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Lexikon

Bäume

Uralt, magisch, lebendig und schön

(Foto: Sixta Görtz)
Kinder auf Baumstämmen

Bäume können mehr als 1000 Jahre alt werden und trotzdem jedes Jahr neue Blätter hervorbringen. Sie wachsen höher als jedes andere Lebewesen der Erde. Sie sind so widerstandsfähig, dass manche von ihnen sogar Vulkanausbrüche überleben. Bäume sind magisch - und wunderschön.

Als die Menschen noch an Hexen glaubten...

Diese Stieleiche in Mecklenburg-Vorpommern ist ungefähr 1000 Jahre alt. Sie ist 35 Meter hoch. Ihr Stamm hat einen Umfang von 11 Metern. Schau mal, wie klein die beiden Menschen aussehen, die du rechts im Bild erkennen kannst!(Foto: Rosentod cc-by-sa 3.0)
1000jährige Eiche in Ivenack
Die Bordesholmer Linder soll 700 Jahre alt sein. (Foto: H. Lange cc-by-sa 2.5)
Bordesholmer Linder

Als die ältesten Eichen Deutschlands noch kleine Keimlinge waren, da zogen Ritter in schweren Rüstungen durch das Land. Die Menschen glaubten noch an Hexen und auf den Burgen lebten Prinzessinnen. Inzwischen sind 1000 Jahre vergangen. Die Bäume sind groß und stark geworden, ihre Rinde rissig. Bärte aus Moos und Flechten hängen an ihnen herab und sie tragen Narben von unzähligen Unwettern. Aber sie leben. Ritter und Hexen gibt es längst nicht mehr und viele Burgen sind Ruinen - aber die Eichen stehen immer noch. Da kann man schon eine Gänsehaut bekommen, oder?

Uralte Lebewesen

Bäume gehören zu den ältesten Lebewesen überhaupt. Wie alt ein alter Baum aber genau ist, weiß niemand, denn ganz exakt kann man das Alter eines Baumes nur an den Jahresringen ablesen. Dazu muss man ihn aber fällen oder zumindest ein Loch hineinbohren - und das will meistens niemand. Also wird das Alter geschätzt, indem man den Stammumfang misst und in Archiven nach alten Aufzeichnungen über den Baum sucht. Mit ein bisschen Glück finden Forscher dann alte Urkunden, in denen schon von dem Baum berichtet wird.

So sieht ein Baum von innen aus!

Hier kannst du die Jahresringe gut erkennen. Das hellere Holz außen ist das Splintholz, durch das die Wasserleitbahnen führen. (Foto: Arnoldius cc-by-sa 2.5)
Jahresringe an einem gefällten Baumstamm
Stamm einer alten Buche. (Foto: Sixta Görtz)
Buchenstämme
Der höchste Baum der Welt ist ein Küstenmammutbaum wie dieser. Diese Bäume wachsen in Kalifornien in den USA. (Foto: Ellie Caulfield cc-by 2.0)
Stamm eines Küstenmammutbaums

Wenn du dir den Stamm eines gefällten Baumes ansiehst, dann kannst du auf den ersten Blick die Jahresringe erkennen. Wenn der Baum wächst, kommt jedes Jahr ein Ring dazu. Manchmal stehen sie enger zusammen, manchmal weiter auseinander. Daran kannst du ablesen, wie schnell der Baum jeweils gewachsen ist.

Aber wusstest du, dass der Stamm aus unterschiedlichem Holz besteht? Die Rinde (oder "Borke") ganz außen schützt den Stamm vor zu viel Sonne oder auch vor Verletzungen. Direkt unter der Rinde ist der Bast, der den Baum mit Nährstoffen versorgt. Für das Wachstum des Baumes ist das Kambium zuständig und durch das Splintzholz fließt das Wasser von der Wurzel bis zur Krone. Im Inneren des Stammes befindet sich das tote Kernholz.

Wie kommt das Wasser zu den Blättern?

Das funktioniert so: Im Splintholz sind kleine Wasserleitungen versteckt, die sogenannten "Leitbahnen". Sie enden in den Blättern. Wenn es warm ist, öffnen sich an der Blattoberfläche winzige Spalten und lassen Wasser verdunsten. Dadurch entsteht in den Leitbahnen ein Unterdruck, der das Wasser aus den Wurzeln nach oben saugt. Das klappt bis in eine Höhe von 130 Metern. Höher können Bäume nicht werden, denn dann funktioniert der Unterdruck nicht mehr. Der höchste Baum der Erde ist ein Mammutbaum in Amerika. Er ist 116 Meter hoch.

Wer lebt im und vom Baum?

Bäume sind Lebensraum für viele Tiere. (Grafik: Anja Addis / BfN)
Wimmelbild Leben im Wald
(Foto: Sixta Görtz)
Kind auf großer Buche
(Foto: gemeinfrei)
Herbstlicher Baum

Bäume sind nicht nur Lebewesen, sondern auch Lebensraum. Auf ihnen und von ihnen leben zahlreiche Tiere und manche Pflanzen. Forscher haben herausgefunden, dass auf und von einer Eiche 500 verschiedene Insektenarten leben können!

Zwischen den Baumwurzeln gibt es Bodenlebewesen wie Käferlarven und Ameisen. Auch Pilze gedeihen hier besonders gut, denn sie tauschen Nährstoffe mit dem Baum aus. Der Stamm ist das Reich der Insektenkinder: Viele verschiedene Insektenarten legen ihre Eier unter der Baumrinde ab. In den Baumhöhlen, die zum Beispiel der Specht gemacht hat, schlafen Fledermäuse und Siebenschläfer. Zwischen den Ästen der Krone nisten Vögel, und Eichhörnchen bauen ihren Kobel. Und dann sind da noch all die Tiere, die die Früchte des Baumes fressen: Wildschweine, Rehe, Rotwild, Dachse und viele andere.

Und wir Menschen?

Auch für uns sind Bäume sehr wichtig: Wir essen ihre Früchte, sie spenden uns Schatten und wir nutzen ihr Holz für viele Dinge des Alltags. Und sie sind Kraftwerke der Natur, denn aus dem Gas Kohlendioxid, das wir ausatmen, machen sie den Sauerstoff, den wir atmen.

Aber vor allem sind Bäume schön und schützenswert - und je älter sie werden, desto wertvoller sind sie.

Warum können Bäume überhaupt so alt werden?

(Foto: Sixta Görtz)
Junge neben dicker Buche

Bäume sind sehr widerstandsfähig. Verletzungen sind oft nur oberflächlich, denn die dicke Borke schützt den Baum. Solange nicht zu viel Borke fehlt, kann der Baum die Wunden immer wieder schließen. Durch das harte Kernholz im Inneren ist ein Baum sehr stabil und widersteht Regen, Schnee und Sturm. Sogar Blitzschläge kann er aushalten. Und schließlich hat ein Baum keine Organe, die versagen können. Solange die Wurzel eines Baumes intakt ist, kann er sogar viele Tausend Jahre alt werden, denn er kann immer wieder austreiben und neue Stämme wachsen lassen.

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Lust zum Rätselraten?

(Foto: Sixta Görtz)
Zwei Kinder und Eichenstamm

Mach mit bei unserem Baum-Quiz!

Zum Quiz.

Frag Konstantin!

Hamster Konstantin

Wieviele Bäume und wieviele Blumen gibt es auf der Welt?

Das wollten Dimi (9) und Emma (10) wissen.

Und das hat Konstantin geantwortet:

Wissenschaftler schätzen, dass es ungefähr 3 Billionen Bäume auf der Welt gibt - das ist eine 3 mit 12 Nullen, also 3000 Milliarden. Die Anzahl der Menschen auf unserem Planeten ist im Vergleich dazu ziemlich klein: Sieben Milliarden sollen es zur Zeit sein. Es gibt also viel mehr Bäume als Menschen. Herausgefunden haben die Wissenschaftler die Anzahl der Bäume, indem sie sich auf Satellitenaufnahmen Wälder angeschaut und bei Waldbesitzern nachgefragt haben.

Pflanze einen Baum!

Kennst du schon die Aktion "Plant for the planet"? Das ist eine Naturschutzbewegung von Kindern, die überall auf der Welt neue Bäume pflanzen wollen, um das Klima zu verbessern. Schau doch mal auf deren Internetseit vorbei - vielleicht hast du ja Lust, selbst Bäume zu pflanzen:

Zur Kinderseite Plant for the planet

Wieviele Blumen es auf der Welt gibt, konnte ich leider nicht herausfinden. Aber ich schätze mal, dass es noch viel mehr Blumen als Bäume gibt - eine schöne Vorstellung, oder?

Euer Konstantin

Willst du Konstantin selbst eine Frage stellen? Dann klick mal hier:

Frag Konstantin

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Über den brühmtesten Baum Afrikas kannst du hier mehr lesen:

Zum Affenbrotbaum

Hier geht es zu einem Baum, den du bestimmt schon mal gesehen hast, aber dessen Namen kaum einer kennt:

Zur Chilenischen Araukarie

Als "Jahrtausendbaum" und "Lebendes Fossil" wird der Ginkgo oft bezeichnet. Hier kannst du ihn kennenlernen:

Zum Ginkgo.

Mehr über den Baum des Jahres 2015 erfährst du hier:

Zum Feldahorn

Wenn du wissen willst, was Bäume noch alles für uns Menschen tun, dann schau mal hier nach:

Schutzfunktionen des Waldes

Warum Laubbäume im Herbst ihre Blätter abwerfen und wozu Blätter und Nadeln eigentlich gut sind, erfährst du hier:

Bäume im Herbst

Was mit dem ganzen Laub im Wald passiert, kannst du hier lesen:

Was passiert mit dem Laub?