Bundesamt für Naturschutz BfN

Hauptbereichsmenü



Lexikon

Mimikry-Spezial

Clevere Hochstapler im Tierreich

(Foto: Andreas Pietzowski yy-by-sa 4.0)/i>
Raupe des Mittleren Weinschwärmers

Achtung, Gefahr! Diese kleine und völlig harmlose Raupe des Mittleren Weinschwärmers tut so, als wäre sie eine Schlange. Bei Gefahr zieht sie ihren Kopf ein und bewegt ihren Körper langsam hin und her. Die großen Flecken auf ihrem Vorderleib sollen an Augen erinnern und allen Feinden sagen: Friss mich nicht - ich bin gefährlich!


Hier kannst du den kleinen Kopf der Raupe und die "Augenflecken" auf den vorderen Segmenten gut erkennen. (Foto: Jean-Perre Hamon cc-by-sa 3.0)
Raupe des Mittleren Weinschwärmers
Das Original - der Spitzkopf-Kugelfisch... (Foto: Haplochromis cc-by-sa 3.0)
Sattel-Spitzkopfkugelfisch
... und die Fälschung - der Mimikry-Feilenfisch. (Foto: Jens Pedersen cc-by 2.5)
Mimikry-Feilenfisch

Wenn harmlose Tiere in ihrem Aussehen und ihrem Verhalten gefährliche oder ungenießbare Tiere nachahmen, dann heißt das "Batesische Mimikry". Da harmlose Tiere sich nicht gegen ihre Feinde verteidigen können, ist eine gute Tarnung wie eine Lebensversicherung. Die Beutejäger haben gelernt, dass man bestimmte Tiere besser nicht fressen sollte. Und darauf verlassen sich auch die Nachahmer: Durch ihr Aussehen und ihr Verhalten kopieren sie die ungenießbaren und wehrhaften Tiere teilweise so gut, dass die Beutejäger die Finger von ihnen lassen.

Perfekte Tarnung

In den Korallenriffen der tropischen Meere gibt es einen Fisch, der die Mimikry so perfekt beherrscht, dass er von dem giftigen Original nicht mehr zu unterscheiden ist. Sein Name ist "Mimikry-Feilenfisch". Er kopiert den giftigen "Sattelspitzkopf-Kugelfisch", der in großen Schwärmen in den Korallenriffen lebt. In jedem Schwarm Kugelfische gibt es auch ein paar Exemplare des Feilenfisches. Und auch das ist ein Trick: Nur, wenn wenige Feilenfische in einem Kugelfischschwarm leben, kann die Tarnung funktionieren. Anderenfalls würden die Beutejäger irgendwann merken, dass sie getäuscht werden.

Gleiche Warnfarben für alle!

Diese Wespenschwebfliege trägt die schwarz-gelbe Warnfarbe, obwohl sie harmlos ist. (Foto: Richard Bartz cvc-by-sa 3.0)
Wepsenschwebfliege auf gelber Blüte

Viele stechende Insekten haben die Warnfarben schwarz-gelb. Auch das ist eine Art Mimikry. Man nennt sie "Müller'sche Mimikry". Wenn verschiedene gefährliche Tierarten dieselbe Warntracht tragen, dann lernen die Beutejäger schneller, dass sie diese Tiere nicht fressen sollten. Daraus ergibt sich eine Lebensversicherung für alle schwarz-gelben Insekten. Auch das nutzen ungefährliche Nahahmer aus: Die Schwebfliegen sind ebenso schwarz-gelb gestreift wie zum Beispiel Honigbienen oder Wespen, obwohl sie völlig harmlos sind.


Der Nattern-Plattschwanz ist eine giftige Schlange, die in tropischen Meeren vorkommt. Sie jagt in Korallenriffen nach Fischen - auch nach Ringelschlangenaalen. (Foto: Craig D. cc-by-sa 2.0)
Nattern-Plattschwanz im Meer
Der Ringelschlangenaal ahmt die auffällige Warnfarbe der Giftschlange nach. Pech für ihn, dass seine Tarnung oft auffliegt, denn ausgerechnet sein giftiges Vorbild macht Jagd auf ihn ... (Foto: Nhobgood cc-by-sa 2.5)
Ringelschlangenaal im Wasser

zurück

Weiterlesen...

(Foto: Stefan M. Höhne cc-by-sa 3.0)
Australische Gespenstschrecke

Noch mehr "Meister der Tarnung" und ihre  Tricks lernst du hier kennen:

Mimikry und Mimese

Pflanze oder Tier - bei den Gespenstschrecken kann man schon ins Grübeln kommen. Hier erfährst du mehr über sie:

Zu den Gespenstschrecken

Die Ameisengrille lebt im Ameisennest und frisst die Brut der Ameisen. Warum sie nicht entdeckt wird, erfährst du hier:

Zur Ameisengrille