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Lexikon

Waschbären


(Foto: gemeinfrei)
Waschbär-Portrait

Niedlich, aber nicht nett: Der Waschbär frisst Eier und Jungvögel, klaut Fledermäusen und Eulen die Bruthöhlen und mag seltene Schlangen, Frösche und Schildkröten zum Fressen gern. Die Kleinbären stammen ursprünglich aus Amerika. Bei uns sind sie zum Problem für die Artenvielfalt geworden.

Woher kommen Waschbären überhaupt?

Waschbären sind gute Kletterer. (Foto: US Fish and Wildlife Service / gemeinfrei)
Waschbär in einem kahlen Baum.

Rund 500.000 Waschbären soll es heute in Deutschland geben. Ursprünglich waren sie in Nordamerika verbreitet. Vor knapp 100 Jahren sind sie mit Pelzhändlern nach Europa gekommen. Die Tiere sollten wegen ihres schönen Pelzes auch hier gezüchtet werden. Jedoch dauerte es nicht lange, bis die ersten Exemplare aus den Zuchtfarmen ausgebüxt waren. Zusätzlich wurden einige absichtlich von Jägern ausgesetzt. Die putzigen Kleinbären fühlten sich hier bei uns so pudelwohl, dass sie Nachwuchs bekamen und sich schnell vermehrten.

Wie leben die Waschbären eigentlich?

Waschbären sind Kulturfolger und suchen auch in menschliche Nähe nach Nahrung. (Foto: gemeinfrei)
Zwei Waschbären an einer Stalltür
Ein Waschbär-Welpe. (Foto: Dmytro S. / gemeinfrei)
Ein Waschbär-Welpe im Gras.
Kletternde Waschbären. (Foto: Christel Mückter / pixelio.de)
Waschbären klettern am Baumstamm empor.
An ihrem dunklen Augenband kannst du Waschbären gut erkennen. (Foto: gemeinfrei)
Waschbär-Portrait

Waschbären gehören zu den Kleinbären. Sie sind nachtaktiv und leben gern in Wäldern in der Nähe von Gewässern. Als Kulturfolger haben sie aber auch mit uns Menschen keine Probleme. Sogar in Mülltonnen und auf Dachböden suchen sie nachts nach Fressbarem.

Gesellige Tiere

Im Frühjahr bekommt Familie Waschbär Nachwuchs. Die Erziehung der Welpen ist bei Waschbären reine Frauensache. Fünf Wochen bleiben die Kleinen im Nest. Wenn sie die Kinderstube verlassen haben, schauen sie sich von ihrer Mutter ab, wie man Nahrung findet. Nach vier Monaten suchen sich die jungen Männchen schon ein eigenes Revier. Waschbären sind gesellige Tiere. Die Weibchen und Jungtiere leben zusammen in einem Verband. Selbst die Rüden, die schon ein eigenes Revier besetzen, gehen häufig zu Zweit auf Streifzug.

Was wäscht der Waschbär?

Waschbären fressen, was ihnen zwischen die Finger kommt - buchstäblich. Denn weil sie nicht besonders gut sehen können, betasten sie ihre Nahrung von allen Seiten. Dazu drehen sie sie zwischen ihren geschickten Fingern und beschnuppern den Fund, bis sie sicher sind, dass er fressbar ist. Diese Angewohnheit hat den Tieren ihren Namen verschafft: Es sieht so aus, als würden sie ihr Futter waschen.

Neben Schlangen, Fröschen, Jungvögeln und Schildkröteneiern stehen auf dem Speisezettel auch Fische und Krebse, Insekten, Mäuse und Würmer -  aber auch Obst, Getreide und Nüsse.

Warum der Waschbär sich unbeliebt macht

Der Waschbär ist eine sogenannte "invasive Art". (Foto: gemeinfrei)
Waschbär auf Dachbalken
Waschbären haben sich an den Lebensraum Europa angepasst. (Foto: gemeinfrei)
Waschbär mit nassem Fell

Wenn du Waschbären im Zoo siehst, sind sie niedliche Tiere. In der freien Wildbahn jedoch machen sie sich unbeliebt, denn sie bedrohen die Biologische Vielfalt. Die Eroberer aus Amerika fressen seltene heimische Amphibien und Reptilien und belegen die Bruthöhlen von heimischen Eulen und Fledermäusen. Deshalb werden sie als "invasive Art" bezeichnet. Das Wort "invasiv" kommt von "Invasion" und bedeutet so viel wie "feindliche Eroberung". Invasive Arten bedrohen die Artenvielfalt, weil sie sich besonders gut anpassen können. So verdrängen sie heimische Arten - die Vielfalt nimmt ab.

Mehr zum Thema

Mehr über invasive Tier- und Pflanzenarten findest du im Monatsthema September:

"Eingeschleppt und ausgesetzt"

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Steckbrief Waschbär

(Foto: gemeinfrei)
Waschbär-Portrait

Familie:
Kleinbären

Verbreitung:
Ursprünglich Nordamerika, heute auch Europa

Lebensraum:
Laub- und Mischwald

Größe:
40 bis 70 cm ohne Schwanz.

Gewicht:
Rund 10 kg

Nahrung:
Eier, Jungvögel, Fische, Frösche, junge Schlangen, Schildkröteneier, Würmer und Schnecken, Obst, Nüsse, Pflanzen

Anzahl Junge:
3

Lebensdauer:
Bis zu 15 Jahre.

Feinde:
In Amerika Luchs, Kojote. In Europa keine.

Wissenschaftlicher Name:
Procyon lotor

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Foto: gemeinfrei)
Waschbär-Portrait

Was sind eigentlich "invasive Arten"? Das erfährst du hier:

Eingeschleppt und ausgesetzt

Kennst du schon den Mink? Auch er ist eine "invasive Art" in Deutschland:

Zum Mink

Unsere einzige heimische Schildkrötenart bekommt Konkurrenz:

Schmuckschildkröten

Wie eine kleine niedliche Ente die biologische Vielfalt bedroht:

Zur Schwarzkopfruderente

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