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Fall der Woche

Lebensgemeinschaft Flussufer


Natürlicher Flusslauf in Schweden. (Foto: MG-k / wikipedia)
Mäandernder Fluss aus der Luft.

Dort, wo Lebensräume aneinander grenzen, leben besonders viele verschiedene Tier- und Pflanzenarten. Man spricht von einer großen "biologischen Vielfalt". Dies trifft besonders auf die Ufer von Flüssen und Seen zu.

Flussufer: Bedeutsam für die Biologische Vielfalt

Begradigt und befestigt: Der Inn (Foto: Niklas Dehne cc-by-sa)
Gelbbauchunken legen ihre Eier in Pfützen ab. (Foto: Christoph Leeb cc-by-sa 3.0)
Gelbbauchunke
Auch Molche sind Amphibien und kommen nur zum Laichen zm Wasser. (Foto: Naturecolors / fotolia.de)
Teichmolch

Am Flussufer begegnen sich Wasser und Land. Ein Flussufer sieht dort, wo der Fluss natürlich verläuft, niemals über längere Zeit gleich aus. Denn der Fluss führt nicht immer gleich viel Wasser: Wenn es im Hochsommer kaum regnet, bleibt oft nur ein Rinnsal übrig, während der Fluss im Winter und Frühjahr über die Ufer treten kann. Man nennt diesen Vorgang "Flussdynamik".

Die Tiere und Pflanzen am Ufer eines Flusses müssen sich anpassen. Doch vielen Arten gelingt die Anpassung sehr gut - mehr noch: Ohne das ständige Auf und Ab des Wasserspiegels könnten sie gar nicht überleben. 

Zu den ständig am Fluss vorkommenden Arten muss man noch diejenigen hinzuzählen, die nur zu ganz bestimmten Zeiten am Ufer von Gewässern leben. Dazu gehören bestimmte Amphibien - also Kröten, Frösche, Unken und Molche. Sie kommen zum Beispiel nur dann, wenn ein Frühjahrs-Hochwasser genug Pfützen am Ufer hinterlassen hat. In Zeiten der Trockenheit dagegen gelingt es sogar seltenen Orchideenarten, am Flussufer zu keimen. So sind Arten mit völlig unterschiedlichen Ansprüchen zu verschiedenen Zeiten  Bewohner des selben Lebensraumes.

Arten der Lebensgemeinschaft Flussufer

Ein Biber (Foto: cc by sa Stevehdc@wikipedia.de)
Sitzender Biber.
Eine Biberburg. (Foto: gemeinfrei)
Biberburg am Gewässer
Fischotter (Foto: Templermeister / pixelio)
Fischotter-Portrait.
Fischotter brauchen natürliche Flussläufe mit abwechslungsreichen Ufern. (Foto: gemeinfrei)
Fischotter

Stellvertretend für die Tier- und Pflanzenarten der Flussufer schauen wir uns einige mal genauer an:

Baumeister Biber

Gefällte Bäume und zur Burg aufgetürmte Äste machen das Wohngebiet eines Bibers unverwechselbar. Biber sind Pflanzenfresser und ernähren sich von Wasser- und Uferpflanzen, aber auch von Baumrinde. Ihren Nachwuchs bringen sie in ihren Biberburgen zur Welt, deren Eingang immer unter der Wasseroberfläche liegt. Ruhig fließende Seitenarme von Flüssen mit vielen Weichhölzern wie Weiden und Pappeln sind für Biber der ideale Lebensraum.

Mehr über den Biber

Flinker Fischotter

Fischotter sind auf natürliche Flussufer angewiesen, denn sie brauchen viele Versteckmöglichkeiten. Von diesen Verstecken aus geht der Otter nachts auf Fischjagd. Ein Otterrevier kann bis zu 40 Kilometer Flussufer umfassen. Aber nur, wenn er genügend natürliche Ufer findet, kann der Otter ein Revier besiedeln. Aus diesem Grund ist der flinke Fischjäger bei uns sehr selten geworden, denn dort, wo Steinpackungen die Ufer befestigen, findet er keine Schlupflöcher. "Renaturierte" Flüsse dagegen, die ihren natürlichen Verlauf wiederbekommen und deren Uferbefestigungen abgebaut werden, können wieder Otterreviere werden.

Mehr über den Fischotter

Eisvogel und Flussregenpfeifer

Ein bunt schillernder Eisvogel. (Foto: cc by sa Lukasz Lukasik@wikipedia.de)
Eisvogel, Nahaufnahme.
Der Flussregenpfeifer ist selten. (Foto: cc by sa Durzan cirano@wikipedia.de)
Flussregenpfeifer, Nahaufnahme.
Der Flussregenpfeifer brütet auf solchen Kiesbetten in natürlichen Flussläufen. (Foto: Rufus46 cc-by-sa 3.0)
Natürlicher Flusslauf an der Isar

Der bunt schillernde Eisvogel ist - ebenso wie der Fischotter - ein Bewohner der Uferböschungen. Er jagt in ruhigen und fließenden Gewässern nach frischen Fischen. In lehmigen Steilufern baut er seine Bruthöhle. Die bohrt er mit seinem langen Schnabel bis zu einen Meter tief in den Hang. Dem kleinen Vogel ist die Anpassung an seinen vom Menschen veränderten Lebensraum ganz gut gelungen: Er brütet inzwischen sogar an Gewässern in Stadtparks.

Mehr über den Eisvogel.

Der Flussregenpfeifer hat es leider nicht so gut getroffen. Sein eigentlicher Lebensraum sind Kies- und Sandbänke oder flache Ufer der Flüsse. Weil viele Flüsse begradigt wurden, gibt es solche Bänke nur noch in wenigen Gewässern. Der Flussregenpfeifer braucht diese Inseln aber zur Eiablage und für die Nahrungssuche. Häufig sucht er sich deshalb Ersatz - zum Beispiel in Kiesgruben. Diese Lebensräume sind aber oft nicht von Dauer und der Vogel hat das Nachsehen.

Sumpfdotterblume und Silberweide

Sumpfdotterblume (Foto: Volker Inning / pixelio)
Sumpfdotterblume am Gewässerufer.
Eine Silberweide am Flussufer. (Foto: Willow cc-by-sa 2.5)
Silberweide am Flussufer

Sumpfdotterblume und Silberweide sind typische Bewohner von Auwäldern. Auwälder sind Wälder in Flussnähe, die auf regelmäßige Überschwemmungen und einen hohen Stand des Grundwassers angewiesen sind. Die Sumpfdotterblume kann von März bis Juni in Auwäldern und auf Feuchtwiesen ganze Blütenteppiche bilden. Leider ist sie selten geworden, weil Begradigungen und Eindeichen der Flüsse Auwälder und Feuchtwiesen von der Wasserzufuhr abgeschnitten haben. An einigen deutschen Flüssen gibt es aber Bemühungen, dies wieder rückgängig zu machen. So sollen zum Beispiel Deiche zurück verlegt werden, damit die Uferzonen wieder überschwemmt werden können. Dazu hat die Bundesregierung das Programm "Blaues Band" beschlossen.

Mehr über das Blaue Band

Unser Fall der Woche vom 25. April bis 2. Mai 2017

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Fall der Woche
Wo brütet der Flussregenpfeifer?
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Deutschlands Flüsse sollen wieder natürlicher werden:

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Gewinner des letzten Wochenfalls war:

Julian.

Die Wochenfrage lautete:

Wie nennt man das Abnehmen und Zunehmen des Wassers im Fluss?

Und die richtige Antwort war:

A - Flussdynamik.

Herzlichen Glückwunsch!