Bundesamt für Naturschutz BfN

Hauptbereichsmenü



Lexikon

Schmetterlinge

Edelsteine der Natur

Tagpfauenauge (Foto: Gitti Moser / pixelio.de)
Tagpfauenauge

Schmetterlinge sind ganz anders als sie scheinen: In den zarten Flattertieren steckt ein harter Kern. Manche von ihnen überqueren ganze Kontinente, andere überleben eiskalte Winter. Es gibt Schmetterlinge, die Ameisen als Babysitter benutzen und Schmetterlinge, deren Raupen Brennesseln fressen, ohne sich den Mund zu verbrennen.


Warum sind die Schmetterlinge so bunt?

Feuerfalter. (Foto: Vantoux-et-Longevelle cc-by-sa)
Landkärtchen (Foto: Jörg Hempel cc-by-sa 3.0)
Schmetterling "Landkärtchen" auf Sandboden.
Dieses Foto eines Tagpfauenauges hat uns Valerye (11) geschickt.
Tagpfauenauge

Nicht alle Schmetterlinge sind bunt. Nachtfalter und Motten gehören ebenfalls zu den Schmetterlingen, tragen aber oft dunkle Farben. Die Tagfalter dagegen sind farbenprächtig - aus ganz praktischen Gründen.

Schrecksekunde

So sind manche Schmetterlinge sehr stark gemustert - wie das Landkärtchen und der Schillerfalter. Dadurch ist ihr Umriss im Flug nur noch schlecht zu erkennen und ihre Feinde, die Vögel, können sie schlechter verfolgen. Das Tagpfauenauge trägt zwei große Augen auf der Flügeldecke. Wenn ihn ein Vogel angreift, öffnet der Falter die Flügel ruckartig. So glaubt der Vogel, plötzlich in ein Gesicht mit großen Augen zu blicken - und nimmt reißaus.

Täuschungsmanöver

Manche Tagfalter sind so verrrückt gemustert, dass die Vögel vorne und hinten verwechseln. Der Vogel meint, gleich fette Beute zu haben, pickt aber nur in die hinterste Flügelspitze. Der Schmetterling legt einen Blitzstart hin und fliegt auf und davon.


Distelfalter und Monarchfalter - Die Reiselustigen

Ein Distelfalter. (Foto: Quartl cc-by-sa 3.0)
(Foto: gemeinfrei)
Distelfalter auf gelber Blüte
Überwinternde Monarchfalter an einer Kiefer in Mexiko. (Foto: Raina Kumra NYC, USA, cc-by 2.0)

Einmal im Leben unternimmt jeder Distelfalter eine lange Reise: Im Frühjahr macht er sich von West-Afrika aus auf den Weg zu uns. Aber wie schafft er die 15.000 Kilometer lange Strecke mit seinen kleinen Flatterflügeln? Darüber haben Wissenschaftler lange gerätselt und schließlich herausgefunden: Die Distelfalter, die in Afrika abfliegen, kommen gar nicht bei uns an, sondern ihre Urenkel!

Generationen von Wandervögeln

In West-Afrika fliegt die erste Generation Distelfalter los. Nach vielen Kilometern Flug machen sie Pause und legen ihre Eier an Disteln ab. Während die Raupen schlüpfen, sich dick und rund fressen und sich wieder verpuppen, sterben die Alttiere. Sobald die neuen Schmetterlinge aus der Puppenhülle geschlüpft sind, setzen sie den Weg ihrer Eltern fort. Das wiederholt sich noch zweimal - bis die Urenkel der West-Afrika-Falter in Nord-Europa angekommen sind.

Der Langstrecken-Flieger

Der Monarch-Falter aus Kanada setzt lieber auf Muskelkraft: Wenn der Herbst kommt, fliegt er bis nach Mexiko. Das sind über 3000 Kilometer. Hier überwintern die Tiere und machen sich im Frühjahr auf den Rückweg. Viele von ihnen schaffen den Rückweg nicht mehr, sondern legen ihre Eier unterwegs ab und sterben dann. Diejenigen aber, die den ganzen Rückweg schaffen, haben dann eine Strecke von fast 7000 Kilometern hinter sich! Damit halten sie im Reich der Schmetterlinge den Langstrecken-Rekord.


Von der Raupe zum Schmetterling: Metamorphose

Puppe des Kleinen Fuchses. (Foto: cc-by-sa Jehl)
Hängende Puppe.

Wenn Tagfalter erwachsen werden, dann wandelt sich ihr Körper vollständig um. Diesen Vorgang nennt man "Metamorphose". Als Raupe schlüpft der Schmetterling aus dem Ei. Nach einigen Wochen verpuppt er sich und aus der Puppe kommt schließlich der fertige Schmetterling. Erst jetzt sieht er aus wie seine Eltern. Jetzt ernährt sich der Schmetterling auch nicht mehr von Blättern, sondern saugt mit seinem langen Trinkrüssel Nektar aus den Blütenkelchen.

Nachwuchs bei Familie Schmetterling

Die Raupe des Schlehenbürstenspinners. (Foto: cc-by-sa Georg Slickers)
Raupe auf einem Ast.

Im Winter fallen die meisten Tagfalter an einem geschützten Platz in eine Kältestarre. So können sie die kalten Temperaturen gut überstehen. Im nächsten Frühjahr legen sie dann selbst Eier und sterben anschließend. Bei manchen Schmetterlingsarten kommt allerdings zweimal im Jahr Nachwuchs zur Welt: Wer im Frühjahr geschlüpft ist, legt seine Eier so, dass auch seine Nachkommen im Frühjahr schlüpfen. Die Sommer-Generation jedoch legt etwas später Eier, so dass die Raupen erst im nächsten Sommer schlüpfen. Tagfalter, die zwei oder mehr Generationen hervorbringen, können sich stärker vermehren, ohne dass sich die Raupen gegenseitig das Futter wegfressen.

Edelsteine der Natur

Aurorafalter (Foto: Werner Seiler cc-by-sa)
Aurorafalter
Ikarusbläuling (Foto:natdet)
Ikarusbläuling
Tagpfauenauge (Foto: Gitti Moser / pixelio.de)
Tagpfauenauge
Schwalbenschwanz (Foto: Claudia Brefeld / pixelio.de)
Schwalbenschwanz
Raupe des Schwalbenschwanzes (Foto: Pilsterl / pixelio.de)
Schwalbenschwanz-Raupe
Kleiner Fuchs (Foto: Sixta Görtz)
Kleiner Fuchs

Was ist das Blutströpfchen?
A oder B oder C - nur eine Antwort ist richtig.
A ein Tagfalter
B ein Mischling
C ein Nachtfalter der tagsüber fliegt

zurück

Mach mit beim Detektivauftrag!

(Foto: Sixta Görtz)
Insektenhotel

So baust du eine Nisthilfe für Insekten!

Zum Detektivauftrag

Weiterlesen...

(Foto: gemeinfrei)
Makroaufnahme eines Insektenkopfes

Alles über Insekten erfährst du im Monatsthema März:

Zum Thema des Monats: Insekten

Stimmt es, dass Grillen mit dem Knie hören? Hier erfährst du es:

Seltsames bei Insekten

Insekt des Jahres 2017:

Zur Gottesanbeterin

Lies hier, wie manche Schmetterlinge die Brennesseln austricksen:

Schmetterling und Brennessel.

Hier erfährst du, wie die Raupe des Ameisenbläulings unerkannt im Ameisenvolk lebt:

Zum Ameisenbläuling.

Frag Konstantin!

Hamster Konstantin

René (9) wollte wissen:

Wie entwickeln sich im Kokon die Schmetterlingsflügel?

Und das hat Konstantin geantwortet:

Die Schmetterlingsflügel entwickeln sich zwar schon in der Puppe, aber sie können sich dort natürlich noch nicht entfalten. Dazu muss der Schmetterling erst einmal aus dem Puppenkörper schlüpfen. Wenn es soweit ist, wird das Puppenskelett ein wenig durchsichtig. Dann dauert es nur noch ein paar Stunden bis zur Schlupf. Jetzt solltest du besonders genau hinschauen:
Der fertige Falter krabbelt aus einem Loch am Kopf der Puppe. Seine Flügel sind noch klein und ganz verknittert und haben nur wenig Farbe. Nun sucht sich der Schmetterling einen ruhigen Platz und pumpt Körperflüssigkeit in die Flügel. Du kannst jetzt beobachten, wie die Flügel immer bunter und kräftiger werden. Das Ganze dauert ungefähr zwei Stunden. Dann kann der Schmetterling fliegen.

Selber eine Frage an Konstantin stellen:

Frag Konstantin!

Widderchen

Widderchen "Blutströpfchen" (Foto: cc-by-sa Simone Beyer)
Widderchen Blutströpfchen

Insekten tragen gerne schwarz-rot. Diese Farben sagen jedem Fressfeind: Achtung, ich bin giftig! Ob das stimmt, ist nicht so wichtig - Hauptsache, es wird geglaubt. Dieses Widderchen heißt "Blutströpfchen" und gehört eigentlich zu den Nachtfaltern. Wegen seiner Warnfarben kann es aber gefahrlos tagsüber aktiv sein.