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Lexikon

Hilfe für Wildtiere


Muss man Wildtieren durch den Winter helfen? Viele Menschen wollen den Tiere etwas Gutes tun und holen Igel ins Haus, um sie durch den Winter zu füttern oder geben den Enten im Park altes Brot. Auch die Wildtiere im Wald werden manchmal gefüttert. Doch brauchen sie das wirklich?

Gut gemeint, aber auch gut gemacht?

Die meisten Igel können auf unsere Hilfe verzichten. (Foto: gemeinfrei)
Igel in Händen
Wo Enten gefüttert werden, können es ziemlich viele werden...(Foto: gemeinfrei)
Enten auf Wasser
Wenn man Vögel im Winter füttert, kann man sie besonders gut beobachten. Notwendig ist die Vogelfütterung jedoch fast nie. (Foto: Luc Viatour cc-by-sa 3.0)
Meise am Meisenknödel

Im Herbst sind Igel häufig auch tagsüber unterwegs. Jetzt müssen sie nämlich besonders viel fressen, damit sie für den Winterschlaf genügend Speck ansetzen. Doch manche Menschen glauben, ein Igel, der tagsüber auf Streife geht, findet nicht genug Futter. Sie fangen ihn ein, um ihn "aufzupäppeln". Das ist aber nur selten und nur bei sehr kleinen Igeln nötig. Für alle anderen Igel ist die gut gemeinte Hilfe eher schädlich, denn viele Menschen wissen gar nicht genug über die kleinen Stacheltiere, als dass sie sie artgerecht halten könnten. Sie nehmen ihnen eher die wertvolle Zeit, die die Tiere für die Futtersuche brauchen.

Enten füttern?

Bestimmt hast du schon gesehen, dass Enten im Winter mit altem Brot gefüttert werden. Manche Leute glauben, sie müssten den Vögeln durch den Winter helfen. Doch das kann die Tiere krank machen und führt außerdem dazu, dass immer mehr Enten sich an den Teichen einfinden, an denen gefüttert wird. So wird das Wasser immer schmutziger - und alle anderen Wasserbewohner leiden darunter.

Vögel artgerecht füttern!

Selbst Gartenvögel muss man im Winter nicht unbedingt füttern. Um Vögel im Winter zu beobachten, ist ein Vogelhäuschen aber eine tolle Sache. Wie du Vögel im Winter artgerecht fütterst, erfährst du hier:

Vögel artgerecht füttern

Winterfütterung im Wald

An solchen Futterkrippen im Wald werden Rehe im Winter gefüttert. (Foto: Hajotthu cc-by-sa 3.0)
Zwei Rehe an Futterkrippe im Schnee.
Rehe auf Nahrungssuche. (Foto: Vera Buhl cc-by-sa)
Eine Gruppe Rehe auf einer Wiese.
Rehe finden im Winter weniger Futter. Weil sie sich wenig bewegen, brauchen sie aber auch nicht so viel zu fressen. (Foto: gemeinfrei)
Reh im Schnee
Selbst unter einer geschlossenen Schneedecke finden Wildschweine mit ihrem Rüssel noch Fressbares. Sie müssen nicht gefüttert werden. (Foto: gemeinfrei)
Wildschwein im Schnee

Hast du im Wald schon einmal Futterstellen für Rotwild, Damwild oder Rehe gesehen? Meistens sind das Futterkrippen mit Heu, die regelmäßig nachgefüllt werden. Futterstellen für Wildschweine erkennst du an großen Mengen von Kastanien und Eicheln. Doch das Füttern von Wildtieren im Wald ist umstritten. Warum?

Natürliche Auslese

Zum einen, weil die natürliche Auslese gestört wird. Natürliche Auslese bedeutet, dass unter harten Bedingungen kranke und schwache Tiere sterben, die gesunden Tiere jedoch überleben. Diese bekommen dann im Frühjahr auch gesunden und starken Nachwuchs. Ohne Fütterung sidn die Wildtiere also auf Dauer gesünder.

Waldschäden

Winterfütterung kann auch Waldschäden verstärken. Je mehr Tiere den Winter überstehen, desto mehr Tiere brauchen auch im Frühjahr wieder frisches Futter. Ein Wald kann aber nur eine bestimmte Anzahl an Wildtieren ernähren. Werden es mehr, dann knabbern die Tiere auch Knospen und Keimlinge an, die sie normalerweise gar nicht angerührt hätten. So verkümmern die jungen Bäumchen und der Waldbesitzer kann sie nicht verkaufen.

Jagdwild

Gefüttert wird häufig trotzdem - denn die Jäger, die die Futterstellen füllen, möchten in ihrem Wald viel Wild für die Jagd haben. Eigentlich brauchen Wildtiere im Winter aber wenig Futter, weil sie sich kaum bewegen und dadurch Kraft sparen. Im Sommer und Herbst dagegen müssen sie Fettpolster für den Winter anlegen und fressen daher viel mehr.

Sinnvolle Hilfen für Wildtiere

Ein Igel sucht im Laub nach Schnecken, Käfern und Regenwürmern. (Foto: Cornerstone / pixelio.de)
Igel im Laub
In abwechslungsreichen Landschaften finden Wildtiere ausreichend Nahrung und Ruheplätze. (Foto: Hartmann Linge cc-by-sa 3.0)
Landschaft mit Wiese, Hecken und Wald

Die allermeisten Wildtiere kommen ohne die Hilfe von Menschen aus. Viel wichtiger ist es, dass Lebensräume der Wildtiere erhalten bleiben. Den Igeln hilft es zum Beispiel, wenn wir in unseren Gärten heimische Pflanzen wachsen lassen und sie nicht zu sehr aufräumen. Dann finden die Tiere selbst genug Nahrung und ungestörte Plätze, an denen sie überwintern und ihre Jungen aufziehen können.

Dem Wild in unseren Wäldern helfen Futterstellen nur kurzfristig. Viel wichtiger ist es, wenn Wiesen seltener gemäht werden und der Waldbesitzer an den Waldrändern Hecken mit verschiedenen fruchttragenden Sträuchern und Wildobst anlegt. Vor allem Rehe sind nämlich auf Wildwiesen, Hecken und Äcker angewiesen, in denen sie sich richtig satt fressen können.

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Wildtieren sinnvoll helfen

Natürlich gibt es auch sinnvolle Gelegenheiten, Wildtieren zu helfen. In unseren Städten und aufgeräumten Landschaften ist es für manche Tiere schwieriger geworden, Rückzugsmöglichkeiten zu finden. Hier findest du hilfreiche Informationen, wie du Wildtieren vor deiner Haustür helfen kannst:

So kannst du Vögel im Winter artgerecht füttern.

So legst du einen Naturgarten an.

So baust du Nisthilfen für Wildbienen.

So hilfst du Amphibien.

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(Foto: gemeinfrei)
Ein Igel im Laub

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