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Lexikon

Herbstlaub

Was passiert mit den Blättern?

(Foto: gemeinfrei)
Herbstlaub im Wald

Jetzt im Herbst fallen die Blätter in großen Mengen von den Bäumen. Doch warum werfen die Bäume ihre Blätter eigentlich ab? Und was passiert mit dem ganzen Laub?

Wieso fallen die Blätter überhaupt vom Baum?

Buchen im Herbst. (Foto: Rainer Sturm / pixelio.de)
Buchenkronen in Herbstfarben.
Zu welchem Baum gehört dieses Blatt? (Foto: Verena N./pixelio.de)
Rotes Eichenblatt, Nahaufnahme.

Im Herbst werfen die Laubbäume ihre Blätter ab. Wenn die Blätter im kalten Winter am Baum hängen bleiben würden, dann bräuchte der Baum viel mehr Wasser. Das liegt daran, dass durch die Oberfläche der Blätter ständig Wasser verdunstet. Im Winter ist das Wasser im Boden aber gefroren und der Baum könnte das ganze verdunstete Wasser gar nicht ersetzen. Er würde verdursten. Damit das nicht passiert, müssen die Blätter im Herbst weg.

Nährstoffe speichern

Doch bevor der Baum die Blätter abwirft, zieht er alle Nährstoffe, die darin gespeichert sind, zurück in den Stamm. Dazu gehört auch der Stoff, der die Blätter grün macht. Man nennt ihn "Chlorophyll". Er hat die Farben gelb und braun verdeckt, die nun plötzlich sichtbar werden. Dazu kommt roter Farbstoff, den der Baum erst im Herbst bildet, um die Blätter vor der Sonne zu schützen solange er sie noch braucht. Sobald aber das ganze Chlorophyll im Stamm gespeichert ist, verhärtet sich der Blattstängel und das Blatt wird nicht länger versorgt. Es fällt zu Boden.

Das Ganze dauert - je nach Baumart - von Ende September bis zu den ersten Frostnächten. Danach sind die Bäume kahl.

Wer kümmert sich um das ganze Laub?

(Foto: Verena N. / pixelio.de)
Pilze sind zum größten Teil dafür verantwortlich, dass aus Herbstlaub bis zum Frühjahr wieder Erde wird. (Foto: Leon Becklönne / BfN)
Fliegenpilze
Die Pilze verarbeiten das Laub zu Erde. (Foto: Rita Lüder)
Fruchtkörper von Pilzen auf Blättern
Hier siehst du, wie sich das Pilzmycel über das ganze Blatt ausbreitet. (Foto: Rita Lüder)
Pilzmycel auf Eichenblatt
Auch aus diesem Fichtenzapfen wird irgendwann wieder Erde. Dafür sorgen die Pilze. (Foto: Rita Lüder)

Jedes Jahr landen ganze Berge von Laub auf dem Waldboden. Und sind im nächsten Sommer fast verschwunden. Was passiert mit den vielen Blättern? 

Sobald das Laub auf den Waldboden trifft, kümmert sich eine Armee von Waldarbeitern um den "Abfall".  Die meisten von ihnen sind so klein, dass sie mit dem bloßen Auge nicht zu erkennen sind. Aber auch die größeren von ihnen führen ein Leben im Verborgenen. Aber sie leisten eine Arbeit von unschätzbarem Wert.

Die Hauptarbeit machen Pilze

Die Hauptarbeit dabei übernehmen die Pilze. Pilze bestehen nur zu einem kleinen Teil aus den Fruchtkörpern, die du aus der Erde wachsen siehst. Der allergrößte Teil eines Pilzes wächst unterirdisch als feines weißes Wurzelgeflecht. Dieses Geflecht nennt man "Mycel". Und dieses Mycel kann aus Laub wieder gute Erde machen, indem es das Laub in winzigste Einzelteile zersetzt - es "frisst" Laub und scheidet Erde aus.

Unzählige Kleinlebewesen

Hilfe bekommen die Pilze von unzähligen Kleinlebewesen. Asseln, Hundertfüßer oder Regenwürmer zerkleinern das Laub und durchmischen den Boden. Ihre kleineren Kollegen, die Springschwänze und Hornmilben, helfen dabei. Sie alle arbeiten übrigens eng mit den Pilzen zusammen, denn selbst in den Körpern der kleinen Lebewesen wohnen Pilze. Sie helfen ihrem Darm, das Laub zu verdauen. Von winzigen Einzellern und Bakterien wird die Erde schließlich noch weiter zersetzt. Am Ende entsteht wertvoller neuer Humus, aus dem die Pflanzen ihre Energie zum Wachsen gewinnen.

Massenhaft Laub

Ohne die vielen Bodenarbeiter könnte der Wald nicht überleben, denn sie sorgen dafür, dass der Boden nicht unter massenhaft Laub erstickt. Erst dank ihrer Arbeit können Pflanzen die Nährstoffe aus dem Boden überhaupt nutzen und wachsen.

Wie heißt der grüne Farbstoff im Blatt?
A oder B oder C - nur eine Antwort ist richtig.
A Chlorophyll
B Phyllochlor
C Rophyllchlorid

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Frag Konstantin!

(Grafik: BfN)
Hamster Konstantin im Herbstlaub

HMS wollte wissen: "Warum lauben Bäume der gleichen Art zu unterschiedlichen Zeiten?" Das hat Konstantin geantwortet:

Wann die Blätter der Bäume bunt werden und schließlich abfallen, hängt von ihrem Standort ab. Bäume im Gebirge oder an der Küste werden zum Beispiel mehr als zwei Wochen früher bunt als Bäume der gleichen Art im flachen Binnenland. Die ersten Birken an der Nordseeküste werden schon Ende August gelb - in der Kölner Bucht aber erst Mitte September. Das liegt daran, dass das Klima im Gebirge und an der Küste rauher ist: Im Frühjahr wird es dort später warm und im Herbst früher kalt. Auch die Versorgung mit Wasser spielt eine Rolle: Nach einem trockenen Sommer werfen die Bäume das Laub früher ab als nach einem verregneten.

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(Foto: gemeinfrei)
Igel im Herbstlaub

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