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Lexikon

Schlangen


(Foto: Wilhelm Gailberg / piclease)
Schlingnatter am Boden

Schlangen gibt es nicht nur in der Wüste - auch bei uns in Deutschland sind einige Schlangenarten heimisch. Lies hier, wie sie leben und wo du sie am besten beobachten kannst!


Hamster Konstantin mit SChlangen

Wenn du Schlangen beobachten willst, musst du besonders gut schleichen können. Schlangen haben nämlich einen sehr empfindlichen Tastsinn und spüren jeden deiner Schritte an den Schwingungen des Bodens. Bevor du sie zu Gesicht bekommst, schlängeln sie sich blitzschnell ins Gebüsch. Doch wenn du etwas mehr über die Lebensweise der Schlangen weißt, dann kann dir die  Beobachtung der heimlichen Tiere gelingen.

So kannst du Schlangen beobachten

Die Schlingnatter hat wie alle Nattern große, runde Augen. (Foto: Christian Fischer cc-by-sa 2.5)
Schlingnatter
Die Ringelnatter kann man gut an den gelben Flecken an ihrem Hinterkopf erkennen. (Foto: Nepomuk Fährdrich cc-by-sa)
Ringelnatter

Das Wichtigste zuerst: Wie alle Reptilien sind Schlangen "wechselwarm". Das bedeutet, dass sie ihre Körpertemperatur nicht selbstständig regulieren können. Wenn sie morgens wach werden, sind sie zuerst steif und unbeweglich. Deshalb legen sie sich in die Sonne, um ihren Körper auf Touren zu bringen.

Ein sonniges Plätzchen

Wieso ist das so wichtig? Weil du jetzt schon weißt, wann und wo du Schlangen am besten beobachten kannst - nämlich an einem Sommermorgen an warmen, sonnigen und trockenen Plätzen. Das kann ein Steinhaufen im Garten sein, eine alte Sandgrube oder ein verlassener Steinbruch. Hier hast du gute Chancen, eine Schlange zu beobachten.

Auf Fischfang

Es gibt auch Schlangen, die nach dem Aufwärmen gerne ins Wasser gehen - wie zum Beispiel die Ringelnatter. Sie geht in Teichen und Seen auf Fisch- und Froschfang. Dabei kann man sie gut beobachten, denn beim Schwimmen streckt sie ihren Kopf aus dem Wasser. Aber keine Panik: Wie die meisten heimischen Schlangen ist auch die Ringelnatter völlig ungiftig.

Gibt es bei uns auch Giftschlangen?

Zwei Kreuzottern, eine von ihnen mit dem typischen Zickzackmuster. (Foto: Malene Thyssen cc-by-sa 3.0)
Zwei Kreuzottern, davon eine schwarze Morphe
Aspisviper. Deutlich ist der dreieckige Kopf und die aufgestülpte Schnauzenspitze zu sehen. (Foto: Werner Seiler cc-by-sa)
Aspisviper

In Deutschland sind zwei Giftschlangen heimisch: Die Kreuzotter und die Aspisviper. Weil die Aspisviper es gerne schön warm hat, kommt sie nur in einigen warmen Regionen in Süddeutschland vor.

Die Kreuzotter dagegen ist nicht so zimperlich. Für sie darf es auch etwas kühler sein. Deshalb kannst du sie überall in Deutschland antreffen. Sogar weiter im Norden gibt es Kreuzottern - in Norwegen und Schweden sind sie sogar recht häufig.

Sind die Giftschlangen gefährlich?

Solange du sie nicht anfasst - nein! Unsere heimischen Giftschlangen sind nicht aggressiv, im Gegenteil: Sie gehen den Menschen aus dem Weg. Es ist für Naturdetektive schwierig genug, sie überhaupt jemals zu Gesicht zu bekommen. Wenn du aber doch einmal eine treffen solltest, dann bleib einfach stehen und beobachte sie. Sobald sie dich bemerkt hat, wird sie sich blitzschnell zurückziehen und im Gebüsch verschwinden. Anfassen solltest du sie jedoch nie!

Sind Schlangen in Deutschland häufig?

Würfelnattern sind Wasserschlangen und erbeuten Fische. (Foto: Andrei Daniel Mihalca cc-by-sa)
Würfelnatter verschlingt einen Fisch.

Leider sind fast alle Reptilienarten im dicht besiedelten Deutschland gefährdet. Ihre Lebensräume werden vernichtet, zum Beispiel indem Trockenmauern abgerissen und Totholz-Haufen weggeräumt werden. Viele von ihnen kommen auf der Straße ums Leben, andere werden einfach getötet, weil manche Menschen Schlangen nicht mögen oder Angst vor ihnen haben. Insbesondere diejenigen Arten, die in Süddeutschland ihr nördlichstes Verbreitungsgebiet haben, vermehren sich nur an sehr wenigen Standorten und sind deshalb schon von Natur aus stark gefährdet. Umso wichtiger ist es für Naturdetektive, Schlangen besser kennenzulernen und zu schützen.

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(Foto: Nepomuk Fähdrich cc-by-sa 2.0)
Ringelnatter, Portrait

Lerne Europas kleinste Giftschlange kennen:

Zur Wiesenotter

Unsere einzige heimische Würgeschlange ist die Schlingnatter. Lies hier mehr:

Zur Schlingnatter

Felsen sind beliebter Lebensraum für Schlangen. Hier erfährst du mehr:

Felsen der Mittelgebirge

Blinde Schleichen?

Die Schuppenhaut der Blindschleiche ist glatt und glänzend (Foto: Marek cc-by-sa 2.5)
Blindschleiche

Die Blindschleiche ist keine Schlange, sondern eine Echse ohne Beine. In Mitteleuropa gehört sie zu den am häufigsten vorkommenden Reptilien. Aufgrund ihres langgestreckten Körpers wird sie oft mit einer Schlange verwechselt. An ihrem Skelett kann man aber noch Reste von Becken- und Schulterknochen entdecken. Übrigens sind Blindschleichen nicht blind. Ihren Namen hat sie vom Althochdeutschen "plintslicho", was so viel wie „blinkender Schleicher“ bedeutet.

Welche Schlangen leben in Deutschland?

Eine Äskulapnatter im Baum. Sie kann bis zu 1,80 Meter lang werden! (Foto: Christoph Leeb cc-by-sa)
Äskulapnatter

Diesen Schlangen kannst du auch in Deutschland begegnen:

Ungiftige Nattern: Ringelnatter (Natrix natrix, bis 130 cm), Würfelnatter (Natrix tessellata, bis 150 cm), Schlingnatter (Coronella austriaca, bis 75 cm ), Äskulapnatter (Elaphe longissima, bis 180 cm). Sie ist Deutschlands längste Schlange, kommt aber nur in Süddeutschland vor.

Giftige Vipern: Kreuzotter (Vipera berus, bis 80 cm) und die ähnliche, aber sehr wärmeliebende Aspisviper (Vipera aspis, bis 85 cm, nur in Süddeutschland).