröte auf der Straße

Lies hier mehr über den gefährlichen Marsch der Erdkröten:

Zur Krötenwanderung

R- oder K-Strategen?

Hamster Konstantin mit Glühbirne.

R-Strategen: Viele Arten, wie die Erdkröten und die Grasfrösche, sind R-Strategen. Das bedeutet, dass sie eine unglaubliche Anzahl an Eiern produzieren. Aber ihre Nachkommen sind klein, noch nicht entwickelt und werden von den Eltern nicht betreut. Die meisten von ihnen werden deshalb gefressen, bevor sie erwachsen werden. Die Überlebenden jedoch sichern den Bestand der Art.

K-Strategen: Einige Arten, wie die Geburtshelferkröte, produzieren viel weniger Eier, aber die Eltern betreiben Brutpflege und beschützen den Laich. Außerdem sind die Dottervorräte im Ei größer, was der Entwicklung des Schlüpflings zugute kommt. Deshalb genügen weniger Nachkommen, um den Erhalt der Art zu sichern.

Heimische Lurche

1. Arten der Froschlurche: Rotbauchunke (Bombina bombina), Gelbbauchunke (Bombina variegata), Geburtshelferkröte (Alytes obstetricans), Erdkröte (Bufo bufo), Wechselkröte (Bufo viridis), Kreuzkröte (Bufo calamita), Knoblauchkröte (Pelobates fuscus), Europäischer Laubfrosch (Hyla arborea), Wasserfrosch (Rana esculenta), Seefrosch (Rana ridibunda), Teichfrosch (Rana lessonae), Grasfrosch (Rana temporaria), Springfrosch (Rana dalmatina), Moorfrosch (Rana arvalis)

2. Arten der Schwanzlurche: Kamm-Molch (Triturus cristatus), Teichmolch (Triturus vulgaris), Fadenmolch (Triturus helveticus), Bergmolch (Triturus alpestris), Feuersalamander (Salamandra salamandra), Alpensalamander (Salamandra atra)