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Lexikon

Europäische Sumpfschildkröte


(Foto: Wolfgang Simlinger / gemeinfrei)
Sumpfschildkröte auf Baumstamm im Wasser

Eine einzige Schildkrötenart ist in Deutschland heimisch: Die Europäische Sumpfschildkröte. Und die ist auch noch sehr selten. Nur in einigen wenigen Bundesländern gibt es sie noch.

Wo leben Europäische Sumpfschildkröten eigentlich?

Europäische Sumpfschildkröten sind in Deutschland sehr selten. Dieses Foto stammt aus Kroatien. (Foto: gemeinfrei=
Europäische Sumpfschildkröte im Wasser
Eine Sumpfschildkröte gräbt ein Loch in den Sand. Dort legt sie ihre Eier hinein und lässt sie von der Sonne ausbrüten. (Foto: Kutzli cc-by-sa)
Sumpfschildkröte am Ufer

Sumpfschildkröten sind scheu und sehr selten. Deshalb wirst du sie wahrscheinlich nie zu Gesicht bekommen - es sei denn, du lebst in Hessen, Mecklenburg-Vorpommern oder Brandenburg. Hier gibt es die kleinen Reptilien nämlich noch.

Ideale Lebensräume findet die Schildkröte in Seen, Teichen und Bächen mit vielen Wasserpflanzen. Diese erleichtern nämlich den Jungtieren das Verstecken vor Hechten und Welsen. Baumstämme und Äste, die aus dem Wasser ragen, sollte es auch geben. Darauf sonnen sich die Schildkröten. Und schließlich sollte der Boden rund um das Gewässer auch noch möglichst sandig sein, damit das Weibchen die Eier dort gut eingraben kann. Das sind hohe Ansprüche - die leider in Deutschland oft nicht erfüllt werden können. Die Schildkröte wird deshalb auf der Roten Liste Deutschland als "vom Aussterben bedroht" geführt.

Wie vermehren sich die Sumpfschildkröten?

Schon im Februar oder März paaren sich die Europäischen Sumpfschildkröten. (Foto: Mikutzli cc-by-sa 3.0)
Schildkröten bei der Paarung im Wasser
Frisch geschlüpft ist diese kleine Schildkröte. Sofort hat sie sich zwischen Wasserpflanzen versteckt. (Foto: Kutzli cc-by-sa 3.0)
Schlüpfling.

Wie alle Schildkröten legen auch Europäische Sumpfschildkröten ihre Eier in den Boden - am liebsten in Sandboden. Im Juni gräbt das Weibchen an einem geeigneten Platz mit seinen Vorderfüßen eine kleine Höhle. Dort legt es die Eier hinein. Danach scharrt sie den Sand wieder über das Loch und tritt ihn gut fest. So sind die Eier sicher vor gefräßigen Feinden wie Füchsen, Dachsen, Waschbären und Hauskatzen.

Im Herbst schlüpfen die kleinen Schildkröten. Das Schlüpfen ist harte Arbeit und es dauert einige Stunden bis die Kleinen an der Oberfläche angekommen sind. Jetzt müssen sie um ihr Leben laufen: So schnell sie können laufen sie zum nächsten Gewässer und verstecken sich zwischen den Wasserpflanzen. Denn auf dem Weg lauern Räuber: Vögel, Füchse und Marder machen Jagd auf die kleinen Leckerbissen. Im Wasser warten schon Hecht und Wels, um sie zu verspeisen.

Doch wenn die Kleinen das erste Lebensjahr überstanden haben, haben sie kaum noch natürliche Feinde. Ihr harter Panzer schützt sie vor dem Gefressenwerden. Das ist auch gut so, denn erst mit ungefähr 10 Jahren können die jungen Schildkröten selbst Eier legen. So muss jede Schildkröte viele Gefahren überstehen, bevor sie selbst zur Erhaltung ihrer Art beitragen kann.

In welchem Alter können Schildkröten erstmals selbst Eier legen?
A, B oder C - nur eine Antwort ist richtig.
A Mit 10 Jahren
B Mit 15 Jahren
C Mit 5 Jahren

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Konkurrenz aus Amerika

Rotwangen-Schmuckschildröte (Foto: J. Raff-Reynolds cc-by 2.0)

Nicht nur die Veränderungen ihres Lebensraumes und die zahlreichen Feinde machen der Europäischen Sumpfschildkröte das Leben schwer, sondern auch eine Schildkrötenart aus Amerika. Die "Buchstaben-Schmuckschildkröte" wurde in vielen Gewässern bei uns von Menschen ausgesetzt und verdrängt die Sumpfschildkröte aus ihrem Lebensraum.

Mehr über die Schildkröten aus Übersee im aktuellen Wochenfall:

Zum Fall der Woche: Schmuckschildkröten