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Lexikon

Narwale und Belugas


(Foto: premier.gov.ru cc-by 3.0)
Belugawal von vorn

Manchmal ist es im Meer, als seien Märchen Wirklichkeit geworden: Schneeweiß wie die Eiskönigign schimmert der Belugawal, wenn er durch die Fjorde Grönlands taucht - immer mit einem Lächeln im Gesicht. Die Menschen am Nordpolarmeer erzählen sich Geschichten von schwimmenden Einhörnern - denn die gibt es hier wirklich: Es sind Narwale, die einen ebenmäßig gedrehten Stoßzahn am Kopf tragen. Und weit draußen im offenen Ozean leben Schnabelwale - skurrile Tiere, über die wir fast nichts wissen, weil sie so ein verstecktes Leben führen. Sagenhaft, die Welt der Wale.


Eine Belugawalkuh mit Kalb. (Foto: Tony Fox cc-by-sa 3.0)
Belugawal mit Kalb
Narwalbullen tragen einen gedrehten Stoßzahn am Kopf. (Foto: gemeinfrei)
Narwale im Eismeer
Narwale leben im eisigen Nordpolarmeer. Sie bleiben meist auf hoher See und kommen nur selten in Küstennähe. (Foto: Paul Girczewski cc-by-sa 4.0)
Narwalrücken im Eismeer
Wie die meisten Wale bilden Belugas Familiengruppen, die man Schulen nennt. Foto: Ansgar Walk cc-by-sa 3.0)
Belugaschule im Meer
Belugas sind besonders erfinderisch, wenn sie sich verständlich machen wollen. Sie können muhen, zirpen, pfeifen, zwitschern und trompeten. (Foto: Ansgar Walk cc-by-sa 3.0)
Beluga im Meer
Belugawale gehören zu den wenigen Walarten, die auch in Zoos gehalten werden. Deshalb wissen die Forscher sehr viel über sie. (Foto: Georgia Aquarium cc-by-sa 2.0)
Belugawale im Aquarium
Hier siehst du einen ganz jungen Belugawal im Aquarium von Vancouver in Kanada. (Foto: Stan Shebs cc-by-sa 3.0)
Beluga im Becken

70 Arten gehören zu den Zahnwalen. Und dabei hat die Natur alles gegeben: Manche sind winzig klein, wie die Schweinswale, andere riesig, wie der Pottwal. Die einen haben das Maul voller spitzer Zähne, wie die Delfine, andere besitzen nicht einen einzigen Zahn, wie die weiblichen Schnabelwale. Die einen leben nur in den Tropen, andere nur im Eismeer und wieder andere ziehen ihr Leben lang von Ozean zu Ozean.

Einhorn des Meeres

In all dieser Vielfalt gibt es aber einige Arten, die besonders wunderlich aussehen - wie zum Beispiel Narwale. Wenn Narwalmännchen zwei Jahre alt geworden sind, dann fängt einer ihrer beiden Zähne im Oberkiefer an zu wachsen. Er entwickelt sich zu einem Stoßzahn, der in gleichmäßigen Spiralen gedreht ist und bis zu drei Meter lang werden kann. Wozu sie ihn brauchen, ist bis heute nicht endgültig geklärt. Wissenschaftler vermuten, dass die Männchen damit die Weibchen beeindrucken wollen. Manchmal drohen sie den anderen Männchen - aber als Schwert ist der Zahn kaum zu gebrauchen, denn er splittert schnell. Dafür enthält er bis zu zehn Millionen Nervenenden, mit denen die Narwale die Wassertemperatur, den Wasserdruck und den Salzgehalt des Meerwassers messen können. Forscher vermuten, dass diese Informationen für die Jagd oder auch die Orientierung wichtig sein könnten.

Die Eiskönigin

Belugawale sind schneeweiß. Und das ist nicht das Einzige, was sie von den meisten anderen Walen unterscheidet. Genau wie die Narwale können Belugas ihren Kopf zur Seite drehen. Auf uns Menschen wirkt das sehr putzig, hat biologisch aber einen tieferen Sinn: Narwale und Belugas sind Gründelwale. Das bedeutet, dass sie auch Plattfische und Würmer vom Grund des Meeres fressen. Narwale haben allerdings kaum Zähne und die Zähne von Belugas sind ziemlich schlecht. Weil man damit keine Beute schlagen kann, sind die beiden auf eine clevere Methode verfallen, um Fische zu fangen: Sie machen die Lippen spitz und saugen den Fisch einfach ein. Mit ein bisschen Übung können sie dabei einen so starken Unterdruck erzeugen, dass ihnen sogar Heilbutts und erwachsene Dorsche ins Maul schwimmen. Weil junge Gründelwale diese Methode erst üben müssen, werden sie ziemlich lange gesäugt. Danach sind sie noch ein Jahr lang von ihrer Mutter abhängig - bis sie die Saugtechnik perfekt beherrschen.

Kanarienvögel der Meere

Belugawale sind richtige Quasselstrippen. Sie können so viele verschiedene Laute äußern, dass man sie auch "Kanarienvogel des Meeres" nennt. Weil Belugawale zu den wenigen Walarten gehören, die auch in Zoos gehalten werden, haben Meeresbiologen versucht, ihnen menschliche Worte beizubringen. Und tatsächlich: Einige von ihnen können schon "Flosse, Eimer und Brille" sagen. Jetzt hoffen manche Wissenschaftler, dass sie sich irgendwann mit den Tieren unterhalten können. Na ja...

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Steckbrief Narwal

(Foto: gemeinfrei)
Narwal.

Verbreitung:
Arktischer Ozean, nahe am Packeis

Lebensraum:
Offene See

Größe:
5 m plus 3 m Stoßzahn

Gewicht:
800 bis 1600 Kilo

Nahrung:
Dorsch, Heilbutt, Tintenfische, Krabben

Anzahl Junge:
Eines alle zwei Jahre

Lebensdauer:
Bis 40 Jahre

Wissenschaftlicher Name:
Monodon monocerus

Steckbrief Beluga

(Foto: Stan Shebs cc-by-sa 3.0)
Belugawal-Portrait

Verbreitung:
Rund um den Nordpol

Lebensraum:
Fjorde, Flussmündungen, aber auch offene See in der Nähe des Packeises

Größe:
4 bis 6 m

Gewicht:
500 bis 1500 Kilo

Nahrung:
Über 100 verschiedene Tiere, darunter auch Krebse, Muscheln und Schnecken

Anzahl Junge:
Eines

Lebensdauer:
25 bis 30 Jahre

Wissenschaftlicher Name:
Delphinapterus leucas

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(Foto: Patrick Hawks cc-by-sa 2.0)
Buckelwal springt aus dem Wasser

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(Foto: gemeinfrei)
Buckelwal unter Wasser

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