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Lexikon

Artenschutz: Alarmstufe Rot


(Foto: Frank Gaw_IUCN)
Tarzan-Chamäleon auf Blatt

Eine ganz besondere Rote Liste hat vor einiger Zeit für Aufregung gesorgt: Die Internationale Naturschutz-Union (IUCN) hatte eine Liste der 100 bedrohtesten Arten der Erde veröffentlicht - diese Liste ist dunkelrot!


Vom Aussterben bedroht: Die Madagaskar-Moorente. (Foto: Peter Cranswick / IUCN)
Madagaskar-Moorente.

8000 Wissenschaftler haben an der Liste mitgewirkt. Sie enthält Tiere, Pflanzen und Pilze aus 48 Ländern, deren Existenz am seidenen Faden hängt. Nur noch wenige ihrer Art sind übrig - bei manchen weiß man noch nicht einmal, ob es überhaupt noch Exemplare gibt. Mit der Liste wollen die Wissenschaftler auf die weltweite Zerstörung der Arten aufmerksam machen, denn: Die allermeisten Arten sind durch den Menschen bedroht.

Wertlos oder unbezahlbar?

Deshalb haben die Wissenschaftler ihrer Liste einen Titel gegeben, der den Rest der Menschheit aufrütteln soll: "Worthless or Priceless?" (auf Deutsch: "Wertlos oder unbezahlbar?"). Und genau das ist die entscheidende Frage: Sind diese Arten für uns Menschen wertlos? Oder sind sie es wert, auf unserer Erde erhalten zu werden?

Warum soll man Arten überhaupt erhalten?

Extrem selten: Das Tarzan-Chamäleon. (Foto: Frank Gaw / IUCN)
Gelb gestreiftes Tarzan-Chamäleon.
Karettschildkröten sind streng geschützt. (Foto: Thierry Caro cc-by-sa )
Karettschildkröte im Meer
Etwa 4000 Spitzmaulnashörner gibt es noch auf der Welt. (Foto: Harald Zimmer cc-by-sa )

Warum sollte man das Tarzan-Chamäleon oder die Zwergspitzmaus erhalten? Viele der Arten, die in der Liste aufgeführt werden, sind bisher nur wenigen Biologen bekannt gewesen. Der Rest der Welt ist schließlich auch ohne sie zurecht gekommen.

Schön und einzigartig

Auf diese Frage finden die Wissenschaftler der IUCN eine ganz einfache, aber treffende Antwort: Jede der 100 Arten hat einen eigenen Wert. "Sie sind schön, faszinierend, einzigartig und ungewöhnlich", sagt der Wissenschaftler John G. Robinson. Jede Art ist Ausdruck der Vielfalt der Natur. Sie ist ein Erfolgsweg der Evolution - also der Entwicklung der Lebewesen innerhalb von Jahrmillionen. Und Robinson fügt hinzu: "Mit jeder aussterbenden Art verlieren wir etwas Unersetzliches."

Es geht also gar nicht darum, ob die Arten für uns Menschen irgendwie nützlich sind. Wer will das auch schon beurteilen?

Alarmstufe Rot: Dies sind die Letzten ihrer Art!

Madagassische Schnabelbrustschildkröte. (Foto: Erik Baard / IUCN)
Hindutrappe. (Foto: Rahul Sachdev / IUCN)
Tonkin-Stumpfnasenaffe. (Foto: LeKhac Quyet / UC of Colorado Boulder / IUCN)
Kannenpflanze. (Foto: Stewart McPherson / IUCN)
Sumatra-Nashorn. (Foto: Save the Rhino International)
Dieses Sumatra-Nashorn wurde auf der Insel Borneo entdeckt. (Foto: Mark Carwadine / WWF)
Sumatra-Nashorn im Dschungel

Madagassische Schnabelbrustschildkröte

Die Madagassische Schnabelbrustschildkröte lebt in Madagaskar, einer großen Insel vor der afrikanischen Ostküste. Es gibt sie nur dort und nirgendwo anders auf der Welt. Nur noch etwa 200 von ihnen leben in freier Wildbahn, vor allem wegen des illegalen Handels mit den Tieren. Die IUCN schlägt vor, die Schildkröte in ihrem Lebensraum durch Ranger zu schützen und wieder Tiere dort auszuwildern. Ein Zuchtprogramm soll den Rückgang der Art stoppen.

Hindutrappe

Die Hindutrappe gehört zu den größten flugfähigen Vögeln überhaupt. Sie kann bis zu 15 Kilogramm schwer werden - und fliegt trotzdem! Früher war sie über ganz Indien verbreitet - heute gibt es nur noch 250 Tiere, verstreut in Indien und Pakistan. Schuld daran ist vor allem die Jagd.

Tonkin-Stumpfnase

Weniger als 200 Tonkin-Stumpfnasenaffen bevölkern unsere Erde. Sie leben in den Monsunwäldern in der Tonkin-Provinz in Vietnam und sind vor allem durch die Jagd und die fortschreitende Zerstörung ihres Lebensraumes bedroht. Als wirksamste Maßnahme, die Affen mit der platten Nase zu schützen, fordert die IUCN die Einrichtung eines Schutzgebietes.

Kannenpflanze

Diese fleischfressende Pflanze frisst sogar Mäuse! Erst im Jahr 2007 entdeckt, gehört die Pflanze zu den seltensten ihrer Familie. Sie kommt nur an den Hängen eines einzigen Berges vor - am Mount Victoria auf den Philippinen. Seit ihrer Entdeckung wurden viele Exemplare illegal ausgegraben und verkauft. Nur die strenge Überwachung der Pflanzen in ihrem Lebensraum kann die Art noch retten.

Sumatra-Nashorn und Java-Nashorn

Weil ihren Hörnern heilende Kräfte nachgesagt werden, werden die Nashörner in Südost-Asien immer noch gejagt. Selbst vor den Schutzgebieten machen die Wilderer nicht Halt. Das hat dazu geführt, dass es von den beiden Nashorn-Arten nur noch wenige Tiere gibt - vom Java-Nashorn sollen nur noch 40 Tiere überlebt haben. Auch das Sumatra-Nashorn, das ursprünglich in ganz Südost-Asien verbreitet war, kommt heute nur noch in einigen kleinen Nationalparks vor. Insgesamt dürften es weniger als 300 Tiere sein. Nur strenge Kontrollen durch Ranger können hier noch helfen.

Welches dieser Tiere gehört NICHT zu den 100 bedrohtesten Arten?
A oder B oder C - nur eine Antwort ist richtig.
A Java-Nashorn
B Spitzmaulnashorn
C Sumatra-Nashorn

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