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Lexikon

Luchse in Deutschland


Luchse sind Meister der Tarnung. Wenn sie es nicht wollen, werden sie nicht entdeckt. (Foto: gemeinfrei)
Luchs im Portrait

Durch unsere  Wälder schleicht eine Raubkatze. Sie ist gut getarnt und schwer zu entdecken. Nicht viel größer als ein Schäferhund, aber mit scharfen Krallen und spitzen Zähnen ausgestattet, macht sie Jagd auf Rehe. Behutsam und ohne ein Geräusch schleicht sie durch das Unterholz von hinten an ihre Beute heran. Dann ein kräftiger Sprung, ein Biss in die Kehle und das Reh liegt regungslos auf dem Waldboden. Sein Bezwinger: Ein Luchs.

Wie sehen Luchse eigentlich aus?

Im Winter sind die dunklen Flecken im Luchsfell besonders gut zu erkennen. (Foto: Martin Mecnarowski cc-by-sa 3.5)
Luchs im Schnee.

Luchse können bis zu 75 Zentimeter groß und 1,20 Meter lang werden. Sie haben ein hellbraunes oder graues Fell mit dunklen Flecken und schwarze Fellbüschel an den Ohren, die man "Pinsel" nennt. Der Schwanz ist kurz und dick und hat eine schwarze Spitze. Zwischen ihren Zehen tragen Luchse im Winter dichtes Fell, so dass sie nicht so stark im Schnee einsinken. Das erleichtert ihnen die Jagd auf ihre Beutetiere - vor allem Rehe und Hirschkälber. Aber auch Marder, Hasen und Füchse müssen sich vor Luchsen in Acht nehmen.

Nachwuchs bei Luchsens

Ein Jahr lang bleiben die Jungtiere bei ihrer Mutter. Dann müssen sie sich ein eigenes Revier suchen. (Foto: Joachim S. Müller cc-by-sa 3.5)
Luchs mit Jungtier.

Frühestens mit zwei Jahren kann ein Luchs-Weibchen zum ersten Mal Nachwuchs bekommen. Im Februar und März ist Paarungszeit. Nach knapp drei Monaten - also im Mai und Juni - werden zwei bis drei Jungtiere geboren. Das Männchen ist da schon längst über alle Berge - Erziehung ist bei den Luchsens nämlich Frauensache. Die ersten Wochen verbringen die kleinen Luchse in ihrem Bau, wo sie von der Mutter gesäugt werden. Doch schon nach wenigen Wochen gehen sie mit ihr auf Streifzug. Wenn sie ein Jahr alt sind, verlassen junge Luchse ihre Familie und suchen sich ein eigenes Revier.

Wo gibt es in Deutschland Luchse und wovon sind sie bedroht?

Auch in Deutschland gibt es Luchse. (Foto: Bernard Landgraf cc-by-sa 3.5)
Luchsportrait.
Über eine Grünbrücke können Wildtiere gefahrlos auf die andere Straßenseite wechseln.(Foto: gemeinfrei)
Grünbrücke über A 14 bei Schwerin.
Luchse breiten sich bei uns nur langsam aus. (Foto: gemeinfrei)
Luchs liegend

Luchse brauchen große, ungestörte Reviere. Die gibt es in Deutschland längst nicht überall. Deshalb leben die Luchse bei uns nur in einigen größeren Waldgebieten - zum Beispiel im Bayerischen Wald, im Harz, im Pfälzerwald und im Schwarzwald. Natürliche Feinde haben Luchse zur Zeit nicht. Möglicherweise könnten Wölfe ihre Feinde werden - wenn sich die Verbreitungsgebiete irgendwann überschneiden sollten.

Keine Jagd auf Luchse

Weil sie ganzjährig unter Naturschutz stehen, dürfen Luchse nicht gejagt werden. Gefahren drohen ihnen aber von anderer Seite: Auf der Suche nach einem eigenen Revier müssen die jungen Luchse Straßen überqueren. Manche werden dabei überfahren. Auch offene Landschaften wie ausgedehnte Felder oder menschliche Siedlungen sind für die Luchse fast unüberwindlich.

Wie der Luchs sich ausbreitet

Deshalb breiten sich die Luchse bei uns nur langsam aus. Wissenschaftler schlagen deshalb vor, dass in Luchsgebieten keine neuen Straßen mehr gebaut werden sollen. Außerdem sollen sogenannte "Grünbrücken" die Tiere gefahrlos über die Straße bringen. Grünbrücken sind Straßenbrücken, die mit Sträuchern und Bäumen bepflanzt werden und über die Straßen hinweg von einem Waldstück in ein anderes führen.

Warum haben Luchse Fell zwischen ihren Zehen?
A, B oder C  - nur eine Antwort ist richtig.
A- Um ihre Spuren zu verwischen.
B - Damit sie im Schnee nicht so tief einsinken
C - Damit sie beim Springen weich landen.

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(Foto: gemeinfrei)
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Eigentlich sind Luchse schweigsame Gesellen. Wenn aber im Februar und März Paarungszeit ist, dann kann man ihre Rufe weit durch den Wald hören.

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