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Lexikon

Mink

Unbeliebte Verwandtschaft aus Übersee

Amerikanischer Nerz oder Mink.(Foto: Stephan Morris / fotolia)
Mink im Gras

Seit rund 50 Jahren breitet sich der Amerikanische Nerz (den man auch Mink nennt) in Deutschland aus. Der Europäische Nerz dagegen ist bei uns schon lange ausgestorben. Jetzt könnte man ihn wieder ansiedeln - doch sein Verwandter aus Amerika lässt ihn nicht.

Wie gelangte der Amerikanische Nerz nach Europa?

Der Amerikanische Nerz wird auch "Mink" genannt. (Foto: Anna Wojtowicz cc-by-sa 3.0)
Mink auf Uferfelsen

Wegen ihres dichten weichen Fells wurden Minke schon vor 100 Jahren gezüchtet. Auch in Europa entstanden große Pelztierfarmen, in denen die Tiere gehalten wurden. Doch einige clevere Minke büxten aus, andere wurden von Menschen absichtlich aus den Gehegen gelassen. Heute fühlen sich die Amerikanischen Nerze in der freien Wildbahn Europas genauso wohl wie zu Hause. Sie vermehren sich und breiten sich weiter aus.

Erfolgreiche und kampferprobte Nager

Der Europäische Nerz ist sehr selten. Er unterscheidet sich vom Mink durch den etwas größeren weißen Fleck an der Schnauze. (Foto: Bernhardt Reiner / mauritius images)
Europäischer Nerz
Minke sind erfolgreiche Nager und breiten sich in Europa weiter aus. (Foto: qmnonic / Mariomassone cc-by 2.0)
Amerikanischer Nerz

Der Europäische Nerz ist in Deutschland ausgestorben und auch im restlichen Europa sehr selten. Das liegt nicht an seinem Verwandten aus Amerika, sondern am Menschen: Früher wurde der Nerz wegen seines Fells gejagt. Zudem wurden Moore trocken gelegt, Flüsse begradigt und die Gewässer verschmutzt. Die Nerze verloren ihren Lebensraum. Heute ist die Jagd auf die Tiere verboten, die Gewässer sind wieder sauberer; Moore und natürliche Flussufer entstehen wieder neu. Eigentlich wäre alles perfekt, um den Europäischen Nerz wieder in Deutschland anzusiedeln.

Das Problem: Sein Verwandter aus Amerika war schneller - und erfolgreicher. Minke sind anspruchslos. Sie fressen so ziemlich alles, was am Gewässer lebt. Und sie sind sehr wehrhaft und verteidigen ihre Reviere mit Kampfgeist. So haben sie inzwischen viele Lebensräume besetzt, die auch für den Europäischen Nerz geeignet wären. Doch der hat gegen seine Cousins aus Übersee keine Chance.

Wie wird man den Mink wieder los?

Ein Mink an einem Bach in Norddeutschland. (Foto: Christian Fischer cc-by-sa 4.0)

Weil er dem Europäischen Nerz den Lebensraum nimmt und auch, weil er gerne seltene Frösche und Kröten frisst, wird der Amerikanische Nerz als "invasive Art" bezeichnet. Um ihn wieder los zu werden, kann man ihn zum Beispiel einfangen. Denn nur dort, wo der lästige Verwandte nicht lebt, kann man den Europäischen Nerz wieder ansiedeln - als Beitrag zur Artenvielfalt in Europa.

Mehr zum Thema

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Steckbrief Mink

(Foto: Brendan Lally cc-by 2.0)
Mink im Gras

Familie:
Marder

Verbreitung:
Ursprünglich USA, Kanada, heute auch Europa

Lebensraum:
Ufer von Flüssen und Seen, Meeresküste

Größe:
Rund 40 cm ohne Schwanz.

Gewicht:
Bis 2,3 kg

Nahrung:
Fische, Kröten, Frösche, Molche, Mäuse, Vögel, Würmer und Schnecken.

Anzahl Junge:
2 bis 10

Lebensdauer:
Bis zu 10 Jahre.

Feinde:
Fuchs, Fischotter.

Wissenschaftlicher Name:
Neovison vison

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Foto: gemeinfrei)
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