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Lexikon

Gefährliche Spinnen


(Foto: AlfriedH._gemeinfrei)
Europäische Schwarze Witwe im Netz

Die Schwarze Witwe ist eine der wenigen Spinnenarten, die auch für Menschen gefährlich werden können. Genau wie die australische Trichternetzspinne und die Bananenspinne - die giftigste Spinne überhaupt. Doch wie gefährlich sind diese Tiere eigentlich?

Woher hat die Schwarze Witwe ihren unheimlichen Namen?

Eine Schwarze Witwe mit einem Eikokon. (Foto: gemeinfrei)
Schwarze Witwe mit Eikokon.
Die Europäische Schwarze Witwe gibt es zum Beispiel in Spanien. (Foto: gemeinfrei)
Europäische Schwarze Witwe mit orangefarbenen Flecken.

Die "Europäische Schwarze Witwe" kommt in trockenen sandigen Regionen am Mittelmeer vor. Dort verkriecht sie sich unter Steinen und lauert auf Beute. Ihr Netz baut sie knapp über dem Boden auf. Bringt ein Tier - meistens größere Insekten - das Netz in Schwingungen, dann schnellt die Spinne aus ihrem Versteck, packt das Opfer und tötet es mit ihrem giftigen Biss.

Und Menschen?

Weil die Schwarze Witwe am liebsten in Steppen und Halbwüsten lebt, laufen ihr selten Menschen über den Weg. Entsprechend selten sind auch die Bisse. Die können zwar unangenehm sein, aber eine Vergiftung verläuft fast nie tödlich. Das Gift der Spinne kann üble Muskelkrämpfe verursachen, wirklich gefährlich ist es aber nur für Menschen mit einer Allergie.

Viel tödlicher ist die Schwarze Witwe für ihre eigenen Artgenossen. Denn nach der Paarung hat manches Weibchen großen Appetit. Und die einzige Beute in Reichweite ist - das Männchen. Sucht es nicht schnellstens das Weite, endet es sehr bald als Mittagessen seiner Partnerin. Und genau daher hat die Spinne ihren unheimlichen Namen.

Aggressiv und gefährlich: Sydney-Trichternetzspinne

Diese Spinne droht einem Angreifer. Du kannst die kräftigen Zähne der Spinne gut erkennen. (Foto: tirin cc-b-y-sa 3.0)
Eine Sydney-Trichternetzspinne in Drohhaltung.
(Foto: sputniktilt cc-by-sa 3.0)
Männchen und Weibchen.

Australien gilt als der Kontinent mit den giftigsten Tierarten. Kein Wunder, dass hier auch die gefährlichste Spinne der Welt lebt: Die Sydney-Trichternetzspinne. Gefährlich ist sie schon allein deshalb, weil sie rund um die Großstadt Sydney in Australien vorkommt und dort auch gern in die Gärten der Menschen einzieht. Ihr Gift kann vor allem Kinder und ältere Menschen töten. Da die Spinne mit fast fünf Zentimetern Länge ziemlich groß ist, sind auch ihre Zähne lang und spitz genug, um menschliche Haut mühelos zu durchdringen. Gestorben ist zwar in Australien schon lange niemand mehr an dem Biss der Spinne - aber vor allem deshalb, weil es inzwischen ein wirksames Gegengift gibt.

Im Verborgenen

Eigentlich ist die Sydney-Trichternetzspinne eine Waldbewohnerin. Sie braucht kühle, schattige Böden, in die sie ihre Wohntunnel graben kann. Wenn in einem Garten genügend Gebüsch und niedere Pflanzen wachsen, zieht sie dort aber genau so gerne ein. Die Wohntunnel kleidet sie mit Spinnenseide aus und verbringt dort die längste Zeit ihres Lebens. Zur Paarungszeit streifen die Männchen auf der Suche nach einer Partnerin umher - und können dabei auch schon mal einem Menschen über den Weg laufen.

Die Spinne mit dem stärksten Gift: Brasilianische Wanderspinne

Gilt als giftigste Spinne der Welt: Die Brasilianische Wanderspinne. Zum Glück gibt es ein wirksames Gegengift. (Foto: techuser GFDL@wikipedia.de)
Eine Brasilianische Wanderspinne auf Sandboden

Auch die Brasilianische Wanderspinne gehört zu den Spinnenarten, die Menschen gefährlich werden können. Ihr Gift ist besonders stark. Immerhin lebt sie schön weit weg - nämlich in Südamerika. Allerdings bleibt sie dort nicht immer: Manchmal kommt es vor, dass sich einzelne Tiere bei der Bananenernte nicht schnell genug aus dem Staub machen und über Umwege in die Bananenkisten geraten, die nach Europa verschifft werden. Sogar in Deutschland sind schon Supermärkte tagelang geschlossen worden, weil Mitarbeiter gesehen haben, wie eine Spinne aus einem Bananenkarton huschte. Meistens stellte sich das Tierchen später als harmlose Art heraus - aber nicht immer. Aber keine Angst: Überleben können die Spinnen hier nicht - ihnen ist es bei uns einfach zu kalt.

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Steckbrief Europäische Schwarze Witwe

(Foto: Ben Swihart cc-by 2.0)
Zwei Schwarze Witwen vor blauem Hintergrund

Ordnung:
Webspinnen

Familie:
Haubennetzspinnen

Gattung:
Echte Witwen

Verbreitung:
Südeuropa, Nordafrika

Lebensraum:
Trockene Steppen

Größe:
1 cm Körpergröße, Spannweite der Beine bis 4 cm (Weibchen),
5 mm Körpergröße, Spannweite bis 1,7 cm (Männchen)

Nahrung:
Insekten

Wissenschaftlicher Name:
Latrodectus tredecimguttatus

Steckbrief Sydney-Trichternetzspinne

(Foto: sputniktilt cc-by-sa 3.0)
Sydney-trichternetzspinne

Ordnung:
Webspinnen

Familie:
Hexathelidae

Verbreitung:
Australien, im weiten Umkreis der Großstadt Sydney

Lebensraum:
Ursprünglich Regenwälder und Hartlaubwälder, aber auch Gärten. Bevorzugt feuchte, schattige Böden.

Größe:
2,5 cm (Männchen) bis 3,5 cm (Weibchen) Körpergröße, Beinspannweite bis 8 cm.

Nahrung:
Insekten, Eidechsen, Frösche

Wissenschaftlicher Name:
Atrax robustus

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(Foto: gemeinfrei)
Eine Krabbenspinne auf Holzbrett

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