Bundesamt für Naturschutz BfN

Hauptbereichsmenü



Lexikon

Krötenwanderung


(Foto: mhp / fotolia)
Kröten überqueren nachts eine Straße

Wenn die Nächte im Frühling wärmer werden, dann beginnt eine Massenwanderung: Millionen von Erdkröten machen sich auf den Weg zu ihren Laichgründen. Dabei riskieren sie Kopf und Kragen, denn ihr gefährlicher Weg führt oft über Straßen hinweg. Doch das ist ihnen egal: Die Paarungszeit hat begonnen.

Der gefährliche Marsch der Erdkröten

Der Marsch der Erdkröten ist lang und gefährlich. (Foto: Ingo Bartussek / fotolia)
Erdkröte auf der Straße
Das Weibchen trägt das Männchen huckepack.(Foto: Sixta Görtz)
Ein Krötenpaar auf Wanderschaft

Wenn die Nächte der Krötenwanderung gekommen sind, dann ziehen fast alle Tiere gleichzeitig los. Die Kröten wissen ganz genau, wo sie hinwollen - auch wenn sie für den Weg manchmal mehrere Nächte brauchen. Erdkröten legen ihre Eier nämlich immer genau in dem Gewässer ab, in dem sie selbst geboren wurden.

Mond und Sterne

Ihren Weg finden sie mit Hilfe ihres Instinkts, aber sie orientieren sich auch an Mond und Sternen, Gerüchen und Geräuschen. Gefahren lauern dabei vor allem auf den Straßen. Weil die Kröten von den Autofahrern im Dunkeln nicht gesehen werden, werden viele von ihnen überfahren.

Übrigens wandern nicht nur die Erdkröten im Frühjahr ans Wasser zurück, um ihre Eier - den Laich - abzulegen. Das tun auch andere Amphibien. Doch viele haben kürzere Wege oder wandern nicht alle gleichzeitig.

Krötenwanderung: Mit dem Eimertaxi in Sicherheit

(Foto: JenaFoto24.de/pixelio)
Krötenkopf, der aus dem Wasser guckt
Am Straßenrand eingesammelt: Diese Kröte ist gerettet! (Foto: Sixta Görtz)
Kröte auf Kinderhand.
Ein Krötentunnel führt unter der Straße hindurch. (Foto: Christian Fischer cc-by-sa 3.0)
Krötentunnel
Erdkröten legen ihren Laich in langen Schnüren ab. (Foto: Mike Krüger cc-by-sa 2.0)
Laichschnüre der Erdkröte im Wasser

Die Erdkröten folgen ihrem Instinkt und versuchen, die Laichgewässer auf dem schnellsten Wege zu erreichen. Auf den Straßenverkehr achten sie dabei nicht. Deshalb stehen im Frühjahr oft Warnschilder an der Straße. Sie sollen die Autofahrer ermahnen, langsam zu fahren und auf wandernde Kröten zu achten.

Krötenzäune

Außerdem kannst du am Straßenrand manchmal kleine grüne Zäune aus Kunststoff erkennen. Die hindern die Kröten daran, die Straße zu überqueren. Entlang der Zäune haben Naturschützer alle paar Meter einen Eimer eingegraben. Die Kröten wandern den Zaun entlang auf der Suche nach einem Durchschlupf und schwupps - sind sie in einen der Eimer geplumpst. Am nächsten Morgen muss man die Kröten dann nur noch einsammeln, über die Straße bringen und wieder freilassen. Dann können die Tiere gefahrlos weiterwandern.

Krötentunnel

Wenn in der Nähe eines Gewässers neue Straßen gebaut werden, dann bekommen diese häufig einen Krötentunnel. Das ist ein Betonrohr, das unter der Straße hindurchführt. Zäune aus Blech leiten die Tiere in den Tunnel, wo sie dann ohne menschliche Hilfe ihren Weg fortsetzen können.


Kaulquappen. (Foto: Patrick Faeh/pixelio)
Kaulquappen im Wasser.
(Foto: Sixta Görtz)
Kröte im Wasser
Im Wasser paaren sich die Erdkröten. (Foto: Sixta Görtz)
Krötenpaar im Wasser
Das große Weibchen trägt das kleinere Männchen huckepack. (Foto: JenaFoto24.de/pixelio)
Krötenpaar huckepack frontal
Wie nennt man die Wirbeltierarten, die ihre körperliche Entwicklung im Wasser vollenden, um es dann zu verlassen?
A oder B oder C - nur eine Antwort ist richtig.
A Froschlurche
B Schwanzlurche
C Amphibien

zurück

Mehr über Amphibien

(Foto: gemeinfrei cc0)
Frosch im Wasser

Die Erdkröte gehört zu den Amphibien. Wenn du noch mehr über diese Tiergruppe wissen willst, dann schau mal hier nach:

Zu den Amphibien.

Gefahren für die Erdkröten

(Foto: gemeinfrei cc0)
Erdkröten im Wasser

Die Erdkröte hat viele Feinde. Für viele andere Tiere ist sie eine wichtige Nahrung. Graureiher, Störche und andere große Vögel fressen Erdkröten. Fast alle Marderarten, sowie Waschbären und Füchse gehen auf Krötenfang. Für einen gesunden Bestand an Erdkröten sind diese Gefährdungen aber kein Problem: Es bleiben immer noch genügend Tiere übrig, die den Fortbestand der Art sichern können.

Feind Mensch

Gefährlich wird es für die Erdkröte eher durch den Menschen: Auf der Straße lauert ebenso Gefahr wie duch die Trockenlegung von Laichgewässern. Wenn die erwachsenen Erdkröten an ihrem angestammten Ort kein Gewässer mehr finden, in das sie ihre Eier legen können, dann können sie sich an diesem Ort nicht mehr fortpflanzen.