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Lexikon

Anpassung im Tierreich


(Foto: gemeinfrei)
Polarfuchs im Schnee

Tiere derselben Art können in unterschiedlichen Regionen der Erde auch ganz unterschiedlich aussehen. Das ist eine Folge der Anpassung an ihren Lebensraum.


Der Eisbär ist die größte Unterart des Bären.(Foto: gemeinfrei)
Eisbär Nahaufnahme
Europäische Braunbären sind eher klein. (Foto: Rami Radwan cc-by-sa 3.0)

Eisbären sind riesig, haben aber winzige Ohren, eine kurze Schnauze und einen Stummelschwanz. Europäische Braunbären dagegen haben eine ausgeprägte Schnauze und mittelgroße Ohren, sind dafür aber viel kleiner als ein ausgewachsener Eisbär.

Regeln der Anpassung

Wieso sehen die beiden Tiere so unterschiedlich aus, obwohl sie miteinander verwandt sind? Könnte das etwas damit zu tun haben, in welchen Regionen der Erde sie leben? Naturforscher haben herausgefunden, dass das tatsächlich so ist. Die Anpassung im Tierreich folgt bestimmten Regeln. Zwei von ihnen lernst du hier kennen: Die Bergmann'sche und die Allen'sche Regel.

So vergleicht man Tiere

Um herauszufinden, ob unterschiedliches Aussehen wirklich mit dem Lebensraum zu tun hat, muss man Tiere miteinander vergleichen, die zur selben Art gehören. Die Tiere, die man miteinander vergleicht, müssen gleichwarm sein und sie müssen in unterschiedlichen Klimazonen leben. Gleichwarm bedeutet, dass die Tiere ihre Körpertemperatur selbst aufrecht erhalten können - also Säugetiere und Vögel.

Die Bergmannsche Regel

Pinguin von den Galapagos-Inseln. (Foto: Putneymark cc-by-sa 3.0)
Galapagos-Pinguin
Kaiserpinguine aus der Antarktis. (Foto: Ian Duffy cc-by 2.0)
Drei Kaiserpinguine

Die Bergmannsche Regel besagt, dass Tiere derselben Art oder Gattung größer werden, je kälter ihr Lebensraum ist. Der Kaiserpinguin am Südpol ist zum Beispiel viel größer als der Humboldt-Pinguin von den Galapagos-Inseln. Warum ist das so?

Der Körper als Wärmespeicher

Die Körpergröße einer Tierart hängt davon ab, in welcher Klimazone die Tiere leben. Je größer der Körper eines Tieres ist, desto mehr Wärme kann er speichern. Gleichzeitig gibt er weniger Wärme über die Haut ab, denn ein großer Körper hat im Verhältnis zu seinem Volumen weniger Oberfläche als ein kleinerer Körper. Wenn also jemand am Südpol wohnt, dann ist es wichtig, dass möglichst wenig Körperwärme über die Haut verloren geht. Denn wer Wärme verliert, braucht viel Energie, um seine Körpertemperatur aufrecht zu erhalten. In Eis und Schnee ist die Nahrung aber knapp - deshalb spart der Kaiserpinguin Energie durch Größe.

Verwandter am Äquator

Sein Verwandter, der Humboldt-Pinguin lebt auf der Insel Galapagos in der Nähe des Äquators. Dort ist es viel wärmer und es gibt auch mehr zu Futtern. Deshalb ist es für ihn nicht so wichtig, Wärme im Körper zu speichern. Folglich darf er ruhig kleiner sein.

Die Allensche Regel

Ein Wüstenfuchs mit seinen Riesen-Ohren.(Foto: Drew Avery cc-by 2.0)
Wüstenfuchs
Der Polarfuchs hat ganz kleine Ohren. (Foto: Quartl cc-by-sa 3.0)
Polarfuchs

Die Allensche Regel lautet: Die Körperanhänge von Tieren in kälteren Klimazonen sind kleiner, als die Körperanhänge ihrer Verwandten in wärmeren Regionen.

Große Ohren kühlen gut

Das Prinzip ist eigentlich das gleiche wie oben: Über Ohren, Beine und Schwanz geben die Tiere Wärme ab, denn sie sind stark durchblutet. Blut transportiert Wärme und kühlt sich an der Körperoberfläche ab. Große Ohren sorgen für eine große Körperoberfläche - also viel Platz zum Kühlen. Für die Tiere in warmen Regionen ist das gut - für die in Eis und Schnee aber schlecht.

Kleine Ohren halten warm

Wie sich der Polarfuchs und der Wüstenfuchs an ihre Lebensräume angepasst haben, kannst du auf den Fotos gut erkennen. Beide gehören zur gleichen Tierart, unterscheiden sich aber deutlich. Der Wüstenfuchs hat riesige Ohren, über die er die überschüssige Wärme abgeben kann. Der Polarfuchs dagegen sieht viel kompakter aus. Das liegt nicht nur an seinem dickeren Fell, sondern auch daran, dass er kleine Ohren und eine kurze Schnauze hat. So hält er seine Körperwärme und spart Energie.

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(Foto: gemeinfrei)
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