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Lexikon

Biber

Tierische Holzfäller: Wie Biber die Landschaft gestalten

(Foto: Sven Zacek cc-by-sa 3.0)
Biber

Wenn der Biber seine Zähne wetzt, dann sollten sich die Bäume rund um seine Biberburg in Acht nehmen. Biber fällen Bäume - und nicht nur das. Unter unseren heimischen Tier-Architekten sind Biber diejenigen, die die Landschaft am stärksten verändern. Mit ihren Dämmen leiten sie Bäche um, stauen sie zu Seen auf und lassen Wiesen und Äcker überfluten.

Wozu braucht der Biber einen Staudamm?

Hier siehst du einen Kanadischen Biber (Castor canadensis), der dem europäischen sehr ähnlich sieht. Er hat rötlicheres Fell und ist etwas größer. Zu erkennen sind der breite, haarlose Ruderschwanz und die Schwimmhäute zwischen den Zehen. (Foto: Steve@wikipedia.de cc-by-sa 3.0)
Kanadischer Biber (Castor canadensis)
An unverbauten Flussufern stört die Aktivität von Bibern am wenigsten. Leider sind solche ungestörten Flussabschnitte selten geworden, weil der Mensch zusammen mit dem Biber um die gleichen Lebensräume konkurriert, hauptsächlich für Straßen- und Gewässerausbau. (Nadine Klose@wikipedia.de cc-by-sa 3.0)
Angenagter Stamm eines stattlichen Nadelbaums

Der Biber ist eigensinnig: Wenn ihm die Landschaft um ihn herum nicht gefällt, gestaltet er sie einfach um. Fachgerecht fällt er Bäume, indem er sie kreisrund umnagt bis der Baum stürzt. Dabei kann er sogar die Richtung kontrollieren. Anschließend knabbert er Äste und Zweige ab und baut daraus seine Biberburg und eine Dammanlage. In der Biberburg wohnt er, mit dem Staudamm sorgt er dafür, dass sich kleinere Fließgewässer zu Seen verbreitern. So schafft er sich seinen idealen Lebensraum - und auch andere Tierarten finden Platz, sich zu entfalten.

Was ist eine Biberburg?

Die Biberburg ist das Zuhause des Bibers. Hier zieht er sich zurück und hier bringt er auch seinen Nachwuchs zur Welt. Die Burg besteht aus einem großen Haufen Zweigen und Ästen direkt am Ufer des Gewässers. Ihr Eingang ist immer unter Wasser. Mit seinen kräftigen Vorderpfoten gräbt der Biber einen Gang durch die Uferböschung, der unter Wasser beginnt und oben in der Biberburg im Trockenen endet - ein perfekter Schutz vor Eindringlingen. Damit das immer so bleibt, sind die Dämme des Bibers ständig im Bau. Er erweitert hier, baut dort ein wenig um und sorgt immer dafür, dass der See an der Biberburg immer schön voll ist. Das erleichtert ihm auch den Transport von Baumaterial: Große Stämme transportiert er nicht über den Landweg, sondern lässt sie einfach schwimmen.

Wie leben Biber eigentlich?

Biber können auch größere Bäume fällen. Dabei sind sie so geschickt, dass der Baum immer in die gewünschte Position fällt. (Foto: Hasse@wikipedia.de cc-by-sa)
Gefällte Birke
Seine Vorderpfoten kann der Biber geschickt und fast wie Hände nutzen. (Per Harald Olsen cc-by-sa 3.0)
Biber am Wasser

Biber sind gesellige Tiere und leben in größeren Familienverbänden. Sie leben stets am und im Wasser größerer Seen oder kleiner und großer Fließgewässer. Wichtig sind für sie Auen mit einem hohen Anteil von Weichhölzern, wie zum Beispiel Birken, Erlen, Pappeln oder Weiden.

Größtes Nagetier

Biber gehören zu den Nagetieren und können (mit Schwanz) bis zu 1,35 Meter lang werden. Damit sind sie bei uns die größten Nager in Deutschland. Die Tiere leben vegetarisch und können neben Baumrinde und Grünzeug auch Faserholz verwerten. Nicht viele Tierarten sind in der Lage, derart hartes Pflanzenmaterial zu verdauen. Bakterien helfen den Bibern bei der komplizierten Verdauung solch harter Brocken. Für die Biber hat das den Vorteil, dass sie auch im Winter, wenn es keine frischen Triebe und kein Blattgrün gibt, ausreichend Nahrung finden.

Erfolg für den Naturschutz: Der Biber ist wieder da

Durch ihre Bautätigkeit verwandeln Biber ganze Landstriche in Gewässer, wie hier in diesem Wald, den sie mit einem Damm überstauen. (Foto: Juliux_Beaver cc-by-sa 3.0)
Biberdamm im Wald
Biber sind das ganze Jahr aktiv. Im Sommer fressen sie meist Grünpflanzen, im Winter begnügen sie sich mit Rinde und Holz. Ihre Nagezähne wachsen ständig nach. (Tocekas@wikipedia.de cc-by-sa)
Biber am Wasser im Winter

Bis auf wenige Tiere an der Elbe war der Biber in Deutschland fast ausgerottet. Grund dafür war der Mensch: Wegen seines wasserdichten, weichen Fells wurde der Biber gejagt, aber auch wegen seiner Bautätigkeit war er den Menschen im Weg: Er wurde als Schädling verfolgt, weil er an den Gewässern oftmals die Pläne der Menschen durchkreuzte, die Dämme, Häuser und Trinkwasserleitungen bauen und Mühlen- oder Bewässerungsgräben ziehen wollten. So wurden die Tiere in Europa immer seltener.

Europaweit unter Schutz

Heute steht der Biber europaweit unter strengem Schutz. Auch in Deutschland hat er sich wieder erholt - dank verschiedener Projekte zur Wiederansiedlung. Im Oktober 1981 ließ die Forstbehörde Rheinland in der Nordeifel die ersten von insgesamt zwölf Bibern frei. Heute leben wieder rund 300 Biber in der Nordeifel und den angrenzenden Tiefländern – Tendenz steigend. Auch am Rhein haben sich wieder Biber angesiedelt. In der Roten Liste Deutschland wird der Biber heute nur noch als „gering gefährdet“ geführt.

Wovon ernähren sich Biber?
A, B oder C  - nur eine Antwort ist richtig.
A - Von Grünpflanzen, Baumrinde und Holz
B - Von Gräsern und Flechten
C - Von Fischen und Weichtieren.

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Steckbrief Europäischer Biber

(Foto: Per Harald Olsen cc-by-sa 3.0)
Biber am Ufer

Ordnung:
Nagetiere

Vorkommen:
Europa

Lebensraum:
Flussauen, Bäche, Seen

Nahrung:
Grünpflanzen, Baumrinde, Holz.

Feinde:
Erwachsene Biber: Keine natürlichen; Jungtiere: größe Raubfische, Greifvögel, Hunde

Anzahl Junge:
zwei bis drei

Wissenschaftlicher Name:
Castor fiber

Nutrias sind keine Verwandten des Bibers

Eine Nutria. (Christian R. Linder cc-by-sa)
Nutria im Gras.

Biber oder Nutria? Die aus Südamerika stammenden Nutrias sehen dem Biber sehr ähnlich, sind aber nicht mit ihm verwandt. Wegen ihres Fells wurden sie im letzten Jahrhundert auch in Deutschland in Pelztierfarmen gehalten. Einige von ihnen konnten ausreißen und verwilderten. Inzwischen gibt es sie an vielen Flüssen in Deutschland.

Unterscheiden kann man Biber und Nutria an ihrer Größe und der Form ihres Schwanzes. Während der Biber einen breiten, abgeflachten Schwanz hat, ist der Schwanz der Nutria rund. Außerdem sind Nutrias mit höchstens 65 cm Körperlänge (ohne Schwanz) auch kleiner und leichter als Biber.