Bundesamt für Naturschutz BfN

Hauptbereichsmenü



Lexikon

Wie arbeiten die Wolfsforscher?


Hier vermisst eine Biologin zwei Pfotenabdrücke im Sand. Die Fährte verrät ihr, wohin die Wölfe gelaufen sind, wie viele es waren und ob auch Jungtiere dabei gewesen sind. (Foto: Wildbiologisches Büro LUPUS)
Vermessen von Pfotenspuren im Sand.
Aus dem Haufen eines Wolfs können Biologen viele Informationen gewinnen. (Foto: Senckenberg-Museum)
Ein Wolfshaufen.

Wölfe gehen Biologen aus dem Weg - genau wie allen anderen Menschen auch. Weil sie sehr gut hören und riechen können, bemerken sie uns immer schon viel früher, als wir sie. Umso schwieriger ist es für die Biologen, etwas über das Verhalten der Tiere herauszufinden. Meistens müssen sie sich mit den Spuren der Wölfe begnügen. Doch die können eine Menge aussagen.

Das sagen die Spuren

Wenn ein Wolfsrudel ein Hirschkalb gerissen hat, dann finden die Biologen hinterher die Reste der Mahlzeit. Wenn ein Wolf sein Revier mit Pipi markiert oder irgendwo einen Haufen hinterlassen hat, können die Biologen diese Hinterlassenschaften untersuchen. So erfahren sie zum Beispiel, ob hier ein Jungtier unterwegs war oder ein alter Wolf, ob das Tier gesund ist und was es gefressen hat.

Spurenlesen mit Objektiv, Antenne und Computer

Diese drei Welpen wurden von einer Wildkamera in der Lausitz fotografiert. (Foto: Wildbiologisches Büro LUPUS)
Drei junge Wölfe in Offenland.
Erwischt! Diese Wölfin wurde beim Markieren ihres Reviers von einer Wildkamera fotografiert. Das Foto entstand um 1 Uhr nachts. (Foto: Wildbiologisches Büro LUPUS)
Wölfin bei Nacht, fotografiert von Wildkamera.

Um die Wölfe auszutricksen, haben die Biologen aber noch mehr auf Lager: Sie hängen zum Beispiel Wildkameras an Bäumen auf. Das machen sie an Stellen, wo immer wieder Wolfsspuren auftauchen. Die Kameras machen automatisch ein Foto, wenn sich vor dem Sucher etwas bewegt. Sie sind sehr empfindlich und können auch in dunkler Nacht noch gute Fotos schießen. So haben die Biologen herausgefunden, dass die Wölfe nachts auf denselben Wegen laufen, wo tagsüber die Menschen unterwegs sind. Auf kleinen Straßen, Fahrradwegen und Waldpfaden können auch Wölfe viel bequemer entlangtraben als querfeldein durch das Dickicht.

Den Wölfen auf den Fersen

Und schließlich haben es die Biologen einige Male geschafft, Wölfe einzufangen und ihnen ein Halsband mit einem Sender umzulegen. Die Geräte senden ständig Signale an die Computer der Biologen aus. So können die Wissenschaftler den Weg des Wolfs gemütlich vom Computer aus verfolgen.

Durch all diese Methoden haben die Biologen herausgefunden, wie viele Wolfsrudel in Deutschland leben und wo sie weitere Reviere gründen. Viele junge Wölfe bleiben in der Nähe ihrer Eltern und versuchen, Nachbarreviere zu besetzen. Wenn das nicht geht, gehen sie auf Wanderschaft bis sie ein unbesetztes Revier finden. Ein junger Wolf ist sogar bis nach Weißrussland gewandert - 1500 Kilometer weit!

Alles über den Wolf (Canis lupus): Zum Wolfs-Steckbrief

Zurück zum Thema des Monats: Wölfe - (un)heimliche Heimkehrer.

zurück

Wolfsquiz

(Foto: Nochten / Senckenberg-Museum)
Trittsiegel eines Wolfes

Was weißt du über Wölfe? Teste dich in unserem Quiz:

Zum Wolfsquiz

Weiterlesen...

(Foto: M. Mecnarowski cc-by-sa 2.0)
Portrait eines Wolfs

Alles über Wölfe in Deutschland:

Wölfe - (un)heimliche Heimkehrer

Alle Infos in aller Kürze:

Zum Wolfs-Steckbrief

Wie geht es zu im Wolfsrudel? Das erfährst du hier:

Zum Wolfsrudel

Wie jagen Wölfe eigentlich? Schau mal hier nach:

Wölfe auf der Jagd

Wölfe und Menschen im selben Lebensraum - geht das überhaupt?

Wölfe und Menschen