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Lexikon

Springspinnen


(Foto: Flixus cc-by-sa 3.0)
Springspinne mit Beute.

Springspinnen sind die Kamikaze-Flieger unter den Spinnen. Nur gehalten von einem ultradünnen Rettungsfaden schleichen sie sich an ihre Beute heran und stürzen sich todesmutig auf sie. Dabei können sie ihre Sprungbahn so genau berechnen, dass fast nie ein Sprung daneben geht.

Immer auf dem Sprung

Diesem Blick entgeht nichts: Springspinnen können besser sehen als alle anderen Spinnenarten. (Foto: Opoterser cc-by 2.5)
Augen einer Springspinne
Eine Rindenspringspinne. Du kannst sie an Baumstämmen beobachten. (Foto: Andrea Karwath cc-by-sa 2.5)
Rindenspringspinne auf Baumrinde

Anders als andere Spinnen können Springspinnen sehr gut sehen. Und das müssen sie auch: Schließlich müssen sie genau auf ihrer Beute landen, sonst ergreift sie die Flucht. An ihren Beinen haben Springspinnen besonders viele kleine Härchen, so dass sie auch glatte Wände hinauf und hinunter laufen können.  Das ist wichtig, damit sich die Spinnen möglichst nah an ihr Opfer heranschleichen können bevor sie es anspringen. Mit dem Sprung überwinden sie dann nur noch die letzten Zentimeter Abstand zur Beute. In Sekundenschnelle packen sie sie mit ihren Vorderbeinen und ihren Giftklauen und beißen zu.

Hauchdünnes Rettungsseil

Doch auch wenn sich die Spinne scheinbar todesmutig auf ihr Opfer stürzt - ungesichert ist sie nicht. Bevor sie abspringt, befestigt sie einen Spinnfaden am Boden. Wenn sie ihre Beute verfehlt und abstürzt, wird sie von dem Faden gehalten und kann sich an ihm wieder hinaufziehen.

Hier kannst du Springspinnen beobachten

Zebraspringspinnen kannst du auch im Garten beobachten. (Foto: Kaldari cc0)
Zebraspringspinne auf grünem Blatt
An Häuserwänden kannst du die Zebraspringspinne bei der Jagd beobachten. (Foto: Soebe cc-by-sa 3.0)
Zebraspringspinne auf Hauswand

Einige Arten der Springspinnen sind bei uns ziemlich häufig. So zum Beispiel die Zebraspringspinne, die mit ihrem schwarzweißen Muster auch sehr auffällig aussieht. Allerdings ist sie ein Winzling: Bei ihren fünf bis sieben Millimetern Körpergröße musst du schon genau hinschauen. Zebraspringspinnen mögen es schön warm. Deshalb jagen sie besonders gerne an sonnigen Gartenmauern, Hauswänden oder Zaunpfählen Käfer, Fliegen und Stechmücken. Zwischen Mai und Oktober kannst du sie dabei beobachten.

Wie andere Springspinnen haben auch Zebraspringspinnen ein besonders großes, nach vorne gerichtetes Augenpaar, mit dem sie besonders scharf sehen können. Sechs weitere Augen sorgen für Rundumsicht. Weil sie so gut sehen können, können Springspinnen auch tote Insekten als Nahrung erkennen. Andere Spinnenarten können das nicht, denn sie brauchen Bewegungsreize, um eine Beute wahrnehmen zu können.

Der Technik um Längen überlegen

Viel besser als ihre Kopie: Die Springspinne. (Foto: gemeinfrei)
Springspinne von vorn

Es gibt Wissenschaftler, denen das Springverhalten der Springspinne Alpträume verursacht - nämlich den Bionikern. Bioniker sind Forscher, die die Phänomene der Natur untersuchen und ihre Erkenntnisse dann auf die Technik übertragen. Die Springspinne ist ein interessantes Forschungsobjekt, weil sie nicht mit Muskelkraft springt, sondern durch plötzliches Zusammenziehen und Ausdehnen ihres Blutes - und das innerhalb von Millisekunden. Doch bis heute sind alle Springspinnen nicht nur schneller als die künstlichen Spinnenbeine, sondern auch noch viel treffsicherer.

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(Foto: gemeinfrei)
Spinnennetz mit Wassertropfen

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Steckbrief Zebraspringspinne

(Foto: Kaldari cc0)
Zebraspringspinne auf Blatt

Ordnung:
Webspinnen

Familie:
Springspinnen

Verbreitung:
Europa, nördliches Asien, Nordamerika

Lebensraum:
Sonnige Mauern, Felsen

Größe:
4 bis 7 Millimeter

Nahrung:
Insekten

Feinde:
Vögel, andere Spinnen

Wissenschaftlicher Name:
Salticus scenicus

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